Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 12 (1865)
- Issue
- 19 (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksblatt •Beldörung unö Unterhattung aus jüdischem HeKiele. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig PhiÜPPfon in Sotii n. jmi9.|1865J Bo» diel er Zeiilibrift rrlchetal wö<be»tli«d eine Nummer. Prei« de« Zab» gaag» i Thlr. Bieruli-bri» 7 % Sigr. Alle Buchhandlung««. Potzpmrer und AelrungsexvedNionen nehmen Bestellungen an. ^12. ZMg. 1. HusrtsI.H > Eine Perle. Hol' die Perle au» dem Meere Licht und klar. Birg' an deiner Brust sie sicher Zmmerdar,; Au» dem Meere der Gedanken I Eine Perle/ AUS dem Wellenschlag de». Herzen» > Eine Perl«! Halt sie fest, ob auch He Woge! De» Geschicke» Um da» scharfe Riff dich schleudert Deine» Glücke», . Ob du in de- Geiste» Tiefen Riederfiakst, . Und de» Zweifel» ßittie Salzfluch Schauernd trinkst: Immer strahlt da» Licht dir wieder Auder Perle — Darum für da» ganze Leben Eine Perle! Aus deu „Ollen Lamellen." Zu den reichsten Blüthen..demütigsten deutschen Litt» ratur gehören die im mecklenburgischen Dialekt geschriebenen „Ollen Kamellen" von Fritz Reuker, welche mit einer tiefen Sentimentalität eine außerordentliche Leden-wahrheit, mit der ganzen Naivetät de» Volk-thümlichen eine feine Beod» achtung in große» und kleinen Zügen verbinden. Unter dem Titel „Ut mine Slromtid" wird die Leden-grschichte eine» Oekonomen erzählt, in welcher auch eia Jude «in« Rolle nutspielt, und heben wir hier zum Ergötzen unsrer Leser, so wie zur Anregung, da» Werk' selbst zur Hand zu nehme«, die betreffenden Scene« herau». Reuter schreibt den Dialekt so, daß man sich sehr-leicht in denselben hin» einfinde« und ihn gut verstehen kann. Eine Uebertragung in da» Hochdeutsche würde aber den besten Schmelz verwischen. Hawermann, ein tüchtiger und. grundbraver Oekonom au» dem Mecklenburgischen hatte in Pommern. ein Gütchen von dessen Besitzer, einem Jugendbekannten, gepachtet. Dieser ader, Namen» Pomuchel»kopp, hatte den Pachter dermaßen betrogen, daß er trotz angestrengtester Arbeit und bester Wirth, schaft zu Grunde ging, die Pacht aufgeben und Alle» verkaufen mußte, ohne zahlen konnte. Zu und hinterließ ihm daß er alle seine Schulden damit de, gleicher Zeit starb ihm sein treue» Weib in zweijährige» Töchterchen. Mit vre» ser wanderte er nac) seiner Heimath zurück, wo er ein bessere» Loo» finden dem Kammerrath vo der Pastor Behren» auf ihm: er war sollte. Er wurde Gul»inspektor bei n Rambow, und fein Töchterchen nahm in sein Hau». Aber noch Ein» lastete dem Juden Moses &00 Thaler nedst Zinsen schuldig, und mit diesem hatte er nun, bevor er sein Amt antrete, sich au» einanderzu setzen. Hawermann führe (fuhr) nach lkahnstfidt. tau Molessen. Mose» wäre Fävtigen, hei hadd en groleö (lau» smarte Ogenbranm, obfchonst sin Kapp en vulle» Ogenled un düstere Wimen Mann hoch in ke» Og unner starke all dinah witt wa» pem gewen «m en laschin von Sachtmäudigkeit; hei wa» middelgroi un von ler was en beten von sinen Griff. Zpstunn, denn grep Rockrasch un fckt'te Hosi, dar ffi em 11« behaglich« Dülligkeit, sin« linke Schul» Hoger a» sine rechte, un bat kämm Wenn hei nämlich von sinen Staul hei mit de linke Hand in sine linke sik unnerwart» den Hvfivquedder in de inksch nich dalgliden (hinunkergleiten) füll,, denn hei drpj man einen Hosendräger up de.rechte, Eid.— „Woßu?" säd. hei tau sin Blümchen, wenn sei em tau den rweiten Hosenträger bereden null, ,,a» ich^ war jung und war arm und hatte kein Geld, Hab ich ge» macht Geschäfte mii einem Hosenträger und habe gefreit um de Dlümche mit einem Hosenträger, nu daß ich bin alt und bin raich stnd habe Geld und habe de Blümche, woßu brauch ich denn ßwai Hosenträger?" Un denn strakte hei sin Blümchen ejn» äwer, grep in de linke Rocktasch UN gung weder an'i Geschäfts A» Hawermann di em rin kämm, sprung hei up: „Wahrhaftigen Gol!t! Wahrhaftigen Gott, '»ist der Hawermann! — Had^ ich Dir nich immer gesagt," wennte hei sik an sinen Sä^n Dowid, „der Hawermann i» gut, der 'Hawermann!» en ehrlicher Mann."— „ „Ja Mose»,"" säd Hawermann, „„ihr!ichwoll — fit»«..."" — „Steh auf, Dowrd, laß Herr Hawermannen sitzen, hier bei mir sitzen, Herr Hawermann bi t mir wa» zu sagen, und ich Hab Herr Hawermann wa» gtl sagen. — Siehst Du?" wendre hei sik an feinen Sahn soll mich melden de Dowid, wa» hast Du gesagt? Ich die preußschen Gerichten. Wa» had ich gesagt? Ich wer» mich doch nich melden bei die preuß» schen Gerichten; Herr Hawermann i» en ehrlicher Mann. Ich Hab mich einm tl gemellt, e» war in 'ner Sach' mit <u preußschen .Kaan« baten, a» ich had' gemahnt den Kerl,