Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 3 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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€ w i €f fudjt. Diese erheben sich in konischen Spitzen, die gegen Gr^ hin mir ewigem Schnee bedeckt sind. Die nahen sind meistenröthlich gefärbt, biS zu den Spitzen d fen, und schillern in köstlicher Schattirung von Rot! Grün .überaus lieblich inS Auge des bewundernden dererS. Dieser sieht hier Hügel an Hügel gereiht, m mannigfachsten Baumartcn geschmückt, deren südlich Blätter in voller Blütbe prangen. Nichts Schöneres die hohen Kelsen des Meerbusens selbst, von den streifen der schäumenden Brandung eingefaßt, hinter unter diesem bezaubernden Himmel die herrliche umgeben von ewig blühenden Garten, dabei überall tig bewegtes Leben, welches die herrlichen dortigen schengestalren sichtlich durchbebt. Ader dennoch fühlte sich im Jahre 1014 bei dieser Schönheit der Stabt Samuel Halevi Nagrela, der Sohn beS jüdischen Kaufmanns Joseph Merida, sehr unglücklich. Als Flüchtling au* hatte er hier feinen Wohnsitz aufgeschlagen und einem elenden Spezereiladen sich seinen Unterhalt zu den. Er war 893in Cordova geboren, genoß d ein» wissenschaftliche Erziehung, denn er lerme nicht den reichen und schwierigen Stoff deS Talmud unter! Ehanoch, die Feinheiten der hebräischen Sprache bei I Ehagug. sondern auch die arabische Sprache eignete meisterhaft an, da die andatusii'che Hauptstadt auf Höhepunkte der arabischen Bildung stand. DaS j Spanien halle die Erbschaft von Judäas und Wissenschaft übernommen, um sie gemehrt den na menden Geschlechtern zu überliefern. Es ist ja gerad erhabne Eigenheit deS jüdischen Stammes, allüberall dem Wissen anzupassen, mit feurigem Geiste die schäften andrer Völker lernbegierig sich anzueignen, au Weiselrotz aller versuchten Knechtung die freie Wissen erobern, den -hohen Beruf"unsers Glaubens zu offrntjä denn die herzerfreuende Wissenschaft schmückt das Leben mit goldigem Sonnenschein, mit duftenden der Freude. Nimmer sieht sich der Mann der For ganz allein; ist ihre Stimme ihm in» Herz gedrckn so ermuthigt sie ihw in allen Sorgen und Schmerze r Lebens, bei'eeligr schaut er hinauf zu den himmlischen neu, wenn er begierig ihr lauscht, nimmer vereinst ' stets beglückt. Mitten in diesen Studien mußte Samuel flürh Fußes von Eordova enteilen, als der Berberhä Suleiman die Prachkgedäude der Stadt erobernd die reichsten Familien ihrer Habe beraubte und die eleo^i vertriebnen Juden nölhigte, in Granada, Toledo, Saragossa hin sich eine neue Heimat zu gründen. Samuel gehörte zu diesen Flüchtlingen; die Eltern h im grausigen Kampfe verloren, ohne Hilfsmittel nach Malaga, um sich alldort eine kümmerlich, Enstes beschaffen. Nur siine großen Kenntnisse des Talmu hebräischen, chaldäischen, arabischen und spanischen St» tröstet« ihn in den Stunden banger, zagender Eins» \ er war sich alS frommer Jude bade, bewußt, auch vertrauend dulden zu müssen und in der Wissenschaft für alle Unbillen deS Lebens zu finden. naba Zerge ejvach- und! Lant den kjunkle alS lberhnen adt, ürach- Bad > i sch f Bla;e, r sog» k, „ ffrfag Mn ttaamgätintr'* ««4} i 12 — Menaller Jbn auS dova e in epwerstldst illein Rabbi hüda sich dem vjdische lons chkomeine sich gendiese r. zu ren; )üstre tthen Hung gn», deS Stermmr, ligen upkling orte, glich r dis Unser «itte er Diese Bildung und sein meisterhaftes Versiandniß der arabischen Schönschrift sollten ihm auch zu einem seltenen Glücke verhelfen, die höchsten Ehren verschaffen, wie sie kein Jude bis dahin feit dem Untergänge des jüdischm Staates genossen. Nach dem Sturze der Omajaden in Spanien entstanden nämlich in Andalusien eine Menge kleiner Staaten, „Könige der Zerrissenheit und Kleinstaaterei," und so begründeten die Sinhagah, ein Ltamm der Berbern, unter ihrem Häuptling Makscn auS der Familie der Ziriden um das Jahr 1020 ein eigenes Reich im südlichen Spanien. Daö herrliche Granada, in dem viele Juden wohnten, würde die Hauptstadt, Malaga ihm unterworfen. Als hier unser Sanmel seinen Kramladen anlegte, sorgenvoll und mühsam sein Brot erwarb, weilte neben ihm in seinem Palaste der Vezier des zweiten granadischen Königs HabuS, der. gelehrte Abdlharim Jbn - Alarik, so oft ihn sein Beruf nach Mataga führte. D.c^Vezi'er hatte daselbst eine vertraute Sclavin, die ihrem Herrn wohl öfter Mittheilungen,;u machen hatte und die bald in Samuel den Gelehrten fand, der zierlich und schön ihre Wünsche niederzufchreiden und wiedeczugrben bereit war. Die Schönheit und Gewandtheit der Sprache, dir Lieblichkeit der Schrifrzüge machten Jbn Alarif begierig, den Schreiber kennen zu lernen, und bei genauerer Bekanntschaft mit seinem umfassenden Geiste nahm er een bescheidnen Samuel als Geheimschrrider in seine Dienste. Es geschah dies im Jahre 1028, wo der jüdische Jüngling nach Granada zog, um nach und nach durch seine Einsicht, durch die Tüchtigkeit skincrKennlmsse und seines Charakters sich immer mehr die Achtung und Liede feines Wohlthärers zu erwerben. Mit welchen Gefühlen verließ wohl unser Nagrela seinen Kramladen, um fern von den drückenden So.rgen deS alltäglichen Lebens in den höher» Schichten der Gesellschaft sich zu bewegen, innerhalb derselben sogar eine hohe Stellung einzunchmcn. Wie froh mußte ihm das Herz schlagen, als er das herrliche Granada vor sich liegen sab, mir seinen paradiesischen Fluren in seinem Rosendett« so lieblich ausgestreckl, Rosen auf den Hütten wie auf d.n Palästen, Rosrngurrlanken über Balkonen und Altaüen, Rosin auf den Mauern wie in den Gärten, überall Wohlgeruch und paradiesisches Fühlen. Wie mußte ec staunen, als er über den Berg nach der Alhambra stieg, die innerhalb ihrer hohen Mauern und Thürme oaS berühmte Chalifenfchloß enthielt und mir ihren künstlichen Parkanlagen und Sälen wohl Raum für 40000 Menschen hatte, die sie später verlheidigen sollten. (Forts, folgt.) m er s zu v;r rache keit; Gott Kraft > Allgemeine Zeitung des Zudenldum». ilc. 2. IHM. . Inhalt: Leitend« Artikel: Ta» naturwissenschaftliche Bewusstsein. — Vorlesung Blumichli'S über Gewesieneznang..— , Lie Rabbiner-Witwen- und Waisen «Haffe. — spenden-Liste j für die Rießer - Lristmig. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: PreuPen: Magdeburg, Thorn, i Aus dem Pofenichen. Oesterreichischer «aiserstaar: Wien,! Pesth, Pesth. Frankreich: Paris. Großbritkanien: Lon- - dou. — Nachtrag: London, Hannover. ^5* Zu beziehen durch ledeSPostann und jede Buchhandlung. ' jährlich 3 Thaler, vierteljährlich % Lbaler. Verantwort lichpr Redakteur: G. Fritzsche. iNlaag j, retpzig. — Tr»a »ca S. Srcdsiaz Ul Leivrig.