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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 31 (1864) · p. Seite 124

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
31 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 124 (sequence 4)
Language
German
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Die Tudas. ' 3n dem vor kurzem rcfdjitnmen indischen Tagebuch« <Mv Indian Journal) des Oberst Campbell desch:eidt dieser heldeamürdige Offfcirr Las GedirgeiNeigherrys, -»-zwischen dem eilften und zwölften Breitengrade zu einer Höbe von 8700' aufsteigt, das vorzüglichste Klima der lfrde besitzt und doch erst 1819 zum "erstell Male von lEuropäern besucht ward. Seitdem ist e» aleine schöne Gesundheit»» staritzn in Aufnahme gekommen^" Das Gebirge ist von mehreren abgeschlossenen und sehr eigenrhümliö ,n Völkecstammen bewohnt, unter denen die Tubas den ersten Platz einnnhmen. Sie werden äls die Herren xs Bodens betrachtet und führen ein reines Hictenleden. Sie sind eigentdümliche, auffallend hübsche tjeute und von j dem andern Stamm Jnbsen» vollständig verschieden. Woher sie stammen und wer sie sind, bat noch nicht ermittelt, wer >en können. Die Männer des Tudasstammes, denen man eS auf den ersten Blick ansieht, daß sie von einem ganz ländern Geschlecht seien alS alle ihre-Nachbarn, baden grote ausdrucksvolle Augen und stark gezeichnete Züge von entschieden jüdischem Gepräge. Wie sie keine Hindu sind, so haben sie auch kerne Götzenbilder und deren z» einem unsichtbaren Gotte. Auch ibre Sprache ist agenthümlich und bar keine Verwandtschaft mit allen in 2 >b>en gesprochenen Sprachen. Sie treiben keinen Ackerda» und besitzen große Herden, von Büffeln. Ibre Nahrung besitht aus Milch, Butter und gedörrtem Getreide, welches letztere ihnen die benachbarten Völkerstämme liefern. Sie lesitzen keinerlei Waffen außer einem langen Stecken, mi dem sie die Büffel antreiben. Die Tudas scheinen keinei Gefallen an tbicrischer Nahrung zu finden und tödren » jemals einen Düffel. Die Männer lassen ihr Haar, d >s sie in der Mitte scheiteln, und ihren üppigen Bart zur vollen Lange wachsen. Ihre Kleidung besteht aus einem Gewehr von grober Baumwolle, das in der Form der ionischen Toga getragen wird und den rechten Arm freiläßt. Dieses alles, wie ihr würdevoller Ausdruck, gibt ihnen ekioas wahrhaft Patriarchalisches. Die Frauen haben eine hellere Farbe als die Männer und nicht wenige dürfen auf wahre Schönheit Anspruch machen. Ihre Kleidung, aud. mselden Stoff gemacht, ist häßlich, da sie von Kopf bi» du den Füßen rund um den Körper gewunden wird, so daß die Frauen wie Mumien ausseden. Ihr Haar ordnen sie sehr sorg» fa.tig und lassen cs in langen Locken au' den-Nacken nledeciallen. So offen sie in ibrem Ben,t men sind und so leicht sie sich mit Fremden in ein, Untcrr> düng eialassen, habensie ein bescheidenes und züchtiges Ben kmen, größere Sittlichkeit, als bei den Hindu und M »hammedanern gefunden wird, lassen sich niemals mit Eu opaern in ein VerKallniß ein und scheinen ein feineres Gefühl zu besitzen, al» die übrigen Orientalinnen zu zeigen pfl gen_ Wir Kaden diese wenigen Notizen hier zu'ami aengestellr, weil Name (I. Dst T.- und Gesichtszüge den Gei aüken erwecken, daß wir es hier mit einem versprengten Ss litter des jüdischen Stamm,» zu rdun baden, wohin a»ch die wenigen Andeutungen auf ibre Religion weisen, i Zerade daß der englische Schriftsteller diese Bermutbung nie »t aufstellt und harmlos jene Auge hervorhedt,- spricht uns von vornberei» dafür, da die Engländer bekanntlich von der Wurh, über all Reste der israelitischen Ration zu finden, besessen sin und die Edarakrerisung der Tubas uns daher de» weiter weniger zuverlässig erschiene, wenn brr tapfere Oberst von der vorgefaßten Meinung seiner Landsleute ausgegange» wäre. Vielleicht machen diese Zeilen aufmerksam, daß dze Sache näher geprüft werde. Zur Emaiiripatioil der Jude». (Aus dem 2llustr. Familien-Journal.) Wann werden endlich die lächerlichen Vocurkheile uns« er Zeit, o>, sich die intelligente, die gebildete und fortgeschritte »e nennt, aufhöreni Wann werden bei uns in Deutschla »d auch die Juden (wie schon längst in Frankreich, Engla »d und Amerika) ganz emancipirt und in ihre unv räußerlichen Menschenrechte eingesetzt sein, die ihnen v m Gon und Rechtswegen, auch von GedurtSwcgen gebühre ti Man spricht immer soviel von der „Emancipation er Juden unter sich selbst",*bevoc die große Emancipation »er "Kinder Israel Platz greifen solle. Redensarten-, nie tS al» Redensarten! Oie große Emancipation dewäli gt sofort ganz nakurgesetzlich die kleine. Das österreichi che Heer, der freisinnigste deutsche Cullurdeförderer der neuen Z it, und der wirklich ehrenhafte Stand eines „Volke» in Waffen" — diese tapfer« Armee zählt unter den 12000 Jul rn. j die in ihren Reihen dienen, die bedeutende Ziffer von <00 ' Officieren, Aerzten und Rechnungsbeamlen jüdischen Gl »u- > den». Bon den Aerzten sind 20 Regimemsärzre und LI | Oberärzte Juden. Und nun frage man einmal deispi ls- ' weise in der preußischen Armee noch, wie viele Juden a> ßer I dem Musiermajor Burg (u. A.) in den Reihen des t err- ’ lichen Kriegsheeres mit dem vorzugsweise „adeligen" Offi'c erscorp» dienen t Der „Staat der Intelligenz" liegt -och auch in Deutschland und deutsche Staatsbürger pfl gen doch überall mit leiblich guten Begriffen versehen zu sein. Was man so ganz billig freundnachbarlichst von einander lerncn könnte und wobei der Borkheil so zu lagen iiuf der Nase wächst, das sollte man trotz aller niedtrichmetternden Selbstbekenntnisse doch annehmen. Ader freilich, „der Geist eines Corps" laßt sich nicht plötzlich einspritzen, wenigstens wäre das „pyramidal, fabelhaft — auf Ehr,!" DaS Gamaschenthum aber ist, vom zähesten Sohlenleder gearbeitet. Allgemeine Zeitung des Iudenlbuurr ‘Jic. Inhalt: Sei mite Artikel: Liege auf blutigen L Per i jsra 4* « a m g s r t 4. egen. — -loch ein Bedürfniß. — Noch einmal Äeyerbeer. — Lil rarijcher Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Dcutsckland: t'andau, Ham- ■ bürg, Bückeburg. Hannover. Preußen: Neuß, Berlin, Berlin, j Berlin. Frankreich: Paris. Dänemark: Ränder». Ame- . r*I«■: Baltimore. Korfu: Zanre. i yy Zu beziehen durch jedes Posiamr und rede Burdbanblung. .Jährlich 3 Thaler, vieneljabrlüd Tdaler. 1 ntwonlicher Redacteur: ©. Fritzfche. t'« ^n&banHang i, 4eiv«g — DniL »ov <9 Äreoling in Seivus

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