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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 29 (1864) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
29 (1864)
Date
1864-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Volksblatt. Zur Belehrung nnv 2lnteröaftunfl puf jüdischem gebiete HerauSgegrdeu von Rabbiner Dr. Ludwig Philipp son in Bonn. --- - —— ■ 1 1 -- - ■ " -- 1 O »-.. . ■ c— rrt, . 0/». t *0» bifi« 8ort<fctif! rriAfUt h« SwiB. Vrets.de« S»hr r4 + , o <a , n [Mo, 29. 1864.] - ™it SSSSbS&SfbS SgSgg?5:w*,mu' [*1- Jahr9- 3. Quartal,] Der neunte Ab. Eine Mahnung zum Frieden. (Fortsetzung.) IV. Sechsundzwanzig Jahre später, im Jahre 37 vor der gew. Zeirr., dasselbe Schauspiel! Jetzt waren es nicht mehr Brüder aus dem haSmoaätschen KönigSgeschlechte, sondern der letzt« HaSmönäer mit dem Sohne de» idumäifchen Sklaven, der den schwachen Hyckan beherrscht und verleiter haue, mit HerobeS, die um die jüdische Krone kämpften. Anrigono» war König und Hohenpriester. Aber in Rom frug man nicht» nach dem Erbrechte der Könige. Der Senat erkannte Herode» förmlich al» König von Judäa an. Dennoch waren e» weniger die römischen Waffen, die dem letzteren den Triumpf verschafften, al» die Spaltung unter den Juden selbst. Die Römer verhielten sich mehr passiv, denn sie zogen e» vor. daß die Jude» sich durch ihre eigenen Kräfte aufreiden möchten. Schon al» Hecode» fast ganz mittellos in Akko landete, war e» der reichste Jude in Syrien, Saramalla, der ihm die Mittel zur Besoldung von MiethStruppen bacdol. Nach einem Kampfe mit abwechselndem Glücke, welchen Herode» mit unerbittlicher Grausamkeit gegen die Juden führte, rückte er mit einem theil» au» Juden rheil» au» Römern bestehenden Heere von 100,000 Mann gegen Jerusalem und schloß e» in derselben Weise wie 26 Jahre früher Pompeju» ein. Die jüdischen Patrioten vertheidigten di« Stadt mit Löwenmuth, zerstörten durch öftere Aulfälle die begonnenen Belagerungswerke, so daß diese nicht vor, rücken konnten. Da war e» abermal» sie Spaltung im Innern, di« dem Feinde zur Hilfe kam- Di« beiden Häupter de» Synedrion» Schemaja und Adtaliou wollten die Stadt dem Herode» übergeben haben, wie sie sagten, weil Herode» «ine Geißel Gotte» zur Züchtigung Israel» wegen dessen Sündhaftigkeit sei. Dagegen wollt» bi« angesehene pharisäisch» Familie der Bene Baba die Sache de» Autigono» aufrecht erhalten. Diese innere Parteiung lähmte die Dertheidigung und die Belagerer nahmen die Unterstadt und die Außenwerke de» Tempel» ein. Abermal» wurde der Tempel hartnäckig vertheidigt. Aber an einem Sabbath, al» die jüdischen Bertheidiger von den jüdischen Angreifern keinen Angriff erwarteten, stürmten dle Römer und stürzten durch ei»e Bresche in den Tempel und metzelten alle», wa» sie fanden, nieder, an demselben Tage, an welchem Pompeju» den Tempel 1 erobert j hatte. Anrigono» wurde gefangen und von den ' Römer» an» Kreuz geschlagen, der Thron de» Herode» war aujf Leichen und Trümmern errichtet. j( 9tud«n wir der Katastrophe immer näher. - Jubaa war z»j einer römisch,» Provinz gemacht und römische i Laadpffeger hausten in dem unglücklichen Laude, wenn auch ein THeil desselben »och von einem Schatteukönige au» der Fatnilie der Herodianer scheinbar regiert wurde. In dem jüdischen Volk» lebte ein Doppelgeist, der e» unfähig machtet da» römische Joch auf die Länge zu ertragen: der Geist der Unabhängigkeit und der strengsten Religion»» treue. | 3n. öfn andern Völkern bestand nur tzs» Verlange« nach politisch,v. Freiheit und diese» ko»nte sich »ach und nach i» den Geschlechtern abstumpfen. Ader im jüdischen Volke wurde e» von Eifer für die unantastbare Uebung seiner iReligion immer von neuem angefacht. Darum mußte! dieser Nation die Römerherrschaft immerfort zwie» fach i»» Herz greife» und bald ihre Empfindlichkeit für die nationale Freiheit, bald für ihre religiösm Begriffe und Gesetze reizen. Hiera« ließen «» denn auch die Römer nicht jeblen und Unterdrückung, Gewaltthätigkeit und Aussaugung waren an der Tagesordnung. Seit der Zeit de» Herode» hatten sich in der religiösen Gesetzehlehre zwei Schulen entwickelt, die de» Hillel und die de» Schammai, die erster», welche in der Auslegung und Anwendung de» Gesetze» die möglichste Milde, die letztere,, welche die möglichste Streng« anwandre. E» ist nun als eine höchst rühmenS» und denkwürdige Erscheinung hervorluheben, daß all« Widersprüche zwischen diesen Schulen dennoch keinen Haß und Zwiespalt, keine Sectirerei bewirkten. Dennoch kennte der Gegensatz auf dem politischen Gebiete nicht ohne Einfluß bleibe». Ei« Jünger au» dejr Schule de» Schammai, Zaddok, vom tiefsten Römerhasse erfüllt, stiftete eine repudlicanische Partei, Kannalm, Eiferer, Zeloten genannt, welche den Widerstand gegen die römischen Herrscher al» göttliche» Gesetz erklärte, da da» jüdisch« Volk nur Gott Gehorsam leisten sollte; alle», Vermögen, Familie- und eigene» Leben mußte aufgeopfert werdet, um die römische Herrschaft zu beseitigen. Wäre nun me Zelotenpartei im Stande gewesen, da» gesammte Doll [in allen 'seinen Schichten um sich zu vereinigen, so wäre ( unter anderweitig günstigen Umständen da» Ziel erreicht worden. Da die» abernicht der Fall war, so «ntlpöang ein» innere Spaltung und ein innerer Kampf, . welcht zuletzt die ganz« Nation unter die Füße der Römer

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