Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 46 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 184 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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184 StrafnoU</von Uabinowitsch erhielt (abgedr^ckt im Iahe buche fite die Geschichte der Juden, 1. Band, Äipz- 1860.), ward demselben Zwecke zugewendet. Zm Frühjahr 1860 erschienen zu Krankfftrt a/M. di» Sabdath- und Festreden der um die Sache (et Erziehung hochverdienten Frau Baronin Louise von Rothschild in Zost'S meisterhafter Urbertragung. Diese Rehen waren in der londoner MLdchenfreischule zu Bell Lane 18-8 zu London in englischer Sprache veröf entlicht worden. Wie ich bereitin meiner Recension üt er die deutsche Ausgabe (in Stein'- Freitagabend, 1860, Hervorgehoden, so war die» eine weitere gl von unsere- Freunde- Uneigennützigkeit und S. 91. ff.) nzeade That von seinem frommen Eifer für feine „Kinder," denn «tn Theil der Auflage ward von der trefflichen Verfasserin dem Frauenverein überwiesen und zu seinem Vortheile virkauft. Sein Bemühen für die Wohlfahrt dieser Mädchen erstreckte sich noch weit über die Pforte der Erziehungsanstalt hinaus. Ec war bestrebt, ihnen nach ihrem Austritte angemessene Stellen als Gouvecnantn nens, Haushälterinnen und dgl. zu verschaffen, und e: erlebte die. Freude, daß mehrere derselben, durch ihn n behagliche Stellungen versetzt, nunmehr ihrerseits Wohltäterinnen de- Institutwurden. Kein Vater kann mit ti euerer Theilnahme über das Wohl seiner fernen Kinder wachen, al» er für das Gedeihen seiner Mündel in veiter Ferne besorgt war. Er unterhielt zu diesem End! einen auSgebreitetrn Briefwechsel nach den fernsten (Hegenden; ja selbst bis über das Meer folgte ihnen fein Alge voll Antheil und sein Gruß voll Segen. (Firts. folgt.) Aus dem Gerichtssaale der» 9M Zur Warnung!! Wien, 1. October. (Presse.) Zn jüdischen Cultu-gemeind« zu K. herrschen sei: arge Feindseligkeiten. Vier jüdische Familie)» vor etwa zwei Jahren in dem Orte angesiedel seit dieser Zeit «inen fortwährenden Krieg langer« Zeit in dem Orte ansässigen Zudenf« letzteren haben auf ihre eigenen Kosten «in. Be; der und besolden ihren eigenen Lehrer und nun die vier neuen Familien einzogen^ glaub sie keinenAllstand nahmen, die bereitvorhan tungen, insbesondere da- BethauS zu benützen, geneigt feien, die MonakSbeitrage, dir zur Synagoge und zur Besoldung de- Lehrerbeterfestgesetzt wurden, zu leisten. Allein Grmeindeglieder tauschten sich. Die vier ne» so berichtet man un-, nahmen gleich von v kriegerische Haltung an, sie gingen, alder n Vorstand gewählt wurde, audem Saafe fort. Thüren zu und unterschrieben da- Dahlprö. Z» ihrem passivem Widerstande weiter ließen sie eauch, di« monatlichen Beiträge die älveren Familien mußten alle Lasten autragen. Allein dawar noch Nicht alles. Schoße der einiger Zeit haben sich und führen en die schon chmilien. Die ■ haugegrün--! rdetrr. Al» : te man, da! enenEinrichdaß sie auch! Erhaltung der I de» Borl die älteren en Familien, l rnherrin eine < « Gemeindeschlugen die nicht, unterleisten, und l igenem Sacke Die Neuen »nd 'i'koll 8« hend, r > singen nun auch an activ einzutreten. E» war nämlich, wiein allen Landgemeinden, auch in der Synagoge zu K. Brauch, gewisse gotte-dienstliche Functionen, B. da- Au-Heben der Thora auder Bunde-labe, da- Bekleiden derselben mit dem Schilde und der Krone, mit dem gvld, gestickten Mäntelchen, zu versteigem und dann den Meistbietenden mit dieser Function zu betrauen. Da- Ertraguiß dieser Versteigerungen diente gleichfalls zu Cultu-zwecken. Wathaten nun die Neuen? Allwochintlich erstanden sie systematisch die fämmtlichen gotteSdiesistlichm Functionen, und sie standen nicht an, dafür die höchsten Preise zu — bieten, in der That aber nur zu bieten; denn sie bezahlten von den Summen, um welch« sie di« Functionen erstanden, auch nicht — einen Kreuzer. Dieser letztere Vorgang brachte da- Haupt der Gemeinde, Herrn E., schier zur Verzweiflung. Er sah bei dem Ausbleiben der fo nöthigen, durch die Versteigerung erzielten Bezüge den Ruin der Gemeinde kommen. Er wendete sich an da- Bezirksamt um Abhilfe, ward jedoch, wie Herr E. vor Gericht versicherte, sowohl mit den strafalmit den civilrechtlichen Ansprüchen wegen Jncompetmz de- Bezirksamtes in Glauben-fachen und wegen civilrechklicher Unklagbarkeit der auSstehenden Rückstände zurückgeniiefen. Da wußte sich Herr E< nun gar nicht ander» mehr! zu helfen, als daß er die Gemeinde zusammentreten ließ sind mit ihrer Zustimmung denBeschluß faßte, daß in Zukunft Angebote der vier neuen Familien bei Versteigerungen gollieSdienstlicher Functionen al» nicht rechtSgiltig zu betrachten sefen. Dieser Beschluß führte am Samstag den 6. Augjust im Gotteshaufe zu einer stürmischen Scene. Herr F., ein' Angehöriger der Neuen, blieb abermals bei der Dersteigerüng der Functionen der Thora, Aushebung Ersteher. Der Gemeindevorstand warf fein Veto ein. Allein Herr F. riß, wie der Gemeindevorstand vor Gericht angab, eigenmä^tig eine Thora au» der. Bundeslade und forderte den Vorderer auf, bas entsprechend« Capitel vorzulesen. Der Äorderer setzte dieser Aufforderung ein Nein! entgegen. I Nun kam e» in der Svnagoge zu Thätlichkei^en. Männer von beiden Parteien fielen über einander Her. Einer von den Neuen, L. mit Namen, machte sich^an den Vorstand, packte ihn an der Gurgel und drosselte k^>n. Dafür ward er von dem Vorstand wieder geohrfeigt, »nd so dauert« die Rauferei ein Weilchen fort. Es kam ba^in, daß die beiden Parteien sich gegenseitig wegen Ehreflbeleidigung durch öffentliche Mißhandlung klagten, und da- Ende de» ProcesseS war, baß B. zu vier Wochen stvengen Arrestes, der Gemeindevorstand, Herr E., zu v ierzelhn Tagen Arrests verurtheilt wurde. Allgemeine Zeitung des JudenthumS. 9?o.45. 1864. Inh alt: Leitende Artikel: Die Kämpfe im Christenthum. — Rom. III. — Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochenbericht. — i Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt aM., Karlsruhe, Auuover. Preußen: Königsberg. Frankreich: Paris. Ztalieu: Turin. Belgien: Brüssel. Sroßbritannien: Au« Rordengland, Manchester. Donaufürstenthümer: Bukarest, Bukarest. S3T Zu beziehen durch jeder Postamt u«d jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich fi Thalet. L«. Verlag voaV«»miirr»e antwortücher Redactem: S. Krttzfche. '» V»chha»dl»»» i» SeiPiig- — Druck vv» S. «revlins in