Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 50 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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200 übrigen« nicht auder Quelle — den Sprüchen Salomo« nis — sondern audem jüdisch-deutschen Zeno»Ur«no kennen gelernt batte. Ader mit der kenarnißreichen Krauen oft eignen Liken; erlaubte sie es sich, diesen Schriftverauch auf da« geschäftliche Leben, an welchem sie sich eben« falldetheiligte und dabei die Rarhgederin ihre« Mannewar. anjuwenden, indem sie diesen vor dem Ankauf jebes nur ikgend verdächtigen Gegenstände- — wozu sich damals bei den zahlreich in der Gegend hausenden Banden täglich Gelegenheit dot — jenen VerS citirend warnt». Dafür galt R. Schimeon aber auch. und wohl mit Recht, allgemein für «inen redlichen Geschäftsmann. Bei vielen Eisenhütten - Faktoren, die infolge der damaleben aufdlühenden bergischen Eisen-Industrie in der Umgegend wohnten, stand er nicht dloS seiner geschäftlichen Zuverlässigkeit wegen sondern auch infolge seiner Fädigkeit/ ReligionSdiSpucarionen aufzunehmm und über messianische Bidelstellen;u polemisiren, wie eS" damals noch beliebt« Titre war. in gutem Ansehen, welcheidm denn manche- LieferungSgeschäft eintrug. Seine Vermögen-Verhältnisse waren daher auch blühend. Sogar ein auf einem nahen Gehöfte wohnender Bauer, Namen- Holzdriuk, war ihm dienstpflichtig und mußte einen Tag in jeder 4goche zur Verrichtung s. g. Handdienste nach seinem Hause kommen, welches Servitut er «inst vom Grafen von Limbstrg beim Abmachen einer Rechnung an Zahlung angenommen hatte. Ueberhaupt schätzte man ihn auf ein paar lausen^ Thaler belgisch Geld, genug bei damaliger Zeit, um für reich zu gelten, und in der Tbal versäumte ekein Pole oder Je» ruschalmi, der in die Provinz kam, den degüyrten R. Schimeon zu besuchen und seine Generositäl in ^Anspruch zu nehmen.! , Auch wir wollen, eia Sittengemäde der damaligen Zeit : und Leden-weif« gebend, — ihn in feinem Hause dtodachren. Ewar an einem Sommernachmirtage eines der Jahr« 1770 di- 80. Vor der Thüre deäußerlich unansehnli, chen Hause- — eS harre nur Schiebfenster, denn hier wie in dem benachbarten Paderdocnschen durften dik Juden bei namhafter -Geldstrafe keine Flügelfenster sonrern nur Schiebfenster mit kleinen Scheiden nach Att d r armen Toglöhner an ihren Häusern haben — saß auf der Bant R. Herz, de- Hausherrn alter Echwirgervarer. in Flau-- rock und gewalkter Mütze, die irdne TadackShfeife im Munde. Oft und anhaltend sah er dabei nach ei i»er gewtfs,n Seite de- Dorfes hin. Dem Beobachter l onare ti jedoch nicht rnrgchen, daß diese- AuSschauen kein gebauten»! losesondern ein erwartungsvollewar. De « Grund deFelben werden wie nun beim Eintritte in die Wohnstube erfahren. PruntloS, wie die Bewohner, war<uch diese, die Stühle, mir Au-aahmr einegepolsterten, für R. Herz reservirten — eichen. Hier saß am Fenster R. i?chimeo», eia hebräische- Buch, En-Jakob ober Mischäajol vor sich liegen habend. Sein« Aufmerksamkeit war jed»ch mehr dem Aweigrspräche zugewandt, daer mit sei,er Krau Perle hielt, welche ihrerseits mir dem Putzen dn Sabbat, lampe, die wie eschien heute noch benutzt wer >e» sollte, beschäftigt war. (Forts. folg«.) Jüdische Fabel» und Parabel» von Albert Roseudaum in Schöftland. ^. (Fortsetzung.) 12. Der Jardrn sprach zum Libanons „Ich weiß ewohl, ich bin dein Soh^ Doch werd' ich nimmer thun wie bu. Und schaun dir mit Entrüstung zu. Ich bin nur Leben, »andre fort Von Thal zu Thal, von Ort zu Ort; Ach! manche Welle stieg und fiel Im süßen, wechselvollen Spiel. Du aber stehst hier eingekeilt. Wie einer, der im Traume weilt. Dir ist dein Dasein nicht Gewinn, Selbst deine Zedern sterben hin!" * Drauf lächelt still der Libanon Und spricht: „Mein Kind, ich kenn' dich schon! De- Lebens Wechsel zeigst du an, Der oft so schreklich wirten kann. De- Leben- Jrrlhum, Tank und Wahn Zeigt deiner Wellen Spiel mir an. Der süße Taumel täuscht den Sinn, Doch ach! wie bald ist allehin! Ich aber thu' der Welt hier kund De- Lebenernsten, festen Grund; Denn ewig steht mein fest Gestein, Kein Sturm de» Lebenstürzt es ein. Drum, Kind, wenn du bei mir verweilst Und deiner Quelle nicht enteilst. Bist du geschützt vor Sturm und Leid, Ein Segen für die Ewigkeit. Jedoch wmn du von mir dich trennst, Und deine« Treiben- Ziel nicht kennst, ) Und wanbrrst sorglos in den Tag, Sieh! dann verflacht dein Wellenschlag. Nun merk' den Unterschied, mein Kind: Ich stehe fest — du gleichst dem Wind; Von mir entfernet und allein, Lenkst du in'- Meer des Todeein!" Allgemeine Zeitnog de- JndentdvwS. No. -9. 1863. Inhalt: Leitende Artikel: Gemeinwesen nnd Gemeindrweseo. II. — Spenden-Liste für dir Rießer-Stiftuag. — Literarischer Wochenbericht. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: München. Bom Rhein. Preußen: Au.S dem P-sevschen. Oesterreich,scher Kaiserpaat: Wien, Pesth, Wien. Pesth. Rußland: Wilna. Großbri ttavvien: London. Ostindien: Poova. China: Lieon-stiang. — Nachtrag: London. W3C Zu beziehen durch;edes Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierieljahttich % Thaler. Berantw» 8fdii »M e<,i|titict'l «licher Redakteur S. Fritzsche. Ctftottteag te r«t»n« — Dr»a M» «. ticvfiaf i» Sei»»',