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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 47 (1863) · p. Seite 188

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
47 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 188 (sequence 4)
Language
German
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deS D«ka- Memorafür jene Ücklichen in t rc der tönig, Erfahrung «der und namens von Neurden und en haben, nsistorium ung feines n 'Angelee und aufs möglichen e n Sr am Scheiterhaufengestorben. — In den Atter natSarchiveS der Stadt Reubyvzow und in den bilienbuch des städtischen AcchiveS daselbst ist Zeit höchst charakteristische Pco^ß dieses Üngl folgender Weife aufgezeichnet. Johann Joseph Escherich. Stadtdechant iichen öeidgkdingstadt Neubydzow. halte in gebracht, daß mehrere Bauern, Schuster, Schi Laglvhner seines PfarrbezickeS von einem Hausir r Menbl, angeblich Rabbiner der Iudengememd bpdzow, in der jüdischen Lehre unterrichtet wu auch den jüdischen Glauben bereits angenomiu Ec machte sofort die Anzeige beim bischöflichen K> in Königgrätz, welches den Dechant zur Beloh» GlaubenSeifrrS jien Untersuchungsrichter derfelbje genheil. in welcher er als Klager auftrat, delegir strengste beauftragte, der neuen Ketzerei in jede. Weif, auf vaS eniergischsie Einhalt zu thun. Die Untersuchung wurde sofort m Angriff "Die der Ketzerei Verdächtigen wurden an ein abrnde überfallen/ um zu sehen, ad sie den Bl SabhatheS nach Judensitte feierten, und das Ort und Stelle mir ihnen begonnen, wobei die als all latus und Prorokollisten fungirten. ihnen aulgenomme:en Akten finden wir verzeichnt Schneider Johann Pilha, der als Oberhaupt galt, hatte zwar, keine Sabbachlampe angezv^l nicht nach Judensitte gebetet, bekannte sich j zum Judenlhum, über welches er ganz eigens hatte. Auf die Krage, ob er durch irgend eine ins Judenthum aufgenommtn worden sei, er „CbristuS hat gelehrt: Du gehst in meinen durch meine Gesinnung." Darauf sagte de« „Du stehst vor deinen Richtern, die über Lebe» entscheiden", worauf der verstockte Pilha entgegn k sagt: Du sollst nicht richten, damit du nie werdest."') Pilha wurde hierauf nebst einer großen!ahl seiner Anhänger ins Gefängnis geworfen und der Prozeß auf den ausdrücklichen, wiederholten Wunsch de- Ko isiftorium«, daS befürchtete, hie Grundhecrschaftrn würden gegen dir Verfolgung ihrer Unterthanen Einsprache erheben^ mit gtog; ter Raschheit betrieben. Der Jude Men dl, der keineswegs Rabbi» nur «in simpler, äber in der hebräischen Litera wanderler HandelSwann war, suchte zu enrfliepe jedoch durch unvorsichtige Arußerungen seiner verratben. im Dotfe Lieben bei Prag gefangen und an das praver Kriminalgericht eingeliefe bracht« bei ihm nach der zu Recht bestehende» peinlichen Gerichts»rdnung, von welcher auch ei» im Stadtarchive zi Neubydzow aufbewahrt witzd, die vor- *) E» .scheint Hanger des Sabbarhhi allen Religionen ve verschmelzen wollten, rüste angehörend, er Arr Haupt, daß Pirha einer der zatilreichen Änii Zebi war, welchedamals in E jhmen unter reuet, da« Thristenthum mit den Juoenthum indem sie, äußerlich einem beliebi ^en Pekennr- Hauplgebole beider Religionen »efotzren. — 188 — geschriebene Folter "jut Anwendung, konnte aber trotz aller unmenschlichen Martern (beim dritten Foltergrade wurde der Unglückliche mit zwei Bündeln Fackeln, von denen jedes aus vier Stück von sechs Daumen Länge und Daumendicke bestand, unter den Achseln gebrannt) ihn weder zu einem Geständnisse bringen noch bewegen, seiner Reli, gion untreu zu werben. (Schluß folgt.) zenommen. Fceikägrabend des Verhör an ^rlSpfarrer den von rt: „Der der Sekte det, auch doch offen Ansichten Cerrmonie iderle er: lauden ein > Dechanr: und Tod r. „Jesus i gerichtet er sondern ur wohlde» a, wurde Umgebung genommen t.. Dieses hochaothit Abschrift Kuriosum. „Nathan der Weise" in Konstanrinopel. Wie I. G. Rämefahrt in feiner vor kurzem erschienenen Schrift über LessingS „Nathan" mittheitt, ist dieses Schauspiel seit dem 26. März 1843. also seit zwanzig Jahren, unter dem Titel „Oec weise Judengreis" in einer von dem Griechen KalurgioS gelieferten neugriechischen Uedersetzung zu wiederholten Malen in Konstanrinopel von griechischen Schauspielern aufgrführt worden. Bei der ersten Darstellung waren"- nur wenig Türken zugegen. Diele aber brachten die Sache zur weiteren Kenntniß und so geschah e«, daß bei der Wiederholung die Mehrzahl der Anwesenden aus Türken bestand. Die Erzählung von den drei Ringen erregte einen beispiellosen Enthusiasmus und am Schlüsse brach ein Jubel aus, in den auch die schweigsamsten MoSlemim einstimmten. So äußerte nun, meint Rämefahrt, die sinnige Parabel auch auf' die Bekenner ver dritten Religion ihre ergreifende Wirkung. Anekdoten. Ein Pärchen hatte 40 Jahre in glücklichster Ehe gelebt. Ihrer Tochter wurde eine „gute Partie" vorgrfchlagen. Sie aber antwortete dem Vater: „Ich kann diesen Mann nicht lieben und nichit schätzen." „Wir heißt? wandte sich der Vater zu seiner «tsehälfle. Vierzig Jahre sind wir zu gesund verbrirathet -jwer weiß von lieben? wer weiß von schätzen?" Allgemeine Zeitung desJud Inhalt: Leitende Artikel: Spenden-Liste für die Rießer-Sliftufi Schiller'S (10. November). — (Schluj bericht. Zeitungsnachrichten: Deut Berlin. Eöln, Berlin, Königsberg, serstaal: Wien. Rußland: Scharr schau. Nordamerika: Rew-Uork. Zu beziehen durch jedes Post Jährlich 3 Thaler, vierteljährlich y* :nlhume. *J(c. 46. 1««>3. Jsak Noa Mannheimer. — g. — Zum Geburtstage .) — Literarischer Wochenschland:Jena. Preußen: Oesterreichischer Kai - len, St. Petersburg, Wärmt und jede Buchhandlung. Lhaler. N « Berao Verlag von rtÜcher Redacrenr 8. Fritzsche. Su4t«nt>bU0 in ««»{ig- - Drnck von «■ »revling in tzeipzig.

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