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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 40 (1864) · p. Seite 160

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
40 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 160 (sequence 4)
Language
German
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-- 160 — fit we in AU i«! rt inj'! i ii Au h i ra Jahre der schriftstellerischen Laufbahn entfremdet, eine chronische Krankheit lÄrd die Verbannung Herz, für den Geist deS Ausgewanderten, und ob die Rückkehr sie immer heilt. Eine fremde, Well -tritt zwischen den Fremdling und feine hei Erinnerungen und drängt ihm eine harte, un Wahl jtuf. Wer in der Ferne die Ruhe, das finden will, dessen der Mensch zum frohen Das« zum nützlichen Wirten zu bedürfen scheint, der sein Herz zurück an der heimischen Küste und verseht wenn er kann, mir seinem Wesen in die weite heit kosmopolitischen DenkenS und FühlenS. Wenn unter diesen Umständen mein Unre unliebsam verzögert worden, so verdankt es dieseifr schube vielleicht den ein.n Börtheil, baßdie Zeit Erinnerungen gleichsam geläutert, gesichtet und perspectivische Ferne gerückt hat, vor der sie geeigne ihrem Gegenstände gerecht zu werden. Mancher unmittelbar nach dem Abscheider» unseres Freundes lich erschien, tritt jetzt zurück vor den gesteigerten chen des später lesenden Publicum»; wichtige Ei sind hinzu gekommen, denn da mein Gegenstand stets gegenwärtig war und blieb, so ist der Slo die Länge der Zeit im ganzen reicher gediehen, ich darauf Bedacht genommen, jene Momente mehr zuheben, welche in den mir zugekommenen biogra Versuchen, wie mir schien, ungenügend behandelt wor Dennoch bin ich mir wohl bewußt', wie sehr d^kr-nachfolgenden Aufzeichnungen Ihrer ganzen 9 bedarf, sowie der Rachsicht aller jener, die dem edlen nahe gestanden sind. I« mehr diese im Stande se den. di« Darstellung mit dem großen Gegenstände gleichen, je unmittelbarer sich meine Blätter an diese d«S großen Mannes richten, desto mehr habe ich vl gerechten Ansprüchen zu fürchten. Ausdrücklich sei drum bemerkt, daß diese Gedä werte kein vollendetes, kein abschließendes Bild feit Rur spärliche Bausteine vermeine ich zu bieten zu Denkmal, und wie unzulänglich sie auch sein mH haben, vielleicht ein Recht, in bas Gesammtdild unsterblichen Freundes mir ausgenommen zu werdet Raub schiene rt Vnir änderseire sowohl an dem Ged, JostS wir an der Welt, wenn ich die Kunde in Brust verschlösse, die eine günstige Fügung der mir vor vielen anderen hat zu Theii werben lasse Rur noch ein Wort über die Form meiner lungen. Es erschien mir von Wichtigkeit, die Weise* in welcher diese Erinnerungen mir geword n so wenig als möglich zu verwischen. Dazu ward nörhig, daß meine eigen, Persönlichkeit häufiger beZ, als .ich. e» wünscht« und als di, allgemeine Beh des Gegenstandes es wünschen ließ. Ich fühlte bas dieses Verfahrens, und ich war gewarnt durch die tkeilhafle Figur, die so viel, Biographen machen Heroencultus unserer Zeit; allein mir blieb nicht« als zwischen der schuldigen Ehrerbietung gegen den ten' Namen und bet Integrität meiner Aufgab Compromiß zu stiften. Ach,; das weiß, i ndliche 1 Nischen; l ebsame 1 Hehagen ' und; nur < sich, meinryehmen ' Auf. meine n eine sind^ der wrsentnsprü- I Heiken iij fast durch habe hervor, hischen sind, ich bei achsichr Manne n werzu'verjreunde n deren chrnißsollen. seinem en, sie meines Ein chmisse meiner 1 jeschicke * Vitthei. subjektive sind, es aber orirat, eutung Mißliche unvorm dem übrig, gefeier. einen So möge' denn daS theure Gebächtniß, dem diese Blätter geheiligt sind, zu einem geistigen Bande werden, das mich aufS neue mit Ihnen und mit allem Werthen verbindet, was die Heimalh hegt. Manchester, den 26. Aug. Id64. II. Zirndorf. I. ES war am 7. April 1859, dast-ich auf einer größeren Reise durch Deutschland nach Frankfurt kam, um dorr einen längeren Aufenthalt zu nehmen. Da es mein Hauptzweck war, mich in Verbindung mir dem trefflichen Leopold Stein an einem literarischen Unternehmen in größerem Maße zu betheiligen, dem ich bereits aus der Ferne Beiträge gesandt, so schien es mir natürlich wesentlich, sobald als möglich mit all denen in Verbindung zu treten, die durch Intelligenz und literarische Verdienste in jener Stadt und besonders in der jüdischen Gemeinde hervorragten. Zu dem Altmeister der jüdischen Geschichte fühlte .ich mich vor allem hingezogen. Josts Name war für mich fast eine Tradition geworden; mehr als eine literarische Schöpfung hatte ihn im Laufe der Jahre stets inniger mit meiner eigenen Geistes, entwicklung verknüpft. Schon in meiner Knadenzeit war mir der Name des werthen Mannes ein Gegenstand unbestimmter und unbewußter Achtung. Sein göoßeS Geschichtsbuch in 9 Bänden (soviel waren damals erschienen) befand sich in der einzigen Leihbibliothek meiner Vaterstadt, und vielleicht halte die Schonung, welche der herrschende Geschmack des dortigen Lesepublicums den Blättern dieses GeschichlSwerks widerfahren ließ, nicht wenig dazu beigetragen, meine Achtung vor einem Autor zu steigern, dessen Arbeit so leserlich und wohl erhalten vor mir lag. Ich weiß, daß mein Urtheil in schroffem Gegensätze steht zu dem deS Bibliothek -EigenthümerS, der bei der Anschaffung des Buches sein Geld verlor. Schon damals konnte ich nicht umhin, einem Manne meine Aufmerksamkeit zuzuwenden, der so viele Bände über die Geschichte des israelitischen Volke» geschrieben, der so viel der Bemerkung und der Aufzeichnung Würdiges in seinen Geschicken und Leiden erforscht hatte. Darauf beschränkte sich freilich vorläufig mein Drrhältniß zu dem Manne, der mir als Mensch und Autor später so nahe treten sollte. In Jost's. schriftstellerischem Charakter ist wenig, was dem Gemürhe der Jugend schmeichelt.' Gerade seine strenge Objektivität, die ihn so vorzüglich zum Historiker eigenfchafret — und Jost ist vielleicht der objektivste Schriftsteller, den das Judenthum je hervorgebracht — muß ihm die Herzen; ber Sujjfnb — denn die Jugend liest mit dem Herzen —r ein wenig entfremden. (Forts. folgt.) Allgemeine Zeitung tei Jude ntbun: b ')lc. 3l>. 1n;4. Inhalt: Leitende Artikel: Die Arbeiterfrage vcmFreiberrn v. Ketteier, Bischof von Main;. III. — Zerstreute Bemerkungen — Lilerari'cher Wochenbericht. — , Zeitungsnachrichten: Deutschlaud: Aus Baiern, Hau» ncver. Preußen: Köln, Berlin, Au» Westfaliru. Lesterreichijcher Kaiferstaat- Grau, Papa. Frajikreich: Mederbronn. 2talien:Padua,Rom. Donaufürste^thümer: Jassy. ys* Zu beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Lhalcr. vierteljädrlich h LHaler. BeranNvortl ch Stoug »ob »i u n s a t u (rt «t > er Redakteur: G. Fritzsche. ftantlnng in Leiyjig. — Drxü »ob <8. *re»fing ix Lei»»ig.

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