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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 52 (1863) · p. Seite 208

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
52 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 208 (sequence 4)
Language
German
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der Jehudi vom Laad wirin ein' Kehilla nicht ästmsirt. Davon hat man kn dm Gestro« (DerfolgungS)-Zeitm und noch später nicht« gewußt, und ist erst seit kurzem a^fgekommen. Ich find' es aber nicht für recht, denn in'lkob da-Thora - kulla (im gaazm Thora-Schrifuhume ist jkein Chilluk (Unterschied) zwischen einem Kehilla- und eistem Land(«)mann zu findm. Und ich will wohl zugeben, idaß es dem Jehudi vom Land' oft an Derech-erez (Urbanität» fehlt; warum ist man ihn aber nicht darauf mochiach stellt ihn nicht darüber zu Rebe)? wie unsere Cbachomim (Weis,) geboten haben, daß man soll seinen Freund auch w^gen Mille-Deallma mochiach fein (auch wegen bloßer Anstastd«- regeln corrigiren soll)? "piss ■pari irjt» 131 ii'3N3 .-st«i2r )"32 Leraebot 31b. Mir dicier W.'Ni-ung war R Wolf zu seiner LieblipgSgewohnheir, dem Einstreuen ferner ralmudischen Ermiklelüstgen rm Dialoge, gelangt, in welcher Weise er seine Prinzipalitat noch eine Aest lang unterhielt, bi« die späte Nachtstunde an« Schlafengehen erinnerte. Am andem Morgen kamen die beiden Fremden herüber, um Abschied zu nehmen. Rechla kam indeß, ungeachtet die Mutter sie darum bat, nicht zur Wohnstube herunter und mußte daher entschuldigt werden. Nachdem e« wieder still« im Hause geworden war, rrar Rechla'in die Wohnstube ein, jedoch mit verweinten Austen. Wa« fehlt ^ir, mein Kind? fragte der Vater. . Den nehm' ich nicht, ich kann ihn nicht nehryea, erwiderte Rechla. > ' Warum nicht? Mach' doch kein' Schluß (Thorheit^n)! Mir hat heut» Nacht gechälemt (geträumt), er hält' trefe (unerlaubte Speisen) gegessm. Wo? fuhren beide Eltern erschrocken auf; wo? In Kassel, kn einem WirthShau«. Halau-Döwär-hu (an dieser Sache ist etwa«)! ftgte R. Schimeon nach einer kurzen Pause. Perle, fuhr er dann fort, ick will schon auf den Schär,sch (Grund) >on dem Cholem (de« Traume«) kommen. Ich mache stlbst nach Kassel. Du weißt, wir haben dort einen Ko aw (Verwandten) wohnm, R. Rüben; da« kommt noch »on meiner Großmutter her, die war au« S. in Hessen.; 2er ist mein Bäßör-wedam (Blut-freund) und wird nir schon behilflich sein, auf dm Emmeß (die Wahrheit) zu komo en. Gumprich, rief er dann zur Thüre hinaus, kornmr eimnal herein! / Gumprich, der alle Meschöreß, Handettgehilfe /der „Mahnknecht", wie man die westfalischen Bauern dieser Clrsse nannte, erschien und erhielt-vom Hausherrn di« Weist ng, von Westemkötter dessen bestes Reitpferd zu leihen, in, «m er eine mehrtägige Reise vorhabe. So sah man denn auch nach wenigen Stunde« R. Schimeon zum Dorfe biuau-traben. Er ritt indeß so sch lrf, daß er schon am 3. Abende seiner Reis« in. dem fast 3028» ««, fhinbra entfernten Kassel >bei R. Rüben anlangte, der sich al«dald auch seine« entfernten Berwandtm in Wests;(«n erinnerte und ihm seine tharige Beihilfe zusagte. (Forts, fol zt.) Mischt Fabeln nutz Pqxqbelu von Albert Rosenbaum in Schöftland. (Fortsetzung.) 13. Der Frühling war da. Jubelnd erhob sich eine Lerche in die Wolken. Al« sie wieder heradkam, sprach ein« Taube zu ihr, die ihr ruhig zugehort hatte: „Sprich, meine Freundin, ist e« euch Lerchen denn nicht ander« , möglich, den lieben Schöpfer zu loben, als mir Liedern und Musizire«? Siehe, auch ich lobe den Geber alle« Guten ohne Sang und Klang, blicke nur andächtig zu Ihm auf, wenn ich einen Bissen genieße oder rin Wassertröpfchen schlürfe, und Gott erhört mich doch ohne Lieder. Könnten denn nicht alle Vögel-lautlo« beten wie ich?" „ „Da« gebe ich schon gern zu," " erwiderte die Lerche, „„aber eine eigene Kraft de« neuen Lenze«, die allebelebt und mir sich fortreißt, treibt und drangt un«, mit Hellem, jubelndem Klange dem Schöpfer de« Frühling« zu danken für das neuerwachte Leben in der herrlichen Welt." " „Und doch," sprach dte Taube, „muß meine stille Frommheit den Menschen besser gefallen, als deine rauschende Musik. Denn siehe! eben meiner klanglosen Gebete wegen, die ich täglich verrichte, haben die Menschen mich als Muster der Demurh und Sanftmuth hingestellt; aber, meine Freundin, wa« hast denn b u bei den Menschm mit deinen Liedern erreicht?" „ „O, meine Liebe," " sagte die Lerche, „ „wir singen und jubeln ja auch nicht, um den Menschen zu gefallen, oder dem eigenen Ohre wohl zu thun; sondern eben jene neuerwachte Lebenskraft, von der ibr Täubchen keine rechte Ahnung habt, ist e«, di« un« im Innern zwingt zu singen, wenn wir unfern Flug himmelan nehmen." " _ „Aber siehe, ich erhebe mich in meiner Stille ia auch in die Wolken!" „ „Freilich thust du da«. Aber abgrsehn davon, daß e« dir al« fromme, bemüthige Taube schon großen Genuß bereiten müßte, wenn du siehst, wie wir andem Vögel au« reinster, frömmster Absicht dem Schöpfer in berrlichen Liedern zujubela, so mußt du doch auch "bedenken, daß wir alle Kräfte, die der liebe Schöpfte un« gegeben, zu Seiner Verherrlichung anzuwenden verpflichtet sind. Aber höre, meine Frmndin, mag jede von un« denken wie sie wolle, nur laß uns Freundinnm bleiben; laß un« einig bleiben unter der schönen Sonne, die un« ja alle bestrahlt und un« allm ihren Segen spendet!"" Allgemeine Zeitung de« Judenthnm«. No. 51. 1863. Inhalt: Leitende Artikel: Welche ist die rechte politische Ansicht? II. — Zerstreute Bemerkungen. — Literarischer Wochen» bericht. ZeituugSnachrichtey: DeutschlandrMüncheu, Leipzig. Preußen: Bonn.' Oesterreichischer Laiserstaat: Wien, .Fünfkirchen, Au« "dem Tokayergebirge. Großbrittanuieo: Frankfurt a/O. — Nachtrag: Stuttgart, Stuttgart, Lemberg, Gröniogen. Zu beziehen durch jede« Postamt and jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. viertüjährlich % THaler. Verantwortlicher! Nedacteur 8. Fritzsche. 2taeUg u«t SaimjärtEtt’« jmj j, gcityig- — Druck »oa 9. fticbfiag ia

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