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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 14 (1864) · p. Seite 56

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
14 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 56 (sequence 4)
Language
German
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56 < :ctnen. vävonanoan tnoen; in Gc- *) Dieser .launige Gedicht, vorgeiragen am 14. de« ljudischen) .^tausmännischen BereinS" in Bre 1U. tzebr. c.), erschien uns der Art, daß es sich rechss vahmsweüe — auch ohne Beziehung aus unser spez — hier aufgeuemmen zu werden. Die X ^tistungSfepe lau, (am ertigt, auselles Gebiet ction. theils mit Freude theils mit großem Schrecken ii dem einen der beiden Gefangenen einen Bekannten gefi «den, ] der auch mit dem Haus« de Castro in nahen Bezieh angen : gestanden. Auf dem Rückmärsche ließ er diesen ned<» sich I gehen und eilte mit ihm eine Strecke seinen Leuten >oran, um sich ungestört mit ihm unterhalten zu können. 'Was . er da erfuhr, erschütterte ihn aufs tiefste. Der B«!annre theilte ihm mit, daß eS bald nach der Flucht Rrdert's allen offenkundig ward/ wie Srldom sich um Anrc nie de Castro aufS eifrigste bewarb. Ec hatte sich in die D!ttrau-. lichkeit derselben gestohlen, indem er sich zum Ver raute»' ihre- Schmerzes um den Verlust Robcrt's machte, immer aber wieder in ihr Aergec und Zorn gegen Rode t, der sie, wie sie meinte, leichtfertig aufgegeben, aufgeiachelt. Endlich glaubte Seldom, der die Einwilligung del alten de Castro längst besaß, die Zeit gekommen, um auch Antonie mit seinen Wünschen, die nur ibr allein biif dahin unerkannt geblieben, bekannt zu machen. Aber hier auf völligen Wiberstant. Es gab heftige Vergebens forderte der Vater sie auf, sich an dem gelaufenen Bräutigam zu rächen, indem sie einem die Hand gebe —. dazu konnte sie sich nicht über, vielleicht lebte auch in ihr die schwache Hoffnur Robert wiederkommen und alles ausglcichen werd Verhältnisse konnten den Bekannten des HauseS k heimniß bleiben und schon mußte Selbem mancherlei Spöttereien über seine vergebliche Werbung erleiden, Plötzlich wurde die Verlobung Scldom'S mir. Antonie Igefeiert. Welches geheime Motiv Anronien's Widerstand überwunden, blieb jedermann verborgen. Sie erschien traurig und abgehärmt, aber sie hatte doch cingewilligt und der Tag der Hochzeit war schon in der Kürze bestimmt. Da kam wenige Tage vor der Hochzeit die Nachricht von dem Heranziehen Buttler's und verbreitete einen gnazenlosen Schrecken. Die Regierung bor sogleich, alle M nnschafr, welche die Waffen tragen konnte, ohne Unters hieb des Alters und des Standes auf, formirte sie zu Reimcntern und schickte sie dem. Feinde entgegen. Auch Sttd >m mußte eine Officiersielle .übernebmen und mit auscucke >, und so mußte die Hochzeit aufgeschoden werden. Forts folgt. Das alte Couitoir. *) Ute! Da ftreiten sich die Sc*t* herum :c. gleich alt Gerümpel um mich her, Es kommt mir fclrsam vor," «So denkt dereinst ein Millionär, Blickt er in ein Comtor. — . „DieS Pult mit Fächern allerjeit, ' Wozu so schwer und groß- Man braucht in heut'ger rascher Zeit Ein klein Notizbuch blos! C fti Vertag von Baumgartner'« Hier diese Lage Postpapier; Mein Gott, wie ist das dumm!* Wozu baS ganze Briefgefchmiec Und solcher Zeilconsum? Die Post ist lange abgeschaffr. Da sie zu langsam rollt; Hier meines Drahtes Wunderkraft Erspart mir Zeit und Golv! Dies dicke Hauptbuch, — lieber Gott! - — Fünf Jahre dient's am End'; In dieser Zeit — potz sapperlot! — Ist langst man insolvent! Und alle Bücher abgefaßt, Mit deutscher Schrift geführt; Das heißt ja wahrlich Zeit verpraßt; Heut wird stenographirt! Auf hohem Brett ein großer Häuf' Von allen Kisten — ei! Das Wort „Scripturen" steht darauf, Möcht' wissen, was' das sei! Wohl fünfzig Kisten seh' ich stehn. Mit Jahreszahl markirl; Die Firr^a möcht' ich heule sehn, Die so lang' existier! Das Sonderbarste ist fürwahr Doch dieser Eisenschrank, Zn dem manch liebes langes Jahr Die Landcsmünze klang. Zwar ist er heut gebräuchlich, doch Es hat ihn jeder Lump; Das Geld ist fort; man lebt nur'noch Von gegenseit'gcm Pump!" — So denkt dereinst ein Millionär Ob der entschwund'nen Zeit; Ich glaube, daß es besser war'. Blieb' manches so wie heut! Mag'S immerdar Gerümpel sein, Bestüudt und alrersmüd', Ist nur di« Firma gut und fein, Coulant und stets solid! Drum, lieben Freunde, schämt Euch nicht, Sitzt Ihr auf Eurem Dock Am eingrstaudlen Pulte schlicht Im alten Arbeitsrock! — Stoßt an! Die Firma lebe hoch, Florire immerdar, Und mit ihr mag bestehen noch DaS alte Comtoir! Allgemeine Zeitung de« JnbenkhumS. No. 13. 1864. Inh alt: Leitende Artikel: Politische Briefe. II. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Stuttgart. Preußen: Berlin, Berlin, Berlin, Lebn« Breslau. OefterreichischerKaiserstaat: Wien, Linz. Preßburg, AuS Ungarn, Papa. Großbritannien: London. Amerika: Philadelphia. Zu beziehen durch jedes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Thaler. Lerauwjntücher Redacteur: G. Fritzfche. Buchhandlung i» Leipzig- — Druck von G. Srevliuz in Leipzig.

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