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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 3 (1865) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
3 (1865)
Date
1865-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. 4 Zur! •Belefjrunq uni) Unterhaltung auf jüdischem Zehiele. Heraus^cgeNe» voa Rabbiner vr. Ludwig Philippsou in'Bonn. r Mo. 3. |865J ——M--- Von bittet Arrlirdrite nfAtiat »eibtntli* eine Kummer. Prei« btt Jahrgang« l Thtr. VieneljShris 7 v Rgr. HUt Bn«bha»HI»»gcn. Pvstä»»r und gti»un»«tr»tbitiontn nthmrq Btfttllunat» an. fl 2. A-ürg. 1. «Quartal.] Sprüche der Enkel. 12. Genuß und Borlheil sind die stärksten Bande, welch« bi« Menschen aneinander fesseln, für die meisten — die einzigen. > 13. Daß et wahrhaft hochherziges ihrer selbst vergessende, durchkiärte Snlen gibt — zweifle nicht daran — aber sie sind sehr selten. Ader auch diese wenigen geben schon Zeugniß genug. 14. Wenig Feuer zündet, wenig Licht leuchtet schon — von den Geringen geht oft Großes aut, von den Schwachen starke Thal — aber die eS vermöchten, thun es oft nicht. 13. Was aufeuriger Seele kommt, zündet überall — was aukalter Berechnung, schlägt nur geringe Wurzel. 18. Ader den Schwärmer fürchte! Er siebt verkehrt, verwechselt Licht! und Schatten, und was er thut, erdrückt und verzehrt,! statt aufzurichten und zu nähren. Widerspricht die Bewohnbarkeit der Gestirne den Aussprüche» der h. Schrift? Ein LesMbiese- Plattes sprach sich gegen uns brieflich> über das Znferesse aus, welches ihm der in No. 32 enthaltene Aufsatz „über di« Bewohnbarkeit der Gestirne" eingeflößt habe, und verlangt von uns nur noch ein« Antwort auf die Frage, ob die h. Schrift auch wirklich mit den darin ausgestellten Ansichten üdereinstimm«? Zugleich gibt er das Bedenken zu erkennen, ob der darin geschilderte Zustand auf her Erde, der dem Menschen so viele Uebelstände und Mühen, Kämpfe und Arbeiten verursache, nicht der von der h. Schrift, der Schöpfung zugeschrjebenen Dollkommenhlrit widerspreche? Wir wollen >diese Fragen zu deanlworlsn suchen und zwar die letztere zuerst. Wir hadtn schon darauf aufmerksam gemacht, daß die Vollkommenheit, welche bas h. Wort der göttlichen Schöpfung zuschreidt, absolut nur vonldem.Universum, voa der ganzen Schöpfung gemeint sei, von den einzelnen großen und kleinen Geschöpfen aber nur relativ „nach ihrer Art," nach ihrem Zwecke und ihrer Bestimmung. Sind doch jene Uebelstäpbe auf der Erde auch nur relativ d. h. für den Mensche» da, während sie nothwendig zur Oetonomie der Erde gehören. Ader wir wollen uns bei dieser allgegemeinen Exegese nicht beruhigen, sondern unsrem Briefsteller einfach in Erinnerung bringen, was er übersehe» hat, nämlich daß es 1 Mos. 3, 17. heißt: „So sei ver- - flucht der Erdboden veinethaldea, mlt Beschwerde sollst du J von ihm essen alle Tag« deines Lebens, und Dorn und Distel soll er dir sprießen lassen u. f. w. Mit deutlicheren Worten könnte die h. Schrift nicht anerkennen, daß di» Hrde jetzt so beschaffen fei, daß sie für den Menschen lehr Ungünstige Eigenschaften und Zustände habe, daß er-^lur mit schwerer Arbeit ihr di« Befriedigung seiner Bedürfnisse «ptringt und den Kampf mit den Elementen immerfort zst bestehen hat. Mehr sagt unser Astronom auch ni$£- Wie aber unter der Leitung Gottes alles, auch bas scheinbar Nachtheilige zum Segen gereicht, so dürfen wir nicht rnrgessen, daß"auch dieses mühevolle und kampfreiche Leben fsir bre Entwickelung des Mrnscheageistes von außerorderullchem Dortheile ist. Würbe er in den Zustand einer leichten r^nd sicheren Befriedigung aller seiner Bedürfnisse tfntcj ihn ewig anlächelnden Natur versetzt sein, wie wenige l^ssung hätte sein Geist, sich anzustreagen, seluen Scharfe flnn. Mittel zur Abhilfe und Erleichterung zu finden, zu üben und Schutz und Abwehr sich zu gewinnen. Wie Unentwickelt bliebe seine Gefühlswelt, wenn ihm alle die Empfindungen der Schrecken, Angst, Sorge, Täuschung erspart wären und in der dauernden Ruhe auch die Gefühlt des Genüsse-, der Befriedigung, des Sieges, dre Pflichterfüllung ihm nur selten und schwach kämen. Wohl »kennt daher die h. Schrift an: „Har der Mensch nicht Dienst auf Erden? sind wie Löhners Tage seinfTage nicht? Gleich bAn Knechte schmachtet er nach Schatten, gleich dem Löhner harrt er seine- Lohnes." Die h. Schrift und der Astronom ßimmttt, also völlig überein. Kommen wir abev nun zur Hauptfrage. Doch sprechen wir unerst noch im allgemeinen aus. Das h. Wort richtet sich Äderall an Menschen und will diesen klar und verständlich sein; erichtet sich noch dazu an Maschen dehohen AlterlhumS, welche eS tief ergreifen» vom Heihentbünre, welchem alle Völker verfallen waren, lä-reißen und zucWahrheit und zum Rechte führe» wollte. Dazu mußte ,S eben klar und verständlich fern, wenn es niese unermeßliche Wirkung hervorbringea sollte. Es wäre I^aher eine völlig ungereimte Forderung, daß die h. Schrift in der Sprache der wissenschaftlichen Ergebnisse und der Philosophie unsrer Zeit sich au-dräcken sollte.. Wählte sie naher doch selbst wo sie von Gott spricht; ^Uiele bildliche Und dem sttenfchlichen Wesen entlehne« (anthropostrorphistlfche) AuSbrückf, voa deaen der jetzige Mensch adsehen und den fahren Pedankeuknhalt erfasse« wirb. Wo sie daher von der Natur und vo» natürlichen Dingen spricht, will sie Uns die großen Schöpftrgedaatea GotteS> die weist

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