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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 12 (1864) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
12 (1864)
Date
1864-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Belehrung unö Unterljaftung aus jüdischem Hekiele Herau-gegebrn von Rabbiner vr. Ludwig Philippso» in Bonn. fNo. 12. 1864.} Ben dieser ZeitsLrilt rrfAdnt wL»e»Uich eine Nummer. Preis de« Iadrgang« i Lhlr7 Bierieljidrig 7 % Ngr. «Le Bnchbundlungeu. Pofttmter und Aeim»g«rkveditio»e> nehme» Bestellungen an. [11. Mrg. 1. Quartal] Die Union. Sine Novelle. (Fortsetzung.) IV. So I war nun das Schicksal Robertfür die nächste Zeit entschieden. Er eilte nach seiner Wohnung, um die nöthigenj Vorkehrungen zu treffen. Zunächst sandte er seinen Diener, den er in sein Geheimniß einzuweihen nicht wagen durfte, mit einem Aufträge nach einer seiner Plantagen, so daß er erst nach einigen Tagen zurückkehren konnte. Dana machte er sich an da- Sondern seiner Papiere, verbrannte die überflüssigen und packte die wichtigeren in eine Schatulle, welche er der Obhut dealten Cock anvrrtrauenwollte. Dann schloß er da- Nöthigste von Kleidungsstücken und Utensilien in eine Kiste, welche Cock im Laufe de» folgenden Tages wie eine Waarenkiste nach dem englischen Dampfschiff dringen lassen sollte. Noch war er nickst ganz damit zu Ende, als der alte William selbst elntrar und ihm über seinen glücklichen Erfolg auf dem Schiffe berichtete, und mit ihm verabredete, wd sie sich nach Mitternacht treffen wollten, um pünktlich an der vom Capitain bezeichneten Stelle im Hafen zu erscheinen. Denn du alte treu« Diener de- Richarbson'schen Hausewollte esich trotz aller Widerrede Robennickt nehmen lassen, selbst ihn dahin zu begleiten und damit von aller Sorge für feine Bergung unter der englischen Flagge frei zu fein. Die Nacht war unterdeß hereingedrochen und Robert schickte sich an, wenn auch mit schwerem Herzen, nach dem Hause der de Castro'- zu gehen und den von ihm gefaßten Entschluß zu verkündigen. Er hatte einen Augenblick daran gedacht, feiner Braut den Schmerz de- Abfchiedezu ersparen und sich ihr schriftlich mitzutheilen. Doch nur einen Augenblick. Denn sein Herz drängte ihn, da« Antlitz der Theuren »loch einmal zu sehen, bevor er der. Ungewißheit, ob und wann er sie wieder erblicken werde, enrgegentrete, und mit ihr die Gründe der Trennung selbst zu besprechen und eilten etwaigen Zwiespalt der Meinungen von vornherein au-zugleichen. Sein Herz pochte gewaltig, aler in der Dunkelheit durch die Straßen eilte und sich dem Hause, daer so oft voll Glücktbetreten, nahet«. Todtendlässe bedeckte sein Gesicht, al» er in ba- Zimmer Antonientrat, die nichtahnend und in froher Stimmung mit einer Ltcrüre beschäftigt war. Alsie Robert erblickte und sein bleiche- Antlitz und seine bekümmerten Züge gewahrte, stirang sie von ihrem Sitze auf und rief ihm entgegen: „Um Gotte-Willen, Robert, waist dir begegnet? wahast du?" Rodert strengte sich mit aller Kraft an, seiner tiefen Bewegung Herr zu werden; er schritt zu dem geliebten Mädchen hin, faßte ihre Hand und küßte diese heftig und sprach endlich: „Eist allerdings etwa- Gewichtige- und Schwere-, theure Antonke, wamir und damit auch dir begegnet ist; ich will edir mittkeilen. E« ist eine Hane Prüfung, die unserer Liebe .bevorsteht. Ader mir starkem Herzen, jnir der Treue, ^fc wir ungelobt haben, und mit Vertrauen auf Gottfgütige Fügung werden wir eüberwinden und e-! wird alleschon wieder gut werden." Darauf führt« er sie zum Divan zurück, setzte sich neben sie, indem er ih^e Hand festhielt, und nun berichtete er ihr getreulich alle-, waihm in den wenigen Gründen, seitdem er sie verlassen, begegnet war. Ader noch war er lange nicht zu Ende gelangt, kaum hatte er seinen Entschluß, seine Heimdth lieber zu verlassen alin den Dienst der Rebellen zu treten, angebeutet, al- Antonie in die heftigste Bewegung yerieth, mit dem Instinkte der Liebe allevorau-ahnend, wa- Robert - noch zu sagen harre. Ein Zittern überflog sie, und indem sie die Hände zusammen« schlug, rief sie aus? „Wie, Rodert, du willst mich verlassen? Du.willst wenig» Wochen vor der Hochzeit dich von mir lo-reißen, dich »en drohendsten Gefahren in die Arme werfen, mich allein zurücklassen? Würben wir unS jemalwiederfinden? Welch grausame- Geschick willst du unbereiten? Rein, dakannst, dadarfst du nicht!" Robert suchte den Strom ihrer Empfindungen zu hemmen; in gebränstester Weife stellte er ihr die. Unmöglichkeit vor, dem Belangen Benjamins zu genügen, und bu grausame Behandlung, der er sich au-setzen würde, wenn er hier bliebe. „Biillst du, baß ich in den Kerker geworfen, der äußersten Mißhandlung prei-gegeben oder einem qualvollen Tode überliefert werden soll? Würde ich dich dann nicht emrm, noch traurigerem Geschicke anheimgeben, würde dir ein Schmerz erspart und nicht vielmehr verdoppelt und verdreifacht werden? Laß mich ruhig ziehen, geliedle Antonie; so gewiß ein Gott über unist, wird die gerechte Sache siegen, in ihrem Geleite werde ich zurückkehren und ein höhere- Glück, eine noch größere Seligkeit wirb unsre Treue belohnen l Siehe", ftchr er fort, „eist ein Sturm lo-gebrochen, furchtbar und voll Schrecken, wie gewiß noch keiner Über diese- Land der Freiheit hingerast,hat; wa- Wunder', daß er auch auf unser stilles Glstck lo-braust und eerschüttert.— Ader halten wir nur fest zusammm au-, so kann er enimmer zerstören

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