Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 22 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 4)
- Language
- German
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88 erwiderte der Knabe; „bann laßt uns laufen." verließ er mir dem Manne den Gottesacker, hatte die Rede des Mannes aufmerksam an gern hältt er nach dem Propheten Elijah t großen Trompete mehr gefragt, aber die A Schwesterchen drängte alles in seiner Seele Mann war sein Ohm nur dem Namen nach. Kinder hatten keine Verwandten mehr. Die vor zwei Zähren gestorben. Die Gemeinde Kinder sich annehmen und sie dem Mindeste Kost und Pflege' geben. So waren, sie in Jochim's, des Trödlers, seit gestern gekommen und feine Frau waren keine hartherzigen Leut« keine Kinder und bei ihrer Armuth war auch Kostgeld «ine willkommene Einnahme. Cie Kindern gern zugute, waS sie vermochten, und ihnen 'alles, was sie harten. Aber das war wenig, noch weniger als sie bei ihrem Vater Mangel und Entbehrung setzten fick jeden ihnen zu Tisch,-legten sich mit auf ihr Lager > mit ihnen auf. Dabei war die Frau zänki achtete ihren Mann, weil er so wenig nac > bringen vermochte. Denn sie waren hrrabgekoiu die einst beffere Tage gesehen. Und so elw die Seele. Dies war ^die Hütte, zu welcher Grabe seines Vaters einkehrte, nachdem er in zöge den Kaddisch nachgesprochen, und wo jähriges weinendes Schwesterchen fand, da« seinen Liebkosungen bald wieder beruhigte. (Forts, folgt.) Und schnell Das Kind jehv'ct; sehr nd nach der um das zurück. Der Die beiden Nulter war mußte der rdernden in das Haus Zochim , sie hatten bas geringe thaken den lheilten mit so eben nur gehabt, und Nitlag mit and standen ch und ver- Hause zu mene Leute, s verbittert Joseph vom der Syna- >r sein dceisich unter Einiges über Mcyerbeer Ul Ueber Mcyerbeer's äußeres Auftreten und weise sagt Herr Roqucplan im Constitutiona! „Das erste Mal, als ich ihm begegnete, war bei zeit, welche der Musikalien-Verleger Moritz der Vorgänger der Herren Branbeis, gab. Gasten traf ich auch dort Judith Grisi, d Juliens. Di« Züge Mcyerbeer's sielen nicht Originalilär auf. Ich beobachtete diese Stirn Musikerstirn, diese mächtige und markirte § diese genau schließenden Lippen, welche mit de eines Koffers zu vergleichen waren, aus dem Geradewohl hervorgehen muß. — — Meh während seines Aufenthalts in Paris in eine bemerkten, von einigen geradelten Einfachheit denn, lieber Meister," sagte ich ihm, „Mm S drei- bis vierhunderttaufend Francs Rente» möblirten Gasthause, ohne Aufwand, ohne F einem einzigen Diener bedient?" „Vor all antwortete er mir, „bin ich Künstler, .und meiner Genugthuungen, mir zu sagen, daß id siebenten Jahre hätte von meiner Musik Leran Verlag von Sa amgirtaei < I» eine Lebens- Folgendes: einer Mahl- Schlesinger, ter anderen e. Schwester durch ihre eine wahre innlade und n Verschluß nichts aufs erbeer lebte van allen „Warum;* mit Ihren in einem tjhnrerk. von Dingen," es ist eine seil meinem können. ll ben Ich habe in Berlin einen Hausstand, der meinem Vermögen entspricht; ich will nicht in Paris meine Collegen verdunkeln und den Reichen spielen; ich verlange keine Prämien für meine Werke und wenn ich die Verfassergebühren annehme, welche durch die Verträge geregelt sind, so geschieht das, damit man nicht sagen könne, daß ich zu herabgesetzten Preisen arbeite aus Verachtung gegen die Thealer-Benesice." Ein Freunds Meyerbeer'S gab ihm die Idee ein, sich adeln zu lassen. Ungeachtet seiner Bescheidenheit und seiner Abneigung gegen allen Glanz, der nicht der Glan; des Ruhmes war, autorisirte er diesen Freund, Schritte zu thun, deren Folgen in nichts seiner Eigenliebe schmeichelten, aber'welche seiner Nachkommenschaft einen neuen Glan; und die Fähigkeit, Majorate zu gründen, verleihen konnten. Durch bas preußische Gesetz gehindert, welches einem Israeliten den Adel versagt, fühlte König Friedrich Wilhelm IV., indem er diesen Grund angab, mehr Schmerz, nicht absoluter König zu fein, als Meyecbeer, daß er nicht Baron werden konnte.". Unerschrockenheit eines Juden/ Zur Räubcrchronik theilk Sürgöny folgenden Beitrag mit: Am 18. April d. I., abends 9 Uhr, umringten mehrere mit Flinten und Pistolen bewaffnete Räuber das HauS des Israeliten Jacob E. zu Kalorsa im biharec (Somitar und forderten ihn auf, ihnen Geld durch'S Fenster herauszugeben, sonst müsse er sterben, Auf diese Aufforderung gab E. 30. fl. heraus, die'Räuber aber fanden das zu wenig und trachteten die Thür einzubrechen, wg^auf E. beide Läufe seines mit Kugeln geladenen Doppelgewehrs auf sie durch die Thür abfeuertr und so einen Räuber tödtete, einen andern schwer verwundere. Die Räuber trugen nun den einen wie den andern fort und flohen. Sie wurden sofort von Gendarmen und Panduren verfolgt, die unter der Leitung des SicherheitS- Commissärs N. am 21. nachts in der Ortschaft MocSirta den berüchtigten Räuber Ladislaus M. gefangen nahmen, denselben sammk seinem Untecstandsgeber der Behörde überlieferten und dann die Verfolgung der Räuber fortsetzten. Allgemeine Zeitung dcsJudentbumS. lJlo. 21. 1864. Inhalt: Leitende Artikel: Wer ist der Rechtgläubige? — Die Theokratie. — Literarischer Wochenbericht. — Nekrologe. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Frankfurt a/M., Au« Rheinh^siem Preußen: Bertin, Bonn, Trier. Oesterreichischer Laiserstaat: Wien, Preßburg, Wien, Lemberg. Schweiz: Bern. Mexiko: Mexiko. yy Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährlich % Thaler. r «örtlicher Redacteur: G. Fritzsche. LuchhaudUwg ia üeiviis — Druck von s. Sicofinft in 2eiv»ig.