Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 11 (1864)
- Issue
- 1 (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/4908862-5999388-6026636--2604-4910933- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
(Sabbat nach 9. Ab.) hier im Hause Ehilluk za fu e». Ca wisst dann, wenn Cu auf die Jeschiba kommst, a cht mehr ganz frenzp darin sein. Denn ich had' Dir s«»on gesagt, daß man ejetzt so weit dringen muß. Ehilluk sagen zu können. Krüherhin hat bas Bekmß (größere Qi an» ritöt des Wissens) alles ausgemacht, mnnwa »poso iinrv Wer eine Massechta (Tractar) auswendig gekonnt hat, der konnte Rosch-Jeschiba werden in feiner Stadt, inbis (Sabbat foL 114 a/. Wer sie alle sber auswendig gekonnt hat, der hau' können Rosch-Jesil ida werden über ganz Jsiosl. Jetzt muß man aber auch Ehilluk sagen können; sonst ist man nicht Bichlal-Lamban (fern eigentlicher Gelehrter), sondern nur rin Jodea-Sepier. Ich will Dir nun bas Stück Gemörö (Ciscussionsthema) aufgeden. Mach', daß Cu klar darin wirst, ind lern' fleißig! (Forts, folgt.) Notizen des Tages aus den letzten Monaten. Ein Herr FlerSdeim in Frankfurt am Main har 290.009 fl. zur Errichtung eines jüdischen Wa«ieahayfe< vermacht. — Am 19. Oktober haben die meisten Synagogen! in Deutschland die fünfzigjährige Juvels'ner der Schlacht bei Leipzig gottesdienstlich drgangen. — , In Saffi (Marokko) hat der spanische Consul mehrere 1 Juden unter der unerwiesenen Beschuldigung, einen spinsi ' schen Steuereinnehmer vergiftet zu haben, ohne gericht.iheS Urtheil martern und.enthaupten lassen, uao hält andere Juden gefangen. Sir Moses Montestor« hat. sich lach Madrid begeben, um eine unparteiische Untersuchung und di« Befreiung der Unschuldigen zu bewirken. - In Jena har zum ersten Male ein Israelit, Dr Qaro, die Erlaudniß erhallen, sich als Pcivaroocenr zu hooilw tiren. — In das gegenwärtige preußische Adgeordententaus sind drei Juden gewählt worben: Vr. Koich, Eommerzien, rath Reichenden« und vr. Johann Jakovy. — In St. Petersburg har sich eine „Gesellschaft^ zur Entwickelung der russischen Juden" cenftlluirl und die Bestätigung von der Regierung erhalten. — In Preuß en stieg die jüdische Bevölkerung von 123.93? im Jahre 1916 zu 253,457 im Jahre 1 $62, während die Gesammtdeoockerung in diesem Zeiträume von ca. 10 Millionen auf 18 Millionen geroachs.n. Jen« stieg also um 80 Pr., diese um 103 Pr. — ■ Wir wollen hier auch nicht bas interessante Faktum übergehen, daß Baron Hames von Rothschild im Omoder in seinem Schlosse Kerrrbres eine Synagoge feierlich eingeweiht hat und bei bitser Gelegenheit 50,000 st. an die Armen spendete, — In Rom ist neuerdings wiederum ei» jüdisches Mädchen wider ihren Willen getauft worben. - Durch Entscheidung des höchsten Gerichtshofes der bairischen Pfalz ist der Eid wäre judaico als unzulässig in dieser Provinz — welche die französische Gssetzgpdtmg noch har — erklärt worden. — Ja Riga ist durchs Verordnung des Oberpolizeimeisters den Juden der Besuch von Kaffeehäusern und Restao, 1 rationen untersagt worden. — In Pooaa in Ostindien hat ein durch seine mer» eantilische Bedeutung wie durch seinen großen Wohlthätig, keitSsinn ausgezeichneter Israelit Sassooa rin großes allgemeines Hospital gegründet. Derselbe baut jetzt in Bombay eine große Halle für den Unterricht in der Mechanik und für öffentliche Versammlungen. — Die würtembergische Abgeordnetenkammer bat mit großer Mehrheit den Gesetzentwurf der Rrgierung über die völlige Gleichstellung der Juden genehmigt. Auch in Liverpool ist «in Israelit zum Bürgermeister gewählt worden; dasselbe hat die Stadt Bristol gethan. Cnrivsa und Notizen. Im Jahre 1630 sollten in W lrn Bekehrungspredig» ten für die Juden eingeführt werden, zu deren Besuch selbstverständlich die Juden gezwungen werdea sollten. Der Kaiser Ferdinand II. trug den Hostarhen auf, Vorschläge über Zeit, Lokalität zu machen. Ja bereu Bericht fordern diese Herren auch, „daß in den Lokalen, wo gepredigt werden sollte, auch Wachen aufgestellt würden, damit kein Zuhörer.einschlafe ober sich entferne." Nachdem die der Sache günstigen Vorverhandlungen geschlossen waren, bestimmte der Kaiser, daß in dem langen Gange des Gebäudes der barmherzigen Brüder jeden Samstag ^wiswen 8 und 9 Uhr morgens die Predigten abgehalten werden sollten. Zugleich wurde Folgende« bestimmt: Bei diesen Predigten müssen wenigsten 200 Personen anwesend sein, der dritte Theil davon mindestens „Weibspersonen" und 40 junge Leute kn einem Alter von 15—20 Jahren. Für jede Person, die nicht erscheint, haben die Aelkesten der Juden das erst« Mal einen Reichsthaler, das zweite Mal zwei Reichsthaler u. s. w. zu dezahlrn; diese Strafgelder sollen denjenigen Juden, welche durch die Predigten zum Ebristenthume bekehrt werden, zufallen. Ueberdies trägt der Kaiser den geheime« Rächen auf, daß sie auf gute Ordnung sehen und de» Jubm das< Schwatzen und Schlafen während der Predigt nichr gestatten. Auch sollen sie nichr durch Ränke oder List diese „Gottselige Intention" stören lassen.*) Dies sind gewiß die absonderlichsten Auswüchse eines verkehrten religiösen Begriffsweseas! •) 0. 9. fflolf, Judeutaufeo S. 5 ff. Allgemeine Zeitung des Judeuthum». Ro. 52. 1863. Inhalt: reitende Artikel: Was wir ,u fürchten haben? — Zerstreute Bewertungen. — Literarischer Wochenbericht. Zeitnogsuachrichteu: Deutschland: Diez, Karlsruhe, Rordeä. München. Preußen: Bonn. Oeßerreichischer Laijerstaat: Wien, Lemberg. Schweiz- Baden. 9r»echeulaud: Konstautiaopel. Amerika: Lanada.— Ra chtr ag: London, Au» dem Sroßherzogthum Baben, Wien. gy Z« beziehe» durch jedes Postamt und;ede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährlich % THaler. veraurworelicher Sttactrar: S. Aritzsche. CkdH ihk*9«■■ilnid't «WchzmeiMi,« •» — Dr»a •. »««tiiaat» *«**»*••