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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 52 (1864) · p. Seite 207

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
52 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 207 (sequence 3)
Language
German
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I 207 — besteht, durch die Kürze ihrer Jahre und die gleiche Dauer ihrer respectiven Tage, schließlich durch eine analoge geographische Gestaltung und durch denselben Rang in der planetarischen Welt charakteristren wird. Für jede dieser Welten dieselbe Geschichte, dasselbe Aussehen, dieselben Bedingungen der Existenz and dieselbe Rolle im Universum. Die zweite Gruppe, eben auch von 4 Planeten gebildet, wird durch die eolossalen Dimensionen der Sphären, welche sie ausmachen, demerkenswerth sein, denn die kleinste dieser Sphären ist noch größer aldie 4 vorhergehenden Planeten zusammengenommen; sie wird sich auch durch die Anzahl der Trabanten au-zeichnen, welche diese Gestirne in ihren Höfen begleiten, durch die Langsamkeit ihrer jährlichen Umläufe und die Schnelligkeit ihrer Tage, und durch die Ueberlegenheit, welche ihnen ihre Wichtigkeit in den HimmelSbe« wegungen und ihre imponirende Majestät in dieser großartigen Region des Sonnenuniversums beigelegt haben. Vergleiches wir nun diese Planeten w!t einander, so ist die Erbe, wenn man die Planetoiden für einen Planeten zählt, der dritte auf neun, also weder durch Nähe noch durch Entfernung charakterlich, da sie beinah 3 Mal so weit als der Merkur und 36 Mal näher als der Neptun ist, und da sie auch nicht in der Mitte de.S angenommenen Radius vom Planetensystem liegt, denn dieser Punkt fällt zwischen die Bahn deS Saturn unddie des UranuS. Daraus haben wir zu schließen, daß. die Erde von diesem ersten Gesichtspunkte aus nicht vor den anderen Planeten ausgezeichnet ist. In Ansehung der Warme- und Lichtmenge, welche diese Sterne von der Sonne erhalten, werden wir, wissend, daß die Intensität einejeden von ihnen, bei allen sonst gleichen Umstanden, im umgekehrten Derhältniß berEntfernungen vÄriirt, und die Erde zum Vergleichungspunkl nehmend, finden, daß der Merkur 7 Mal mehr Licht und Warme alunser GlobuS, die VenuS 2 Mal mehr, der MarS um die Häflte weniger, die teleSkopifchen Planeten 7 Mal weniger, der Jupiter 27 Mal, der Saturn 9OMal, der Uranu« 363 Mal und der Neptun 1300 Mal weniger empfängt. Dieser einfache Ueberblick genügt, um uns zu lehren, daß der Erde auch unter diesem neuen Gesichtspunkte kein Vorzug geworben ist. In Anbetracht der Verhältnisse der Größen und Oberflächen, welche die Planeten unter sich unterscheiden, werden wir noch dieselbe Bemerkung machen, daß die Erde keineswegs besonders unter den andern Himmelskörpern begünstigt werden und daß sie weder der kleinste an Oberfläche, noch der mittelste, noch der umfangreichste ist. Während ihr mittler Durchmesser 1716 Meilen mißt, betragt der deS Saturn 15,7.69 und der des Jupiter beinahe 19,000 Meilen. Wenn wir nach der Vergleichung des Saturn und Jupiter mit unserer Kugel mit ihr die Sonne verglichen, so müßten wir feststellen, daß deren Durchmesser 192,608 Meilen und deren Oberfläche 115,522 Millionen Quadratmeilen gleich ist, so daß, wenn wir ikach unserem GlobuS, dessen Oberfläche von 9,282,060 Quadratmeilen beinahe 1 Milliarde 300 Millionen Menschen ernährt, urthiilen, die Sonne, deren Umfang 12,000 (genauer 12,557 sd. Ueberf.j) Mal so groß ist, 15,000 Milliarden Menschen ernähren könnte. Die bisherigen Schlußfolgerungen können a MNiori auf die Betrachtungen sich ausdehnen, welche wir über die planetarischen Volumen anstellen könnten. Kaum vermögen wir unS einen Begriff von der Hiesigen Welt deS Saturn zu machen, da wir wissen, daß 7100 Globen von der Größe der Erde, zu Einem verbunden, noch kein dem jenes Planeten gleiches Volumen geben wüjrden, ohne, selbst aufseine ungeheuren Ringe, noch auf fe^ne zahlreichen Trabanten Rücksicht genommen zu haben. Wie könnten wir sodann den körperlichen Inhalt de« Jupiterkn unser« Begriff« aufnehmen, der den unserer Erdj 1400 Mal übertrifft?' und den der Sonne, der an sich, selbst 1,400,000 Erdkugeln repräsentirt?! „Beim Anblick solcher Staunen erregenden Massen," ruft Fönte Nelle au-, „konnte man ha sich einbilden - daß alle 6i^fe grofrn Körper erschaffen worden wären, um nicht bewohnt zu sein, daß dieihr natürlicher Zustand fei und daß gerade zu Gunsten der Erde eine Ausnahme gemacht worden?" Die Dichtigkeiten der Planeten wollen wir in «inen Vergleich mit denjenigen der bekannten Stoffe bringen. So ist die Dichtigkeit der Sonm ein wenig größer al< .die drr Steinkohle, und die de- Merkur ein wenig geringer aldie de- Goldes. Die Dichtigkeit der Venu- und der Erd« ist gleich derjenigen de« MagaetelsenorydS; MarS ist gleich dem orientalischen Rubin; Jupiter ist etwa« schwerer als da« Eichenholz; Saturn bat da« Gewicht der Tanne; UranuS da« deS Holzessig« und jsteptun dader Buche. Wenn wjkr nun bemerken, daß, wenn die Dichtigkeit er Erde al«' Einheit angenommen wird, die schwächste (die de« Saturn) 1100 Mal geringer ^lnd die Mrkste (die de- Merkur) beinahe 3 Mal so beträchtlich ist, so werden wir wissen, daß der Erdball weder , die geringste, noch die mittlere, noch! die größte Dichtigkeit besitzt— E« folgt au« allen diesen Betrachtungen, daß die Erde keinen demerkbaren Borran g kn dem Sonnensysteme derArt hat, daß sie die allein bewohnte Welt fei/ und baß, astro no misch auSgedrückt, die anderen Planeten ebenso gut, wie sie, diSponirt sind, Sitze de- Leben« zu sein! (Schluß folgt.) ' i Judith., Vor kurzem erschienen: Die Sterne Israel«., Dr« Bilder au« dem Morgehlande voch Heinrich Kredell. (Mannheim, Schneider.) Wa« uv« in diesem poetischen Produkte ganz besonder« anspricht.>ast außer dem Inhalte und der meistens abgerundeten Form die vorurtheilSfreie Behandlung, welche der Dichter — ein Christ — anwender. Er läßt feine Sterne — Rul, Judith, Esther — in ungetrübtem Glanze leuchten und bält sich lediglich an den ihm. in den h. Schriften gebotenen Stoff, ohne Ungehörige« htNeinzubrlngen. Bei dem 3. Gedichte, Esther, hätten wir eine weitere Ausführung gewünscht. Wir wären geneigt, wenn der Raum e« gestattete, einig« Gesänge au« diesen lieblichen, der Frauenwelt' besten« empfohlenen Bildern al« Prob« hierher zu setzen, und wollen wir e« unnicht versagen, wenigsten« eines mitzuthe^len. Judith'« Thal. Judith! Judith! nicht gezittert! Nicht gewankt und nicht gezagt! Thal, die du begoinnen, Die du Kühnen Muth« gewagt. >

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