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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 19 (1864) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
19 (1864)
Date
1864-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Kolksblatt lefiruni] tinö Änterhattung aus jüdischem stekiele.^ Herausgegebrn von Rabbiner Dt. Ludwig Philippsou in Bonn. Mo 19. 1864.] L<rn btricr ZriliLrift «rfdctat wöchenllich nne ttuimntt. Preit de» 2adr- »an«« l Ldtr. 4t»errrljäbrt, 7 '< Rgr. »lle «mddandluaften. Posrämle, und Aeirungoervedltroue» nedmrn L>cfteltuuge» au. [II* Jahrg. 2. ^ua^tal.] Bilüer aus Dein Oriente. 3| o n 0. I. Rosenmeyer in S- A. Ujhel'y. Vll. Jerusalems Umgegend. Herste habe ich mir vorgenommen, die Umgegend Jeru» falem« zu besuchen. Nach dem Morgengrbete verließ ich die Stadt durch das nördliche oder DamaScuSlhor. Das Damas uSlhor ist eins der merkwürdigsten Denkmale arabi» scher Bmkunst und wird von den Arabern auch Säulen» thor, L<b el Amud, genannt. Der Weg ist unbelebt, man glaubt sich nicht in der Nähe einer großen Stadt. Ich erinnere mich des BibelworkeS:- Die Wege Zions sind öde. Bald t>afeu wir eine Hochebene, welche sich etwa eine halbe § lunde gegen Norden zieht und dort erst von Hügeln begrenzt wird. Die Ebene ist mit einem freundlichen Olivenhaine besetzt, bess^i Schatten den lieblichsten Spaziergang! gewähren und gegen Abend die vornehmsten Mu» hamedai er aufnehmen. DaS Auge genießt hier ein. n reizen» den Urb kblicf über die ganze Stadt und ihre Umgebung. Aber alich manches Denkmal einstiger Zerstörungswuth begegne t unserem Blicke, denn hier lag die unter HerodeS Agrippa! befestigte Neustadt. Man findet hier häufig kleine Marmo würfe! von verschiedener Farbe, wie sie ehemals;u fünf!ich»n Fußböden verwendet wurden. Dicht vor dem DamaScusthor finden wir die s. g. Grotte des Jeremias, in welcher der Sage nach der Prophet von dem Könige Zedetia gefangen gehalten wurde. Sie liezt nahe bei der Stadt vor dem Damaseusthor. Em üdeLhängender, wohl hundert Fuß hoher, üppig bewachsener Felsen birgt in seinem Innern eine weite hochgewöldre und tief: eindringende Höhle, deren Decke von natürlichen Pfeilern und Säulen getragen wird Vor dem weit gross» nelen Eingang am Fuße des Felsens stehen einige kleine, noch de,Lohnte Häuser, von einem hübschen Gärtchen umgeben.!Gan; in der Nähe davon befindet sich eine große, noch ans dem Mittelalter stammende Eisterne, in welche wir hin bstiegen. Sie stellt in einem großen in den Felsen gehauen a Gewölbe einen weiten See bar. In der Mitte steht al \ Träger der Decke ein großer Pfeiler, der oben nach vi«f Seilen in gewölbte Bogen ausläuft. Auf dem Hügel j>nfeirS der Jeremiasgrvlte wirb die Stadt von der Nordsee in ihrer ganzen Ausdehnung überblickt. Nicht fern von hier, so erzählt die Sage, war der Ort, wo der Hohepri ster Jaddus in hohenpriesterlichem Gewände, hinter ihm de Zug der anderen Priester in weißen Kleidern, Alexandi : dem Großen, der gekommen war, die heilige Stadt zu züchti |<n, entgegen kamen. Und flehe, der große König war bei dem Anblick tief erschüttert. Denn zu Dium in Maceoonien war der Hohepriester, so wie ihn jetzt das wache Auge sah, dem Alexander im Traumgesicht erschienen, hatte ihn zum Beginne des Heldenlaufes nach Asien ermahnt und den Sieg verheißen. Und der „Welteroderer", der vor keiner Macht der Erde sich tzedeugt, neigte sich hier in Ehrfurcht vor einer Gewalt, die im Verborgenen die Geschichte der Völker und ihrer Weiche lenkt und führt. Etwanordwärts vom Damascusthore, an der Straße nach! Sichem, eine Viertelstunde vor der Stadt, liegen die Gräber der Könige, die merkwürdigste und ejgenthüm» lichste unter den vielen'Todrenstätten in der Umgegend von Jerusalem. Man denke sich dies« Gräber in keiner schauer» lichen Einöde. Inmitten einemit Bäumen geschmückten Hohlweges und lieblicher Gegend findet man in dm Gräbern Palästina« überhaupt nichts von der Finsterniß und Eckwermuth eines Grabes, fondepn manche dieser DegrLbniß^Gtze liegen so hoch und malerisch, daß ein Reifender hier stundenlang mit einem Buche! in der Hand sitzen kann. Die Sonne ging rechts hinket hem Oelberg unter und au» der Ruhestatt« der Tobten sah man ein liebliches Landschaftsdild aus irgend einer Wohnung der Lebenden. Zu den Gräbern der Könige führt ein Vorhof, der mit Schutt und Gerolle erfüllt ist und brr durch eine Tbüre geschlossen werbm kann. An der südlichen Felsenwand des Dorhofes zeigt sich eine prachtvolle Halle, verziert mit den halberhadenen Bilderwerken »on Rosen und Weinranken. Im Osten der Halle ist der Eingang zum Innern der GradeSkammern. Wir treten in ein großes, über 82 Fuß langes und Fuß breites Gemach, an »dessen Seite eine niedrige Thüre, über welcher eia schöner Fries sich befindet, in eine Reihe kleiner Kmmnern führt, in deren Wanden sich meistens in den Felsen gehauene Vertiefungen von der Größe der mensihilchcn Gestalt befinden. Die Tiefe der Wärzde beträgt noch jetzt mir den starken Auffüllungen durch den Eckutt 18 Fuß. In der westlichen Wand zeige sich eine prachtvolle Halle, geziert mir halber» habenen Bilderwerken von Rosen und Weinranken. . Audi,sec Halle gelangt man durch einm niederen Eingang auf Händen kriechend tri einen finsttren Saal, 20 Fuß im Gevierte messend. Bon dort führeil drei Eingänge, welch« vormals durch steinerne Thüren geschlossen waren und seit undenklichen Zeiten erbrochen sind, tn' £>tr eigentlichen Todrenkammern mit geräumigen Grabnifitzen von drei Seiten, und aus einer dieser- Kammern kaas» man auf Stufen in tiefer gelegne Reihen von Gemächern hinabsteigen. Die kunstreichen halberhadenen Arbeiten »er Wände, die sonder.

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