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Jüdisches Volksblatt · 1864-01-01 · 5 (1864) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
11 (1864)
Issue
5 (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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Octoder 1037 "‘ben Thron bestieg. D«n Lüsten ergeben bekümmerte er sich freilich wenig um ie Regierung, die sich um so besser in Jbn NagrelaS Hänbm befand. Zwar versuchte «S Bologgin spater, sich gegen xide -vfzulehnen; allein auf BadiS Befebt mußt« ihn sin eigner Leibarzt beseitigen, und NagrelaS Stellung befttigtt sich nur um so mehr. Seine Gegner mußten Grana >a verlassen, unter ihnen der jüdische Gelehrte Joseph Jb i Magisch, der in Sevilla vom dortigen Könige Algafer ri.edlich ausgenommen wurde und zu einer bedemenden 3 jürde gelangte. (Schluß folgt.) Einige historische Notizen aus Grätz' Geschichte der Juden, achter Band. ten . . VI. Toleranz der Tü Esiebt fast wie ein Wert der L »rfehung aus, baß bei der Zunahme und Heftigkeit der Judenverfolgungen in Europa daS neue türkische Reich (nach Konstantinopel) entstand, das den Gehe len ein gastfceundlichrS Aiyl bot. Als der Sultan 2!oham:ned II. drei Tage nach dem Strafgerichte, das ^r iber Konstantinopel ergehen ließ, einen Aufruf veröffentliche: Alle versteckten und flüchtigen Bewohner mögen in ib e Hauser und Besitzthümer ohne Furcht vor Belästigung zurückkehren, bedachte er auch die Juden mit wohlwollendem Sinne. Ec gestattete ihnen, sich frei in'Kori üantinopel und in den übrigen Städten niederzulassen, r umre ihnen besondere Wohnplätze ein und erlaubte ihm n Synagogen und Lehrhäuser zu errichten. Mohammed' l. harte einen jüdischen^ Leibarzt, Hekim Jakob, del er besonders auszeichnete und zu einem feiner Finanzv rwalter (Defterdar) ,mannte. Wie er bald nach seiner Besitzergreifung von Konstantinopel einen griechischen Patria:chen erwählen ließ, den. er gewissermaßen zum politischer Oberhaupte über sämmtliche Griechen seines neuen R iches ernannte, so wählte er auch einen jüdischen O d erra b b iner für sämmtliche türkische Gemeinden in der Perlon eines frommen, gelehrten und wackern Mannes, namens Mose Kap sali. Mohammed berief sogar den Großradl inen in den Divan und zeichnete ihn besonders aus., lo baß er seinen Sitz neben dem Mufti, dem mohammed mischen Oderulema, und Borlritt vor dem Patriarchen Ger Kapsali (ged. um 1420, st. um vom Sultan eine Art politischer nadioS hatte. Mose 1495) erhielt auch Machtvollkommenheit über dir türkischen Gemeinden. Ec ve thettre die Steuern, welche die türkischen Juden einzeln zu leisten hatten, ließ sie einziehen ui d lieferte sie in die Kaffe des Sultans ab. Mose Kapsa befugnisse über sämmtliche Gemeinde die Rabdinen, mit einem Worte, er und efsicieller Vertreter eines zusamm «hängenden jüdischen Gemeinwesen«. .oder7 gemeindeweise Alte Naivität.. Mein Großvater, erzählte mir jüngst ein Freund — und ich kann den Lesern versichern, daß mein Freund einer der glaubwürdigsten Männerist und sicher von seinem hochverehrten Großvater nur erzählt, was buchstäblich wahr ist — mein Großvater war einer der friedliebendsten und friedesuchendsten Männer, der nicht einmal ein böses Wort über einen Nebenmenschen hören konnte, viel weniger daß er von kriegerischem Sinne gewesen wäre. Im letzten Jahrzehend deS vorigen Jahrhunderts war er in dem anmuthig gelegenen Sondershausen ansässig und wohnte da in einem etwas abgelegenen, auf einer Höhe befindlichen Hause. Er betrieb insbesondere «in bedeutendes Geschäft mit Glaswaaren, ’ fand am fürstlichen Hofe viel Abnahme und besorgte nebenbei für eine der älteren Prinzessinnen, deren ganzes Ber- | trauen er besaß, alles, was sie für ihren Hausstand bedurfte.! In einer guten Laune schenkte sie ihm einst einen präch» ' tigen Degen, der bei ihr von irgend einem Ahnen sich vorfand. , Was sollte der Herle Joseph mir einem Degen?! ' Und doch durfte er ihn als Geschenk der Prinzessin nicht j veräußern. Er stellte ihn in einen Schrank zur Aufbe- > wabrunq. j Eines Nichts im Sommer fuhr ein furchtbares Gewitter über die Stabt hin und entlud seine Schrecken insonderS auf das hochgelegene Haus des Großvaters. Sturm und Donner, Hagelschlag und Platzregen und Blitze fielen . auf die Wohnungen der Menschen herab. Im Nu waren sämmtliche Fenster zerschlagen, über für 1000 Thaler Spiegelgläser zersplittert — der Großvater aber, statt für Frau und Kinder, die zärtlich geliebten, für Hab' und Gut bedacht zu lein, sprang auf und rief: „Gebt mit den Degen her, den Degen her — der Meschiach kommt, er kommt — wir müssen unS rüsten — den Degen her! . . Und der lammfromme Mann eilte zum Schrank, riß den prächtigen Degen der Prinzessin heraus, gürtete ihn um und eilte zur Thüre, - um zu sehen, wo und wie — der Meschiach gekommen. . . . Ec fand sich getäuscht, und der Degen spazkrte, nachdem daS Unwetter sich gelegt, wieder in defi Schrank zurück. Es ist dies ein kleiner Charakterzug. aber er scheint' mir doch bedeutsam und tiefsinnig; der Messiasglaube war wirklich in - der Masse sehr stark. — Obiges ist kaum über sechzig Jahre her. i harre auch Straf» mrglieder, bestätigte, war das Oberhaupt Allgemeine Zerrung des Judent bum«. No. 4. 1864. i Inhalt: Leitende Artikel: Die Totalitär im Juden- | tbume, — Gabriels Andenken — Die Reise Sir Moses Monte- ■ fiore's nach Marokko. — Ueber die Frauenplatze in der Svnagoge. | Spenden - Liste für die Rießer-Stiftung. — Zerstreute Bemerkungell. — Literarischer Wochenbericht. — v Zeitungsnachrichten: Deutschland- Tire. Preußen: Trier, Krowfchiu. Oesterreichischer Kaiserstaat: Lundenbürg, Wien, Aus Südungaru. Frankreich: Paris. Großbritannien: London. Amerika: Hamburg. X3T' Zu beziehen durch jebesPostamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierleljäbrlich yA Tbatet. ’ Berantwonticker Retacreur: ffi. Fritzfche. 4 t a et'l ttuttfranblung in envrig- — Tntf rra St. ff t co iin g in Ürirug. "Beklag Ben 9itn

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