Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 8 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4908862-5999388-6026644--2636-4910958- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
* Jüdisches j Belehrung unö Anterhattung auf jüdischem Gebiete. Heransgegebe» von Rabbiner Dr. Ludwig Phllitzpsou in Bonn. [5Ro. 8. 1864.] «foa dieser Antichrist erjchetB» «ScheutUch ei,e RB»»er. Urei« de« Jatze» gang* 1 rdlr. vienNjshrig 1U Ngr. tm« fiuttiwblBBge«, PvpL»Her sab AeivrBg<erprdi«»K«U »eh«e» fktcaamgeB am. \(11. Iakrg. 1. Quartal.] Eine Erklärung des großen Lobgesangs. (Hallel.) (Fortsetzung.) Psalm IIS. Nicht un», o Ewiger, nicht un-, Nur deinem Namen gib die Ehre, Um deiner Huld,- um deiner Wahrheit willen I 2 Warum sollen jbfe Volker sprechen: Wo ist denn nun ihr Gon? 8. Ist doch unser Gott im Himmel, Allewar er will, das thut er. 4 Ihre Götzen sind Silber und^Gold, Wert von Menschenhände«! 5. Haben einen Mund, und reden nicht, Habßl» Augen, und sehen nicht, & Haben Ohren, und hören nicht, Haben eine Nase, und riechen nicht, 7. Ihre Hände, die greifen nicht, 2h« Füße, die gehen nicht, Sie geben keinen Laut durch ihr« Kehle. 8. Gleich ihnen sind, di« solche fertigen, Jedweder, der auf sie vertraut. 9. Israel, vertrau* auf den Ewigen: Ihr Helfer und ihr Schild ist Erl 10. Hau» Ahron, vertrau* auf den Ewigm: Ihr Helfer und ihr Schild ist Er! 11. Ihr Golte-fürchtigen, vertrauet auf den Ewigm: Ihr Helfer und ihr Schild ist Er! — 12. Der Ewige gedenket unser: Er segner, segnet das Hau- Israel, Segnet das Haus Ahron, IS. Segnet, die de« Ewigen fürchten, Die Kleinen sammt den Großen. 14. Der Ew'ge füg' zu euch hinzu. Zu euch und euren Kindern. 15. Gesegnet seiet ihr dem Ewigm, Dem Schöpfer Himmels und der Erden. 10. Die Himmel stab des Ew'gen Himmel, Und di« Erde gab er den Menschenkinder«. 17. Nicht die Tobten loden Iah, Und alle nicht, die in das Todesschweigen fluten. 18. Wir aber preisen Iah Bon nun an di» in Ewigkeit. Hallelujah. Wir haben gesagt, daß Psalm IIS daallgemeine Verhält«!- Israels zu Gott feiert. Dieses besteht aber von stiten Israels in der Anbetung des einzigen, imkörperlicht» Gottes, von seiten Gottes in den Segnungen, die er in Fülle an Israel ertheilt. Beide Momente werdm in dem Psalm kräftig hervorgehoben und an ihren Gegensätzen «rwiestn, der Lereyrung der Götzenbilder sttren» der Heide«, und dem Zustand« der Tobten, die solcher Segnungen niwt theilhaftig werden können. Allein gerade dieses Derhältniß erscheint in den Leiden und Drangsalen, welche Israel erfahren hat, getrübt, und dieser Umstand muß dem Sänger um so eher eorgegentreteo, als er soeben jene große wunderbare Befreiung au- Egypten und den Einzug in Kanaan jubelnd besungen hat. Indem dies schnell und schweigsam durch seine Seele, geht, bildet es sich in ihr zu einem Gebete um abermalig« Errettung Israels aus der Ohnmacht vor /einen Feinden. Ader edenso schnell kommt es ihm zum Bewußtsein, daß Israel eine solche Lethäriguntz der göttlichen Erlösungskraft wohl s kaum verdient habe, und er beginnt daher mit dem Aus»- rufe, daß Gott, wie er es ja auch früher geihan, dabei nicht auf die Verdienste Israels, die dazu nicht hinrejchen «üvden, schauen möge, sondern auf den höheren Zweck, daß die Völker nicht, durch das Unglück Israels verleitet würden, den Gort, den Israel änderet, den einzigen, unendlichen Gott des Weltalls,'"als schwach und ohnmächtig anzusehen, so daß die Erkennrniß dieses Gottes, statt in der Menschheit sich auszudreiten, dadurch behindert und verzögert werbe. Die „Gnade und die Wahrheit' waren es^ aus welchen heraus Israel erkoren, gerettet und erhalten wurde, und sie sind die bleibenden Beweggründe, auf die hin Israel einer immer «iederkehrenden Rettung und eines dauernden Bestandes gewiß sein kann. Der Sänger deutet es dabei an, daß es nicht die einzelnen Ttzatsachen sind, welche uns den Plan und die Absichten Gottes zu erkennen geben, sondern daß wir sein „Wirken und Wollen" nur aus dem große»,Gange und Berlaufe der Lölkrrgefchicke ersehen können nnd daß daher bi» Mißgeschicke Israel» nichts gegen sei»e Wirksamkeit für Israel deweisen) denn auch jene sind der. Ausfluß seines allmächtigen Weltrrglerung und werden fich, sobald ihr Zweck erreicht ist, in Sieg und Ertzednag verherrlichen. Allerdings zeichnet der Sänger, wie es einem solchen ziemt, dies« Reflexionen nur durch ganz leise Striche, aber sobald wir uns ln die Tiefe seines Gedankenganges versenken, treten fie uns deutlich entgegen. Und sind es nicht diele Ideen, die noch deute, so viele Jahrtausende später, das wahre Licht auf die Geschichte unsres Glaubens und Stammes verbreiten und uns und die göttliche Vorsehung vor jener blöden' Verkennung schützen, bi« in den langm