Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 52 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Heut«!gilt eS, zu befreien VitterEadt und Vaterland; Die Geschicke von Millionen Liegen! heut' in deiner Hand. Holofernes, tief i» Schlafe Liegt kr, eisern festgebannt; Aug' Judit!' 'lauschet, lauschet, lauschet. uud Ohr nach ihm^ewaadt. Ueber > seinem Haupte schwebet Scharfes Schwert, das in der Schlacht Allen,' .die ihm widerstanden. Vielen schon den Tod gebracht. Zuditj» .zittert; sie erhebt sich; Ha! her Athem stockt ihr schier; Sie sthaut um sich, sie ermannt sich, Denn! kein Wächter ist jetzt hier. Abra draußen vor dem Zelte Wartet, bis ihr Judith naht; Wartet, dis sie beide lenken Nach der Heimalh ihren Pfad. Draußen hält sie schon bereiter Jenech Sack und jene Haut, Darin Wein und Speise waren, Darapf sie den Plan gebaut.!, Abra kommt, mit starken Wassern Reibt sie Judith'S Schläfe eia. — Zwei Minuten — lange Stunden — Schwebet sie in Angst und Pein. Freude! Freude! Sie erwachet! — „Birg das Haupt in'- Ziegenfell! I : „Laß uns gehen, laß uns eilen, \ > „Laß uns fliehen von der Stell''! ' . { Und sie lenken ihre Schritte Ungestört durchs Lager fort; I Die der Wachen sind gedanket j Durch de- Führers ernste- Wort: „Ungehindert soll sie wandern; „Durch die Zelle hin und her;! > »Wer es waget, sie zu halten, j »Fühle meine Rache schwer!" Krüh am Morgen, als die Sonne Lächelnd über Berge steigt, Haben beide wohlbehalten Ihr« Vaterstadt erreicht. . Kayserling. Anekdoten. , Judith betet; „Herr im Himmel! „Gib'mir Much und gib mir Kraft! „Wenn ich wanke, wenn ich fehle, „Wird dein Volk dahin gerafft! „Herr im Himmel! Nur noch Einmal „Lenk sicher meinen Streich! Fest ßefalket sind die Hände Und die Wange todtrndleich. Rasch! dann greift sie zu dem Schwerte, Hält! es in der'Rechten fest, Ihre Linke an den Busen, Krampfhaft an das Her; gepresst. Sekt! er schwirrt jetzt; seht! er fällt jetzt Nah ans Haupt, der blanke Stahl; Aus den Adern spritzt in Bogen j (Aus dem Kladderadatsch, Kalender für )ß65.) j Sie halten um meine zweite Tochter an: ich habe - ' aber doch noch meine älteste.- j Bei allen schätzenswercherrEigenschaften Ihres alteren ’ ' Fräuleins Tochter kann ich doch nicht — — | Hören Se 'mal, das geht nicht so, verstehen Se; wer I meine älteste Tochter nicht nehmen will, kriegt meine zweite auch nicht.! Nu, mein Sohn, wie gefallt Dir bas Tuch zu meinem l neuen Schubbiz? j Sehr scheen. i Chammer, Du besehst's doch aber auf de linke Seite! j Nu, ich kcieg's doch erscht, wenn es gewettd't wird. Seines Bluteschwarzer Strahl. Nur Ein Streich noch; nur Ein Schlag ao h — Und bas Haupt ist losgetrennt: Judith wanket — schaudert eisig; Jetzt'erst man da» Weib erkennt! — — „Abm, komme! Abra, eile! „Adoa, komm'! es ist vollbracht' „Abva, komme! — komme! — eile! — - „AbrU, komm'!-mir wird e- Nacht Allgemeine Leitung desZudenthumS. No.51. 1L64. -/ Inhalt: Leitende Artikel: Das Bedürfpiß. — I)er Talmudstreir in Wien. — Zerstreute Bemerkungen. — Lmrarischer Wochenbericht. — i Zeit ungSn ach richten:Deutschlanb:Münchea, Aus Baiern. Preußen: Berlin, Pasewalk, Bielefeld, Elbing, Berlin. Oesterreichs scher Kaiserstaat: AuS Ungarn, Pesth, Aubem Tokayergebirge. Fra nkreich: Paris Pari«. Großbritannien: Bradfort,London.Türkei:Konst-utiuopel. Donasfürsteuthümer: Macravliovca. Syrien: Aleppo. KZT Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler. 8mtsOMclS4 x Redakteur: G. Fritzfchr. Bertckg voo «ornjätiaet'l v«chh «Mng in — Druck von S. »revlivg io»L«ip»>g