Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 21 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. Zur Belehrung und Mnterßaftung auf juöifrijem Gebiete. Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bor N. . [9to. 21. 1865.] Bo» diel« Zeitiarilt «richeist w«scke«tua ei«« Ns UN» er. Preis de« gang« I.LHlr. Bterleljihrtg 7 % Rgr. HDt Puchh»«Ll»»i,««. Po< ssd Zeiw«g«ervedittvoe» »ehrne» Veftelbutge« «s. Jahr. r . Ämter 1 j L. Jahrj. 2. Quartal.] Aus den „Ollen Kamellen." langst herein, nimmst de Ho bringen rau-, Du langst hi nd voll UN kannst se nich »ein un nimmst einen und Wir theilep nur-noch «ine klein« Scene auS,dem letz» len Theil« des Werkemit. BieleiJahre waren vergangen: da- Jahr 1848 mit feinen Stürmen war gekommen. Mosewar sehr alt geworden, adsec er hielt seinen Sohn Dowid, der jetzt weit über vierzig, war, noch immer für zu jung zu Geldgeschäften, d. h. der alte Mann wußte sehr wohl, da- Dowid nicht gan^ feinen Weg wandelte, sondern mit dem schlauen und betrügerischen Notar Slußur Geschäfte betrieb, die nicht zu den reinsten gehörten. Er wollte nichtdamit zu thun habe«, und ließ Dowid nicht zu den seinigen zu. Eheißt nun. Mosewaen steinolr Manns worden, äwer hei was in sinen Liw hoch ganz gesund, bilot bat Gähn würd em all fihr swor, un de Slap wutl em de- Abendnich kamen, hei satt denn bet in de Nacht herinuer, wenn sin oll Blümchen all lang' slep, in sinen Lehnstaul, en Kaffen umer sinen Kopp, un let sik olft Geschichten dörch den Kopp gadn — von de nigen wr^ll hei nickmihr weiten. — Dowid lag denn up den Sopha un yertellte sik wat mit em, oder slep ok, je nachdem; äwer bat möt ik tau Dowiden sine Ihr seggen, hei makte keine Utnam von fine Globen-genossen, hei pleate sinen ollen Bauer in sinen Oller, un an dese Juden» >oden kann sik mLnnig Christ,nminfch en Exempel nemen — Hür Abend snackten sie tausam. — „Dowid," fäd de Oll, „wa- Hab ich. Dir gesagt? —Du sollst dir nicht lassen «in mit de PömüffelSköpp." i— „ „Nu? Hab ich mich eingelaffen, Hab' ich auch gut v erdient."" — „Du Haft dir gestreut Staub auf dein Hau»t, Du hast gefreven Koth." — „„Sind de Luggerdohr- Koth?"" — „An de Pömüffrl-köppschen hackt er dran/s — „ „Batter, wein Du «olltst, wir ksnten machen est groß Geschäft: der Pömüffel-kopp will, verkaufen Gürli^."" — „Worum?" — „„Nu, er will verkaufen."" i— „Ich will'- Die sagen Dowid: weil er sich inich sicher mang seine Tagelöhner-, daß sie ihm nich stecken an die Scheunen, daß sie ihm nich schlagen auf den Kopf. — Ich will Dir noch sagen mehr: ich mach nicht dc- Geschäft, Du machst nicht da- Geschäft: da- Geschäft vird gemacht, aber emacht der Notorpu-, wa- Drin Fr und i-, er i- Dir ßu klug, un Du bist noch ßujung.'1— „„Satter, ich . . . — „Schweig, Dowid l Ich, will dir noch sagen mehr: Du willst »erden raich, raich mit en Mal. Sieh, da steht en Krug mit en engen! Hal-, halb voll hon de Luggerdohr, du bring!! en rau-, und langst wieder und langst wieder, d«- fe alle sind, und Du hast — ,,„Had' ich denn ge,' nommen deHand zu voll?""!— „Still, Dowid, ich bin noch nich zu End:I Du siehst zwei Leute, der eine wirft en Luggerdohr io'- Iklare Wasidr, und der andere wirft 'ne Handvoll in en Abtritt, Du gehst in dakalte Wasser und in danasse Wasser und holst den Luggerdohr audem Wasser, und ejr ist blank und er ist rein, Du gehst m den Abtritt Und holst de Randvoll rau-, und de Leute wenden sich von Dlr ad, dem eist en Gestank in ihre Nasen. — Der Pömüffelskop» bat Dir geworfen de Lug» gerbohrin den Adrrir." — „„Nu. se riechen nich."" — „Wenn s« de Menschen mch riechen, so stinken se zum Himmel: aber se Menschen riechen se auch, daheißt, wasind ehrliche Menschen; aber de P-müffel-kvpp und de Notorpussen, de. riechen se nich, denn vor sie. ist'der Gestank Myrrhen und Weil rauch." Dowid wull wat seggen, dünn würd an de H >- dör kloppt. — „ „Wall-?"" frog Dowid. — De DU wa- ^still; dünn mürp nochmal düller kloppt. — „D »wid, geh hin, mach auf de Thür. — „„Ru? zu dieser «Zzait?"" — Dowid, mach auf! Alich war jung un l in gegangen mit en Packen auf dem Land, Hab ich geklojpt oft an de Thür, un sie haben mir gemacht, auf de Thur, un bin ich geworden alt un steh auch vor'ne.Thüi un werde kloppen an, un der Gott Abrahamwird sac eN: laßt.en rein, ei- »n Mensch! Dieiauch en Mensch. — Mach die Thür auf, Dowid!" — Dowid gunun Hawermann. kämm in de Dör. — „Gott- Wunder!" rep de Oll, „der Entspekter!" — „„Ja, Mose-, Sri möten't nich äwelnemen; äwer ik kann nich anner-, ik möt Sei ir 'ue'Ssk uaner wir Ogen .spreken.""—„Dowid, geh rau«!" — Dowid makte en sur Ge» /sicht, gung äwer —: 'S hilft u li nicht-," säd Mose-, er steht doch an de Thür un horcht." -r- „ „Dar iS egal, Mose-, hir kann ik Sei doch nich sez zew, wat ik will. — Können Sei woll mit mi arah Minen Hus kamen?" " — „Hawermaan, ich bin ein alter Mann." — „„Ach Gott, ja! bat «eit ik; äwer de Luft ibuten warm, de Mahn i» all upgahn; ik will. Sei in dm Arm nemen; ja, Moseik will Sei dragen^ wenn Sei't verlangen."" — „Nu, waidenn?" —f „ „ Mos--, ik kann Sei't hir nich seggen, Sei möten mit ehr ^igen Uhren hüren, mit ehr eigen Ogen selyn. — Sei kpaen en gaode- Mark stiften."" — „Haweftnann, Sie sind ,n ehrlicher Mann,