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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 27 (1865) · p. Seite 108

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
27 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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108 Sehnen. — Fliege zum Himmel auf, klingen! e- Lied, — ha nie die Liede im Herzen mir glüht. — Ader den Jussuf Halter mir fern! — Schließt ihn nit feinem Gesellen, dem Jammer — eia in. die letzte, tzie dunkelste Kammer! —' 5. Und Jusssif spricht: Die Liede, die in beit glüht, — eS ist die Lrede zu der Freude; — dü in meinem Herzen blüht, — eS ist die Liede. — Drum, wenn die Freude dir entstielt dir die Liede schnell entschwinden; — doch nei die Freud' entzieht, — wird Lied« schnell sie — Sieh, deine Liehe wirft nur Schaum — Herzens trüoe Wellen, — und deine FreH Traum — verscheucht vom Morgenstrahl, dem Zch reich' den Becher hin dem Kranken, Leid undan Gedanken, — dem Trauernden den Sang, — ihn zu erlösen aus des Grames war -ich dem Wankenden ein Stad, — pfl. pressen auf sein Grad. — Das ist dre Lied', die — das Her; erwärmt, die Schläfe kühlt, als du Jungllng warst, — had' ich d,ch oft neidet; — fett ou dich GceiS zu Narren haarst, — had' ich mit Mitleid dich deklnd.l. — em Herzen Freude, die de an der — wird a sich mir v^tedel finden, auf deines r ist ein hellen. — siech an weih' ich Drang; — ich mich erfüllt O Hafis, wohl der irr nj H. sag>» un» all ich Und Mirza Schaffy singt: Zu D elen . ^»mmea — und hätte gern den Gruß zurück; — zu Boten, die ven Weg gemessen — Botschaft sind vergessen, — die halten sich geschickter — durch eigne Gaden viel beglückt waS sie mit »er Hand erfaffen, — zerbrochen lassen. — Bom Herrn zum Heile auSerkor haven selbst das Heil verloren. — Die Freuds von dem Gram erlösen, — der Heitre nur Trübsinns Wesen. — Den Hungrigen Mil H — zeugt nur von wahnd.rdörttm Willen. — gieß auS kühler Quelle, — auf welke W^r Welle, — sie werden wieder Blüthen treiben, dem Welten doch verbleiben — wenn heut' n kurzen Jahren — bas werden sie allein erfah 7. Und Jussuf spricht: Willst Gesallnen du krheden, — mußt du selber aufrecht stehen. — Nicht kanr Staub den r^taub beleben, — nicht wer blino ist. Blinde sehen. — Ha, dein B.cher macht sie trunken, — singst du. sind sie bald gesunken, — stammeln in des Rausches Wild' — trotzig deines Liedes Milde, — deiner Mädchen süße« Lächeln — wird zur lüsternen Gedeide, — ikreS OdenS sanftrS Fächeln-Sturm d,s zu dem Schlamm b« r Erde; — Dein, Rosen duften herzlich, —• glänzend in >m t-uschen Farben, — aber ach! wie schnell sie starben, — nur der Dorn blieb. stechend schmerzlich! Und noch eininal sp.icht Jufsuf: Zch singe dem H.rr»! — Auf der b«nkl ich Will, enoinmen; bann der Tausende r, — und nur zurücke n — und nur kann von grauen ager stillen O Zussuf, jetn frische — Daß sie k, doch «n «n. — ich n Erb« steh' doch zum blauen Aerher setz ich, — i 1) singe dem Herrn! — Flüchtig sind d,S Menschen Schritte, — enden in deS PfaseS Mitte, — aber in der Seele Lauschen — hör' ich Ewigkeiten rauschen, — ich singe dem * Herrn! — Freud und Schmerz sind hier vermählet, — daß d,S Geistes Schwing' sich stählet, — leidest du, nicht unverschuldet, — und;um Sieg wird, waS erduldet, — ich singe dem Herrn! — Laß die Zionsharfe klingen, — in der Menschen Herzen dringen — ihre Töne ernst und mild. — und daS Auge sieht enthüllt — Tief' und Höh' vom Licht durchleuchtet — und vom Himmelsthau befeuchtet, — ich.singe dem Herrn! Eine Scene ans dem nordamerilanischen Bürgerkriege. An einem Zom Kippurfeste hatte der Oberst Grün, ein auS Deutschland stammender Zude, ein heftige- Cavaleriegefecht auszuhalten, und er mit seiner kleinen Truppe hirlken sich sehr tapfer. Als ihn einer seiner Kameraden seyr erschöpft und mit Schweiß bedeckt sah, reichte er idm seine Feldflasche. .,Danke!" erwiederte der orthodoxe Oaerst.; „eS ist heute Jom Kippur und al- Jude darf ich deute weder trinken noch essen." Al< er leicht verwundet war, wurde er nach der Ambulanz getragen und sah dort einen kranken Glaubensgenossen, welcher aß: „Du würdest besser daran thun, sagte er ihm, diesen Festtag zu beobachten; wie wirst du dem Daterlande treu sein, wenn du eS gegen Gott nicht bist?" Nachdem er zehn Glaubensgenossen um sich versammelt hatte, stimmten die Verwundeten daS Neilagedet an, beim Lärm« der Trompeten und Kanonen. AlS der Oberst, der zum Vorderer gewählt war, nur noch sieden Mal zu rufen hatte: „Der Ewig« ist unser Gott," kam die Nachricht von der vollständigen Niederlage der Feinde an. Der Vorbeker eilte an's Fenster und bei der untergehenden Sonne rief er sied.n Mal mit lauter Stimme: „Der Ewige ist unser Gott!" Die andern Soldaten wiederholten die Rufe, die Fanfaren erschallten, Musik ertönte, und alle Anwesenden wiederholten diesen Ausdruck de- Glaubens an einen einzigen Gott. Allgemeine Zeitung des Judenrhums. No. 26. 1865' Inhalt: Leitende Artikel: Die Berufung zu vakanten Gemeiudrbeamtenstellen. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten- Deutschland: AuS Bayern, Lössel, Fraukfurr. Preußen: Trier, AuS der Neumark, LankSberg, Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Prag. Großbritannien: London. TL" Zu beziehen durch jedes Postamt und j§de Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich Thaler. Berannrdrtl'cher Redactcur: Or. H. Lotze. vc« va >»«»'< 3 u(fcl«»6luiig io?eiV}ig. — '2>nuf von S. Srevsl ag t» Leipzig.

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