Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 29 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 4)
- Language
- German
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Mir Rabdr Israel Wolf besuch» i<b die Höhle non Jtalba Schadua. Man kömmt zuerst in einen großen Vorhof. an dessen Eingang ein großer Baum gepflanzt ist, zur Linken ist ein in den Kelsen gehauene« große« .Viereck. Run kriecht man durch einen zweiten Eingang und gelangt dann von einem Zimmer in« ander», die alle geschmackvoll auSgebaüen sind, di« man in da« Gemach! kömmt, wo der Sarkophag diese« wohlrhatigen Manne« steht. Dieser ist mit der schönsten Sculpmr versehen. Die Verzierungen bestehen au« Blumenkränze«, WeinblLttecn, Trauben rc. Der Deckel diese« Sarkophag« soll einst weggetragen und nach einigen Tagen »iedergebracht* worben sein. In dem Borhof« sind auf «llen Seiten noch schöne Seulpturen zu sehen, die mit großem Geschmack» ausgeführt sind. Unweit diese« Grade« ist dze Höh(x de«! Sandedrin. Man zahlt hier 73 Sarkophage. Die' Höhle ist ebenfalls mit kleinen Zimmern versehen und in jede Wand sind drei oder vier Leichenkammern gehauen. Von hier wagte ich mich zur Hohle de« HUzadit. (Schluß folgt.) . Notizen. Herr Mosenthal ist einem Wunsche de« Herzog« von Kodurg, fein neueste« Trauerspiel „Pietra" auf der Hofdühne zuerst zur Aufführung zu bringen, entsprechend, in den letzten Tagen borteingetroffen. Der Dichter wurde in Kodurg als Gast de« fürstlichen Paare« von dem geheimen Legationsrath Freiherrn v. Mevern am Bahnhofe mit herzoglicher Equipage adgeholr und nach Schloß Kalemderg geleitet, wo er von den hohen Herrschaften mit bezaubernder Liebenswürdigkeit ausgenommen ward imd im Schlosse wohnte. Rach telegraphischem Berichte ist vorgestern „Pietra" im herzoglichen Hoftheater mit dem durchgreiftndsten Erfolge aufgeführt, der Dichter enthusiastisch gerufen und mir Beifall überschüttet worden. — Zugleich erhielt Dr. Mosentbal in Kodurg die amtliche Anzeige deS königl. General» inrendanren Herrn v. Hülsen von der Annahme der „Pixrra" für da« königl. Hoftheater in Berlin. Bertholb Auerbach har zwar die ihm durch Beschluß d,S VerwaltungsratkS ber Schillerstiftung zugetheilte jährliche Pension von 500 Tdaler angenommen, aber nur und ausschließlich in der Meinung, eine ehrenvolle Zuwendung, die er al« ein« Anerkennung der Ration betrachten zu sollen glaubt, nicht zvrückweisen zu dürfen. Keineswegs will er, durch den reichen Ertrag seiner Schriften und durch glückliche Kamilienverdindu«gen. bekanntlich ein glänzend simirter Schriftsteller, durch Annahme der Pension einen Fond« schmälern, der nicht nur den verdienten, sondern den gleichzeitig auch der Unterstützung bedürfenden Schriftstellern zu Gute kommen soll. Er wird deshalb einen der ihm zugetheiltea Pension zum wenigsten gleichkommenden, Antheil an der ReNte, die chm au« den mit der Cottafchen Verlagshandlung bestehenden DerlagSverträgen zukomml, der Schillerstiftung zuwenden.! Curiosum. Englisch« Kabrication von Götzenbildern. Ein HandlungShau« in Birmingham, wo die Kabrication von Götzenbildern für Indien und China eifrig betrieben wird, empfiehlt feine« Kunden in Ostindien die Erzeugnisse feiner Fabrik nachstehender Weife: „Namen, der Gott de« Tode«, in feinem Kupfer getrieben und sehr geschmackvoll gearbeitet; Rironbi, der Fürst ber Dämonen, in großer Au-wahl. Der Riese, auf dem er reitet, ist von der kühnsten Zeichnung und sein Säbel nach jetziger Art geformt. Baronnin, der Gott der Sonne, lebendig dargestellt. Sein Krokodil ist von Kupfer und hat einen silbernen Schwanz. Bouberen, der Gott deS Reichlhum«. Dieser Gott »st von ausgesucht schöner Arbeit und habm die Fabrikanten ihre besten Kräfte auf Herstellung desselben verwandt. Kleinere Halbgötter und sonstige Untergöther in größter Auswahl. Credit wird nicht gegeben, bei Baarbezahlungen aber Rabatt berechnet." ( Di« Engländer halten bekanntlich die Zehn Gebote ebenfalls für hochheilig; sie nehmen aber wahrscheinlich da« Verbot: „Du sollst dir kein Götzenbild machen" wörtlich und meinen „dir" nicht, aber für andere, ja. Die jüdisch, Satzung 'ift nicht so frivol und verbietet die Anfertigung von Götzenbildern auch für andere. Die englische Ration ist rin curiose« Dirch, sie gibt jährlich Millionen für Missionäre au« und stcht nicht an, ein paar kaufend Pfund an der Kabrication und dem Schacher von Götzenbildern gewinnen zu wollen. Aus Brasilien. AuS Bahia in Brasilien wird Folgendes berichtet. ES befindet sich dort einer ünferer Glaubensgenossen (viel, leicht dee einzige in diesem entlegenen One-, der Commandeur Jose Rardone, welcher die Functionen defranzösischen Consularagenten und de- Biceconsul« der Republik Uruguay auSüdl; schon seit vielen Jahren lebt Herr Rardone in dieser entlegenen Gegend und stelS nahm er jeden Israeliten, der dort durchreiste, mit größter Freundlichkeit auf und feierte, mir ihm die traditionellen Feste. Bei dem letzten Bestich« des Kaisers von Brasilien wurde Herr Rardone v^»m Officier vom Rofenordea zum Commar deur von demselben Orden ernannt. In diesem Jahre haben ranzösische Auswanderer die Freud« gehabt, im Haufe deS Herrn Rardone baS Peßachfest zu feiern, und zwar verrichtete dieser selbst die Functionen des VordererS. All gerne> re Zeitung de« Zudem bum«, '3ie. 28. is*i4. Zuhali: Lei lende Artikel: Die Phantasie in der Rengion. I. — Die i nnere Mission. — Literarischer Wochenbericht, -i Ne. krolog. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: AuS sthein. dessen. Preußen: Glogau. Münster. Bonn- Oestereichischer Kaiserstaat: Pesth, Broty. Schweiz: slarir. Italien:'Turin, Neapel. Niederlande: Arnhem. SS* fin beziehen durch jedes Postamt undjede.Bu<dhan:lung. Jährlich 3 ,Thäler. vierteljährlich % Tbaler. Beranuronlicker Redacrenr: 8. Kritzsche. Neri«, *«r Ssd-frtnMsafl n» «ei»,,, - K)ra<t E. s t e s < i n , in Lei»,,».