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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 34 (1864) · p. Seite 136

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
34 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 136 (sequence 4)
Language
German
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136 „Sagt mir mir, was ist dir- Eheßoren (Kkhler). ist sie nir.frommt" — „Ihr AidkeS (Ktömmigkeir) mög' man. cinschreiben." — „Nil gut!^ — „Wie heißt, nit gut! Wie «in Malloch (Engel), sag' ich euch." — „Nit schon t" „Ahr Ponim (Gesichr) ist sichtig wie die'Well." — „Har sie kein Geld!" — „Geld, wieviel ihr wollt,;ehntau»end, fünfzehntausend Gülden." — „Nu was ist der Ch Horen, was ist der Cheßoren! Es ist doch alles Gute an ihr!' — „Der Cheßoren ist, werd-' ich euch sagen, der Cheßoren ist — ihr Vater le-dt nit!" — Da har sich der Nogid, wie er daS gehört, vor Lachen die Seiten geholter und sich gewundert, wie man kann darauf sagen, 's ist e>n Cheßoren. B'kizur (kurz), was Beffer's hat sich nicht'kö inen treffen und anderen Tag's;u morgens früh hat man angespannt die Pferd', und der Nogid und der Schadchek haben sich gesetzt auf den Wagen uns 's ist gegangen weile Well zu kriegen die sichtige Kalle für Sohn. Au Nacht ist man gekommen an Ort Man har angchalren, ist abgestiegen. Da iß gegen gekommen ein Mensch wie von die 9'nei Anok l Sobnc des Anak- Riesen), die Hofen in die hoche Stiefel, eine blutige Schür;' um den Leid, ein blutig Maul, und Kar gerufen: „Scholaum Gleichem aleichem (willkommen)! Ihr foll't mir sein g kommen zu groß Masel (Glück), es foll/werden koscher, de: Schäuchcl bar geschochlen (geschlachtet) eine fette Kuh.^ gewesen der erste Boruch hado (Willkommen fort in die >m einzigen und Stell', ihnen ent- Messer im Scholaum Das ist und Reb Srolke. so Kar geheißen der Nogid, und Re• Schmecke, ' so har geheißen der Schadchen, sind reingegc ngen in die i Srub'. Nu kommt auch bald der große Mensch mit auf- 1 geschürzten Aermeln und ruft nochmal: „Gedcppelt Scholaum alerchem, ihr siid gekommen in einer mascldicken :chob «glücklichen Stunde), die Kuh ist gewo den koscher. , Man ist bald bekannt geworden mitsammen, md was sie! haben gered'c, das gehl uns nit an — d'kizo: (kurz), es - ist gekommen zum Esten. Da Kat man ge etzl auf den Tisch ein groß Stück Leder und eine Schü sel Erdapfel und eln groß Laib Brot für die theure Gast'. Was haben , sie sollen kbunt Sie haben sich groß angei'ehr und haben i gegesten. Drauf bat man gered'r von Tach ieß (ernsten Gegenständen, die den Zweck ihrer Reise berras m) — und ist gewesen nverschönen) Mädchen. Kurz, was geht's uns an, man ist eilis.g,worden. Welche Wirkung dieses „gleich Workche" auf den Wicth hervorgebrachr, wissen wir nicht; aber er muß doch von zulmükhigem Cbaraclee gewesen sein; denn er schwieg und sagt« nichts. Die kluge Wirthin aber, als sie merkte, wo das „gute Wörtche" hinaussollte, schlich sich, so unvermerkt eS sich bei ihrem nicht geringen Umfange thun ließ, an den Tisch und ließ die große Schüssel sammt Anhalt nebst dem ganzen Zubehör verschwinden. Dem buboer Maggid war jener Vorgang, auf den er's eigentlich abgezielt halte, nicht entgangen; aber er that, wie wenn er nichts merkte, und da es ihm an Redesloff nicht fehlen konnte, suchte er bald wieder ein Moschel hervor, wodurch er seinen Wirlh erheiterte und so, wenn derselbe auch wirklich einigen Groll wegen des ersten bösen guten Wörtchens gegea ihn gehegt, alles wieder ins alte Geleise brachte. --Inzwischen herrschte in der Küche bas regste Leben. Die Wirthin wie die Köchin, selbst die christlich« Dienstmagd rührten geschäftig Hände und Füße. Was nur Gutes die Küche-beherbergte, wurde ans Tageslicht gebracht, und in kurzer Zeit waren unter den Händen, dieses weiblichen Triumvirat- — wenn kein Philologe was dagegen har — die köstlichsten Speisen hervorgrzaubrrt, und in noch kürzerer Zeit hakten dieselben die Stelle jenes frugalen Mahles eingenommen. — Meinen besonderen Dank, du gutherzige Wirthin, nichts Klügeres, nichts Besseres hätte dir einfallen können. Wer sollte auch so rücksichtslos sein und nicht deiner wirklich großmüthigen Handlungsweise lobend gedenken; wer wird mir daraus einen Borwurf machen, wenn ich deinen Namen, o Schpri'nze, hier in diesem Blatte der Nachwelt übergebe? — (Forts, folgt.) mit wem! — Mil dem großen Mensch, wa 2er Barer von dem malchesdicken (tri Ader Reb Srolke hat sich nicht können genug duswundern, warum Red Schmelke bat gesagt, der Vate, lebt nit, und er har ihn bei Seit' genommen und ha ihn darum gefragt. Nu bat Red Schmecke gesagt: „Aber, Reb Srolke, ich weiß nit, wie ihr noch^önn't so fragen. -- Nu sag't allein — had' ich. nit recht gehabt, wenn ich „der Varer lebt nit! — Heißt das eia L« man ist ein großer Nogid und sitzt auf den Ti hart, Leder und eine Schüssel Erdapfel! — Heißt. >as gelebt, wenn man'§ kann besser baden, wenn derHachem boruch bu > der Allmächtige, gelobt fei er) hat einem Aschrreß (Reichthum-! — Ist bas ein Tisch lieben Gast! — Berank» Berlaa von •Paumgjriatt Hab' gesagt, den, wenn ch ein Stück zegeben groß cdeck für 'n Anckdolt. An Hamburg existiren Chedrolh, ^cs denen man gegen eine kleine Zahlung daS Kadbischgedel^r<ichkeN und nach Wunsch auch „orm". (vorderen) kanrn>-Ein junger Mann, Leidtragender, meldet sich bei einem der Vorsteher und zahlt die Gebühr. Oer Vorsteher lagt: „Nun, wenn Sie wollen, können Sie auch orcn." — „Ach, erwidert zögernd der junge Mann, aus dem Oren bin ich herausgekommen." — „Ei, antwortet der Vorsteher, dann sind Sie der erste, der aus dem Oren Sarg) herausgekommen." All gemeine Zeitung des Iudenrbuine. 'Jic. 33. 1m»4. Inhalt: Leitende Artikel: Leopold Zunz. -- Die Auden und die Gewissensfreiheit. — Zerstreute Bemerkungen. - ZeilungSnachrichlen: Deutschland: Mannheim, Stuttgart, Aus Würtemberg, Stuttgart. Aus Würtemberg, Hannover. Preußen: Berlin, Blotho (Schluß), Aus den, Posenschen, Tborn- Donaufürstenthümer: Bukarest. Rußland: Warschau. Holland: Amsterdam. Spanien: Madrid. S3T Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Dbaler, vierteljährlich h Thaler. örtlicher Redacteur: G. Fritzfche. * 'Stoötantluafl «a 2kipritz — Xrad von t? Krer> Nng ia Leipzig.

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