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Jüdisches Volksblatt · 1865-01-01 · 2 (1865) · p. Seite 8

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
12 (1865)
Issue
2 (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 8 (sequence 4)
Language
German
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8 feinte Sauft uns tmfftaoifdjm Wirksamkeit zus> mmenhangt. I Ader daß da- Epiphanienfest in dieser Bedeut «ng und im Zusammenhänge mir dem Tage und dem Au treten der 3 ' Könige von den orientalischen und das Wehnacht-- all1 Geburt-fest von den occibentalifchen Christen ge eiert worden, j «st unhistorisch. Vielmehr spricht der geradezu jüdische! Ursprung auch dechristlichen Weihnacht-feste- und dessen Anlehnung an da-Chanutkahfest für dieEntstet ung desselben im Orient, wo gleich den anderen auch dieser jüdische Fest von den Judenchristen forrgefeiert wurde, dman auch ' diesem Sparer wie den Übrigen Festen willküi ich ein« specifisch christliche Bedeutung unrerlcgte, und zr >ar die schon lang gesuchte Anlehnung an die Geburt Chr sti. Oer Tag der Geburt Jesu nämlich na: unbekannt; man lehnte daher die Feier desselben an der Festlag de- | 25sten Kt-lev, den Tag de- ChanutkahfesteS. Da KiSlev dem Wonar Decemder entspricht, der Art, daß sich oft beide vollständig decken, so setzte man demnach dafür den 25sten Decemder fest. Auch die Namen „ Weihnachten", und „Cbanukkab" sind entsprechend, denn au h.diese-Dort heißt „Weihe" und da- Fest war ein Weih, fest, dem An-' Senken an die Wiedereinweikung dedur k griechischen Götzendienst verunreinigten Tempelgewidmet. Auch fallt die Feier de- Cbanukkahfestes hauptsächlich n die Nachtzeit, also ebenfall- „Weih r nachten". W« bnachlen soll auch wohl die Mehrzahl andeuren. wie ja ^uch die Feier dev Cdanukkabfestemehrere (8) Nachte hindurch dauert. Ob nicht die Weihnachtsfeier, ursprünglich ebenfalls eine Oktave b. h. eine Achttägige Feier war, hizum'Neujahr-feste hin sich erstreckend, wissen wir nichts aber ewill unwahrscheinlich dünken. Vielleicht setzte man gerade deshalb den Anfang de- „Neuen Jahres" dahin, indem man von da ad, nach Beendigung de- Festezum Andenken au die Geburt Christi, annng anno 1 zu zahlen. Auch als Lichter- und Kinderfest erschemen die Weihnachten ein heute noch gerade so . bei den Christen, »ie Chanutkah bei den Juden. Selbst der Weihnacht-baum. erinnert an die jüdische Menorrll (Leuchter), deren Gestalt mit Schaft, Aesten, Kno-pen und Blulhen einen Baum bvrstellen sollte. Emag hier nicht der Ort für solche frechdareige Untersuchungen sein, und den Lestrn dieser Blafter liegen sie sicherlich auch mehr oder weniger fern. Jndeß läßt sich nicht leugnen, daß der Gegensatz der christlichen Feste auch ein verdeutlichende- Licht auf unsre eigenen jüdischen wirft. > Und auf dachristliche Weihnacht-fest hinzubeulen, mag um so gerechrfertl'gter erscheinen, alenochlgar viele unter uns Juden gibt, welche in Verblendung obir Gedankenlosigkeit mir neidischem Auge auf diese- Hinblicken und trotz 7«^' welchesie mit Bewußtsein ^au-rufen und ihre Kinder lehren, nicht Chanuktah, aber, wohl „Weihnachten" mir ihnen und für sie feiern. Nun begreife man die Narrheit solcher^ welche „au- 'ihrem eigenen Häufe, au-ziehen, um im fremden zur Miekhe zu wobnen". Alrzv, vcr dem Chanuttahfesie 5625. Or. Rothschild, Rabbiner. Drei Blicke. Abot, 3. 1. Woher eS komme, .ward ein frommer Mann gefragt, Daß ec in aller Noth stetbleibe unverzagt. Ich nehme, sprach er da, der Augen wohl in Acht, In meinen Augen liegt mir meine- Glücke- Macht. Sobald der Morgen sich dem Blicke aufgethan, So fangt der Augen Pflicht vor allen Pflichten au. Zum Himmel heb' ich sie empor und sage mir: Hier ist, und einzig hier, de- Leben- Ziel und Zier. Zum zweiten lenk' ich sie zur Erde und bedenke, Wie klein der Raum, worein den Leib man einstensenke. Zum dritten blick ich ringum mich und nehme wahr So manchen, der noch schwebt'in größter Noth und Fahr. So leb' ich fort, so lang die Augen mir noch treu. Und preise Gott und mein Geschick alltäglich neu. O. S urermeister. Notizen. Lerl Vertag von Siaatjin Man schreibt au- Prag vom 16. Dec: „Vor kurzem hakte ich Gelegenheit, hier einen protestantischen Geistlichen auf der Kanzel zu hören. Die in dieser Predigt vorwalttnte Toleranz ist hervorhebcn-wcrtb. Er sagte unter anderen: „Das mir Abraham beginnende Jukenthum ist die Wurzel, dain seinen Nachkommen entwickelte Judemhum der Stamm, die Zweige, die Blatter sind da- Christenlhum, da» Ganze aber ist der Baum der Ertennmiß. Sehr geistreich und wahr — äußerte er sich weiter — sagte jüngst ein hiesiger Rabbiner in einer s iner Predigten, daß ewohl eine alleinseligmachende Rebzion, nimmermehr aber eine alleinseligmachend« Form gak e, und ich stimme ihm vom Herzen bei. Die Kirche macht nicht selig, da- Gotteshaus macht nicht selig, die Religion macht selig! (Wir haben in der Gegenwart leider! so oft von intoleranten Au-lassungen zu sprechen, daß euns höchst willkommen ist, einmal da- Beispiel de- Gegentheilanführen zu können.) Anekdote. (Audenk Kladderadatsch-Kalender für 1865.) \ Meyer. Comnieni, Monsieur, wie gefallt Ihnen meine Tochter i Jules. 0! Eile c$( bien in ise. Allgemeine Zeitung des Zudenlhums. Re. 1. lifo. Inhalt: Leitende Artikel: Der Geist des Iudentbumin 'einen Gebeten nach den verschiedenen Zeitaltern. — lieber die jüngsten Bewegungen im Zudemhume. — Literarischer Woche«, bericht. — ZeitungSnachzächlen: De utfchland: Unterfranken. Preußen: BreSlaH Ben der Elbe. Oesterreichischer «aiserstaak: Venedig, Aus dem Tokayergebirge, Pesth, Ober- Ungarn. Fraulich: Paris. Schwei;: Bern. Italien:' Reggio, Rom. T onaufürsten thiime r: Zasiy. Amerika: Evauswill. lif Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Bucbhaudlung. oafcrli* 3 Tbaler. vierteljährlich /. Thaler. Ntwcrtlicher Redakteur: M. Fritzscke. r » VuSrantlung in - lru<? vcn <H. 9r :r i~fl in

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