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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 30 (1864) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
30 (1864)
Date
1864-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksvlatt. Zur 'Lelekjrunli nnv Unterhaltung HerauSgegebeü von Rabbiner Or. Ludwig PhiliPÜson in Bynn. auf jüdischem gebiete. r-r«> rt/. t rw» ä i ' Bou vieler AeiNcbrisr erl»ei»l wvtenrlich e»ne ^Nimser. Preis de« Jahrj* , o za <t~i rytfl nO löb4. gaags » rhir. Bicneijädru, 7 -X Stgr. Alle Bu»ba,Visagen, Postämter 11. JitlNfN. O. Vuuklui. ' J snd .-ien>ug«tkvrd»t»oseu ne&mcrt Bestell» sgeS an. v J wms^— stusse n Siluan beibehaltcn. Hier bemerkt« ich eknm etwa f mf Fuß langen falschen Gang auf b^r 'Westseite. Eine L rflströmung vom Südende. deS Ganges löschte vie Flamm' aus. Der Jtanal war in seiner ganzeA^Läüge zurückgilegt. Der Hohlgang ist der unter König HiSkiaS durch dm Ophel gegrabene Kanal; vorHistiaS konnte., die Quelle den Namen Siloah nicht habin, wa« gesandt und forigele tet bedeutet^ da sich dieses auf die Wasserleitung bezog. Ihr früherer Name war Gihon, der sich auch ganz fir sie eignete, da-Gihon der Sprudel beißt. Wenn man d >rt auf den steinernen Stufen hinadsteigt und hier wie nordwärts in der engen Felfenkluft'das klare Wasser dem FelS entquellen sieht, da steht man an dem einen letzten Ende eines unterirdischen Baues von Jerusalem. Die S chriftsteU^rr des Alterthums erzählen schon von Gewölben unter d^m Tempelderge, welche von Tausenden der Säuler gelragch» werden, von Wasserbebältnissen, die mit ihnen, n Verbindung '.stehen. Da bei Belagerung Jerusalems durch Titus der nahe Uebergang desselben als unvermeidlich vor Augen lag, harren ganze Scharen, der Belagerter in dey unterirdischen Gängen und Gewölben der Stabt sich unh ihre Schätze verborgen, unter den Versteckten war auch S imo^n von Gerasj», einer der Führer der Ro ten; diejser war bi« uar^den Tcmpelderg gekommen, rto cif Qqal >des Hungers ihn wieder beräustri.b ans Tagest cht,-ftrr-!die Hände der Feinde.! In der früheren Zeit je ier Velägerung waren die Juden öfterdurch solche unterir >ische Gänge hervergedrochen aus der Stabt und hatten die Römer, wenn diese Wasser haben iwollten, bei' Siloat überfallen, bi« Titus die Ausgänge vecktvpfen ließ. Ein g oßer Theil der unterirdischen Gewölbe war zu Behältnis en deS Wasser« bestimmt, Hessen Quell« Hiskia bei dem o eren Teich deS Gihon in der Tiefe adgefangen und *voc alem unter den Tempelberg geleitet halte, unter welchem - ».einem Umfange von fünf Stadien rin Wasser, behältr iß am anderen sich befand. Im Tempel drang auS Oeffnungea, welche den opfernden Priestern bekannt unh drrch sie wieder verschließbar waren, das Wasser, so oft diese wollte i,'in Menge hervor. ., D c letzte haltpunkt unserer heutigen Wanderung, das Hakeldama oder der Blutacker, führte uns durch eine sehr berüchtigt Lokalität; cS ist der Thalkessel, in dem der B^erg des AergernifseS liegt. Hier soll derMolock mit dem Ochsenkopfe und den Menfchfnarmen gestanden h. ber», zu wessen Dienste durch Kinderopfer Salomvn von heidnischen Weibern verleitet wurde und mit seinem Könige Israel selber sich einst vergessen konnte; vom Lärm der Bilder aus dem Oriente. Bon Isaac Rosenmeyer in S. S Ujhely. VIII. Weil.re Ausflüge in der Näh, Jerusalems. (Schluß.) Wir stiegen gerade gegenüber den südöstlichen Mauer» werken von Jerusalem inS enge Thal zurück und wandelten auf das Dorf Sio lam zu. E« besteht aus lauter Felsen- Hütten und Felsenhöhlen. Manche Grabstätten sind hier zu Behausungen für Menschen und Herben gewordrn, andere Tobtenwohnungen liegen nachbarlich bei den Wohnungen der Lebendigen. Sieht man au« diesen schwarzen Felsengrotten. Gestalten in jener malerischen Nacktheit mitten unter den Schafen und Ziegen hervordlicken; so glaubt man sich zu den Wilden irgend einer Insel des Ocean« versetzt, zu denen noch kein Laut gedrungen auS dem Schoße der civilisirten Welt. Nahe beim Ende des Dorfeist das berühmte Wasser Siloah; jene« Wasser, das stille geht, von dem der Prophet Jesaias ein fo schönes Bild für da« Hau« Davids heri ahm, wie es -hinter dem Anschein der Schwachheit den Schutz Gottes besaß-, der das Bächlein mächtig macht über die Wogen d^S Euphrats. Könige und Propheten haben auf bas Rieseln dieser Quelle gehorchtwenn sie Trost suchen wollten in ihren Bekümmernissen, setzten sich die Edlen in ssiner Kühle nibder. Nirgends in der ganzen Umgegend kann der Wanderer mit einem Trünke Wasser sich erfrischen, nirgends findet er Schatten, um auszuruhen von den Mühseligkeiten der Reise, nur hier, an der Quelle Siloah, ist ihm vergönnt die lechzende Zunge, den vertrockneten Gaumen zu netzen und das ermattende Haupt im Schallen niederzulegen. Man nennt zwei Quellen, eine über der anderen, an der Westseite des ThaleS Kidron, nämlich die Quelle Siloah und die Marienquelle; letztere ist von ersterer in gerader Strecke 1100 Fuß nördlich entfernt, ohne daß äußerlich ein solcher Zusammenhang wahrgenommen wird. Nachdem uns von Eingebornrn einstimmig, mitgerheill worden war, daß eS einen Durchgang gebe, gingen wir am Nordende des Kanals hinein und kamen ohne Unfall am Südenbe wieder heraus. Sparer ging ich, eine brennende Unschlittkerze in der Hand, ohne alle Schwierigkeit in den offenen Kanal. Am Anfang fand ich den Gang nicht hoch, fo daß ich mich gleichsam kauernd vorwärts bewerte, im weiteren Verlauf aber wurde er höher und nach ui:D aa^ fo hoch, daß ich aufrecht gehen konnte und meine Hand anzog in der Meinung, er werde die Höhe bis zum Aus-

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