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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 51 (1864) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
51 (1864)
Date
1864-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. Zur i JSelefjruuij uni) Unterhaltung aus jüdisches Gebiete. Herau-gegebe» Don! Rabbiner Dt. Ludwig Philihpson in Bonn. Mo. 51. 1864.^ Kon tifcfcr ZriNLrtfl nfArint «5tbr»l!i«d eine Nummer. Preil dr« Iichr- ,ang« 1 Thtr. Bierreljahris 7 V- Ngr. BO» v»chhandl»»-rn. Potzä«ttr und Aeining«exv«d)tio»e» nehme» Bestellungen an. fll.IIakrg. 4. Quartal.] Zwei alte arabische Schriftsteller über Jerusalem. Da- 3. Heft der Zeitschrift der deutschen morgenländischrn Gesellschaft von diesem Jahre brachte von dem ge« lehrten göttingerPros. F.Rüstenfeld «inen interessanten Artikel mit derUederschrift: Jacut- Reisen, auseinem geogr. Wörterbuch« beschrieben, in welchem sich außer von diesem berühmten Geographen von einem noch ältern arabischen Schriftsteller höchst interessant« Beschreibungen von Jerusalem finden, die sehr viele neue beachten-werthe Moment« darbieten — und unter obiger Ueberfchrift im „Au-land" mit der Bemerkung wieder abgedruckt sind, daß dieselben eine historische Beleuchtung vorzüglich verdienen. — ES sind die Berichte über Jerusalem audieser Periode überhaupt nicht sehr zahlreich; aber die jüdische Literatur bietet außer dem bekannten Reisewerke de- Benjamin st« Tudela einen Brief de- R. Mose- Nouhmani, einejünger« Zeitgenossen de- Jacut, au- Jerusalem von dem Jahr« 1267 (S027jüd.Zeitrech.), der zu manchem Vergleichspunkte Anlaß gibt. Außerdem kann noch hieher bezogen werden da- Werk Kaflhor Wapferach von Estori Parchi, der 1313 nach dem heiligen Lande reiste. Doch ohne unin eine eingehende Besprechung dieser Werke einzulassen, genügt es blos für unser» Zweck, den Leser darauf rhingrwiefen zu haben — und wir lassen darum den Bericht der beiden arabischen Schriftsteller folgen. D. O. in Gr. B. Beschreibung de- Abu Abdallah Muhammed el Baschschari audem Jahre 378 Hedfchra (988 christlicher Zeitrechnung): Jerusalem hat eine mittlere Temperatur, nicht z« heiß und nicht zu kalt, selten fällt dort Schnee. Di« Häuser sind von Steinen erbaut, wie man sie.nicht schöner und eleganter sieht^ die Einwohner sind sehr gesittet, da- Leben ist dort höchst angenehm, die öffentlichen Plätze reinlich. Moscheen und Capellen sehr zahlreich, Früchte jeder Art und die allerentgegensetztesten Dinge sinder man dort zusammen, wie Citronen, Mandeln, Datteln, Nüsse, Feigen und Pisang. Mekka und Medina haben zwar durch dieKada und da- Prophetengrab einen Vorzug, aber am Tage der Auferstehung ziehen beide im Triumphe nach Jerusalem und diesevereint dann in sich alle Herrlichkeit. Jndeß hat eauch feine Schattenseiten: schon in der Thoras?) steht geschrieben: Jerusalem ist eine Schüssel von Gold, gefüllt mit Skorpionen. Man kann nicht- Unreinlicheresehen aldie Bäder in Jerusalem, nicht- Beschwerlicherealdie Zufuhrdahin, dazu kommt, daß hie Stadt wenig Gelehrte aufzuweisen hak, dagegen viele «Christen. Di« Abgabe« sind drückend, der Handel wirb von Angestellten beaufsichtigt. An den Thoren stehen Wachen, welche verhindern, daß man seine Maare» an einer andern Stelle au-bieten kann, davei geht «- aber wenig ehrlich zu, der Bedrückt« findet keine Hilfe, wer offen und Äerabe «st, hat seine Sorge, der Reiche wird beneidet, um de«r Fakih bekümmert man sich nicht, der Phtlolog bleibt unbekannt, mau sieht keinen geselligen Verein, hört keine öffent iche Vorlesung; Christen und Juden haben die Oberhand, Verfammlung-plätze und Moscheen bleiben leer. Die Stadl ist größer al-Medina, aber kleiner al- Mekka, sie ist rhiilam Berg mit Mau, ern, theildurch einen Graden befestigt und hat acht eiserne Thore: da- Zion-thoi, bad el nijja, bad el balat oder da« Steinpflasterchor, öab dschubd Jrmija, b. h. da- Thor am Jeremia-brunnen^ da- Siloa-Thor, da- Jericho-Thor, bab el «nur, da» Ämpelthor und bad mihrab Dawud, da« Thor von Davids Saal. Wasser ist dort reichlich, fas^ jedes Hauhat ein«, zwei oderl drei Cisternen, je nachdem es groß oder klein ist. Man har auch ein Wadi abgeschlossen, so daß zwei Teiche entstanden sind, in denen sich im Winter da» Wasser auden Bachen sammelt, und darausind Kanäle nach der Stadt gezogen, die da- Wasser im Frühjahr in die Cisternen der Moschee und nach andern Stellen leiten. — Die Moschee el Aksa liegt auf dem höchsten Punkte der Stadt im Sübost, der Grund dazu ist von David gelegt; die Läng« der harten, außen glatt behauenen Steine.beträgt 10 Ellen, darauf hatte Abd el Malik mit 'leinen schönen Greinen aufgebaut!, aber unter den Abdaswen kam ein Erdbeben und zerstörte oen Theil, wo die Kanzel steht, und alder damalige iKhajif hiervon Kennmiß erhielt und die Moschee eben so wieder Herstellen wollte, w e sie gewesen war, erwiderte man ihm: Sachte nur! Idazu bist du nicht im Stande. Er schrieb nun an Heine Emire und Feldherren und befa(>(; daß jeder von ihnen eine Halle bauen solle, und sie bauttn auch fester und dicker, alegewesen war; aber danette Stück ist dußch die mit Gpps überzogenen Säulen kenntlich, während daalte ap-Marmorsäulen besteht. Sie «deckte Halle! hat 26 Thore, eine-, der Kanzel gegenüber,^veißl dag^oße eherne Thor; es ist mit übergoldetem Mesflngsblech beschlagen und den Flügel kann nur ein sehr starkes Mann öffnen. Zur Rechten davon sind sieben große Thor«, damittelste mit Goldblättchen belegt, zur Linke« ebenso viel und nach Ostm-11 Thore ohne Verzierung. Die Moschee hat 13 Eingänge mit

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