Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 28 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 112 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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112 kein Chloroform zu geben, trinken Sie nur ein Sla« Brandy und setzen Sie Sich hin." Nach einer halt Jun» digen Operation und nachdem er vifr Mal gesch, itten hatte, löste er endlich die Mandeln heraus, Wohl iU Stunden lang blutete estark, eh« er dasselbe Rillen konnte. Die Operation war nach feiner Aussage bei mir bei Weitem schwieriger. alS eS gewöhnlich der KallI, da durch dir oftmalige Entzündung die Mandeln auierge» wohnlich hart geworden. Die Operation kostete ^mich 30 Dollar (das sind amerikanische OperarionSpreise).! Oie ersten zwei Tage mußte ich fasten, da inwendig ' Alles rohes Fleisch war, erst am dritten Tage konnte ich etwa« Leinsaamenthee heruuterbringen. Heute am 9. Tage geht eS schon viel besser. Ich kann schon fast Alleesse». In kurzer Zeit werde ich eine Fahrt nach San Kranci-co antreten. — Sinngedicht. Makrobkotisches Mit («l. WaS soll der SchmerzenSdreiklang au« der Höge stabt? WaS kann für Judas, Hoffen er bedeuten * — Dem Alter, nah' dem Tod, dem Leibe morsch unl matt DaS Lebe« zu verlängern, glaubte man vor Zeile i Durch frischer Jugend Nah' Verjüngung zu berertep. — So alt da- Mittel ist, geholfen hat'- noch nicht, Nur zeigt'« den alten Feind, dem Lebenskraft gebricht. Anekdote. Ein MilitarSmann redete «inen Israeliten un ein Darlehn sehr freundlich an, worauf jener ganz la onisch zu verstehen gab, -aß er einem Sollten nie Gel» vor» strecken werde. Der . DaterlandSvertheidiger glaubte auch hich eine strategische Methode in Anwendung zu dringen, de türmte Anfang« mit Bittm und endlich mit — Dro »unget den Juden, welcher aber durch seine unerschütterli« >e B» barrlickkeit einer uneinnehmbaren Festung glich un > jede« Sturmangriff mir der einzigen Wehrwaffe: „Ick leihe «ine>^ Soldaten kein Geld" heldenmüthig zorüikschlug. Der total zurückgeworfene AriegSmann gerieth ir Zor« und schrie dem febrlichen Manne in Civil-Kleider» militärisch zu: Du, Wucherer, glaubst etwa, daß ich e n Go» meiner bin. dem du deinen Uebermuth fühlen lassest? Ich bin Offizier und zittere du Jude!!! Der unersc rocken« 1 vera»t»ortli »en ©anmflSr Buchh« t Israeli» aber ließ sich nicht außer Fassung bringe» und antwortete sehe naiv: Strenger Herr! Nun habe ich die Ehre Sie kennen gelernt zu haben und sehe, daß Sie nicht, — „gemeiner" sein können. Igoatr Spälz, P4pa. Miszellen. In Pari« sind jetzt drei J-raeliten als.Professoren für die orientalischen Sprachen an der Universität angestellt: Munk, Breal und Oppert. Auch ein JSraelkt für Philosophie: Franck. — Bei der letzten Generalversammlung der XlUance israelite universelle fanden sich sehr viel« Damen ein. Der Vorsitzende, Herr Cremieux, nahm daher Gelegenheit, in seiner Rede dem israelitischen Weibe die pflichtschuldige Ehre anzuthun, indem er üder die in der heiligen Schrift erwähnten ausgezeichneten Frauen sprach, von Sara bi« Esther. — Wie in Frankreich die Gleichstellung der Culle thatsächlich verstanden wird, sieht man au« vielen Beispielen. Hier Einevon vielen. Daisraelitische Consistorium zu Bordeaux will Immobilien zu Cultu«, und Schulzwecken zum Belauf von 113,000 'Fr. erwerben. Die Stadt leistet ihm hierzu einen Beitrag von 40,000Fr. Allgemeine Zeitung de- Jadenthums. No. 27. 1865. Inhalt: Leitende Artikel: Die deutschen Juden in Nordamerika. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bon der kurhesfischen Grenze. Preußen: Paderborn, Hechingea, Elbing. Oesterreichifchcr Kaiserstaat: Wien, Rrakan. Frankreich: Pari-. Schweiz: Bern. Großbritannien: Londons Eorrefpondtnz: Jüdische Briefe von Albert Cobn XV.— fgy Zn bestehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thalcr. vierteljährlich % Thaler. <t er Rrdaerem: vr. H. Lotz«. luvi» retpzi-. — Druck von s «reysi ttin kcipzi, i