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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 5 (1865) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
5 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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20 r^-a ovn 126 ->i2v ,n-:®* ®b® i:mn b*1)! yror ®i® Auf dreizehn setz» MaimouideS die Zahl der Grund» priacipiea uufer« Glaubens fest (o^xza"'), und obwohl I dieser Einrheilung jederzeit widersprochen wurde, wurde sie dennoch allgemein angenommen und fand sogar ihren Weg in das Gebetbuch (7*04,0 *:ee und das Loblied bia*). Die sieden ErkläcungSarten, welch» Hillel brr Aeltere vorschlug, wurden von der Schule des R. Jsmael auf dreizehn erweitert (ona rt-vr: rrvr.-t® nivoa"*). und diese bäht har sters den Vorzug bewahrt. Die groß» Wichtigkeit dieser ErläuterungSwege für die gesetzlich« Besprechung deS SchriftterleS sind bekannt. Und welcher Tag ist heiliger, entscheidender im Leben , de« Israelitenals der, an welchem er — noch Bollen- , düng des dreizehnten Lebensjahres — religiös volljährig j wirb, die Verantwortlichkeit für seine Haadlimgen selbst > übernimmt, den Glauben bekennt, den er zu befolgen verspricht, zur Ausübung jeder religiösen Pflicht zugelassen, aufgenonlmen und zu ihrem Theilnehmer gemacht wird? heiliger alS jener Tage, an welchem die Religion, indem sie ihn moralisch emancipirr, ihm zuzurufen scheint: „Ich setze Krone und Kopfbinde.auf Dein Haupt"? Die Schaltjahre bestehen aus dreizehn Monaten, und der dreizehnte ist gewiß von kein» schlechten Vorbedeutung, da auf ihn in solchen Jahren daS fröhlichste, hei erste, votkSthümlichste unsrer Feste fällt, „der Tag deS Schmause» und der Lust,", wie ihn bas Buch Esther nennt (9, 17. 22), an welchem die merkwürdig, Errettung unserer Marion aus völligem Untergänge gefeiert wird. Und eS war gerade der dreizehnte Tag jene» Monat» , -baß die angegriffenen Juden nach de« Rechte der Nothwehr zu Angreifern wurden und diejenige», denen zuerst ihre Ausrottung aufgerragen worben, nach dem verän* decken Befehle des persischen Herrscher» sie unterstützen sollten, den Angriff zurück«uschlagen und zu bestrafen. „An dem Tage," so lesen wir in dem oben citirlen Buche (9,1), „an welchem die Feinde der Juden dieselben ift ihrer Hand zu haben hofften, ereignete ,S sich vielmehr, daß die Juden ihr« Feinde in ihrer Gewalt hatte«." Also der dreizehnte Tag dcS zwölften und bisweilen des dreizehttren Monat» erinpert unS an jenen Tag, der einst für die Juden sich umwandelte „aus einem traurigen in einen heitern, aus einem kummervollen in einen festlichen" (idib. B. 22). Dreizehn Mal, bemerken die Rabbiner», rrrkeilre Gott Abraham da» Berfvcechen seine» Bündnisse»', al» er, um dasselbe zu besiegeln, ihm die Vorschrift wegen der Be» schneidung gab *). *; .5. Tic ielgend« Rot«.! *)r*n*na rr-®y ®b® rrb* m*a: p» irfcvah r»o tSchadbalh 132. a.). Aus diese stelle scheinen chir i.die Gelrhrlen werden über den Send meiner Hypothese jrntschriden) die oben citirten Worte ®b® n*ia 12s 'TDT aozuspielen, die ich üben'eyen möchte: „Gedenke für un« de» Bundes, den du mit Abraham geschlossen und dreizehn Mal Wiederholt hast." Tieie Uebersetzung würde besser, al« die gewöhnliche, dem bestau- Sndlich gebrauchten die Rabbinen die Zahl „dreizehn" al» unbestimmte Zahl in derselben Art, wie die h. Schrift di, heilige Zahl „sieden." Der rabbinifche Au-druck „dreizehn Mal gesichtet" entspricht — zum Beispiel — dem biblischen: „sieden Mal gereinigt" (Spr. Sal. 12. 7).') Und so hoffe ich, bei meinen GlandenSgeaoffen die so gefürchtete Zahl Dreizehn wieder zu Ehren gebracht zu haben. 1,. Hella Torre. *) Ebenso wurden die von der h. Schrift vorgeschriebrnen sieben Hauptfesttage de» ganzen Jahre« durch Hinzufügung der zweiten Festtage zu dreizehn erweitert. Die Redaktion. digen Gebrauche der Rabbiner entsprechen, einen gegebenen An», druck in immer verschiedenem Sinne zu wiederholen. Möge unter vielen folgendes Beispiel genügen: "m« «a* twwea O'TUca O'-VH«? Menachoth 53 a); man könnte dieser Anführung noch viele ähnlich« zur Seite stellen. Ueberdieß paßt der Name „Bund" oder „Vertrag" nicht gut für die dreizehn göttlichen Eigenschaften, die, wenn ich mich ^recht erinnere, niemals so genannt wurden. Anekdote. (Au» dem Kladderadatsch-Kalender für 1865.) Blümche (in der Eoudirorei). Sie, Fräulein, ich habe zwar .Appeltuchen bestellt; aber ich bitte, nehmen Sie'n ßurück, nx\b geben Sie mir'n Liqweur dafür. <E» geschieht; Bl.ümwe trinkt und will fortgehen.) Fraulein^rufk). Mein Herr! Ich bitte um da» Gelb für den Llqueur. Blümche. Wie heißt? Davor had' ich Ihnen doch den Appelkuchen gegeben? Fräulein. Ja! Der ist aber auch no^h nicht bezahlt! Blümche. Nu, Hab' ich ihn venn gegessen? Allgemein« Zeitung de» Judenthum«. No. 4. 1865. Inhalt: Leitende Artikel: Ueber hie jüngsten Beweguugen im Judenthume. ^Fortsetzung.) — Sollen Witwen zu den Gemeindesteuern hecangezogen werden? — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Vom Harze,Frankfun a,'M. Preußen: Berlin, Berlin, Thorn, Gleiwitz, Au» dem Posemchen. Oesterreichischer Sapserstaat: Wien, S. A. Ujhely, Pesth, Agram. Frankreich: Pari«. «Tor re spenden;: Jüdische Briefe von Albert Lohn. VI. LL^ -Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich \ Thaler. . Verainvorllitber Redacreur: K. Fritzsche. Verlag von VaU«g»rt,rrj« Buchhanrlnng i» Üeipjig. — Znttf von «* Nreysi ng in ««i^ig

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