Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 43 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Indisches Kolksblatt. i Zar Jäelefjrung mit) Unterhaltung auf jiitlischem Gebiete. Herav-gtgebc» von Rabbiner vr. «id»ig PhUippsou in Bonn. fNo. 4». 1863.1 «o» kickt Zktllldcift erstkcüu Jr^entlttk fixe %»m«er. Prci» de» Lntzr- «»»«« » Ldlr. -bcerieljäkri» 7'/ Kzr. LLe N,chtzM»dt»»gn>. VrMn«« unk -k,wnkCCkvcbin«u«, nebnes tJeßeBniiflen an. [10, Asdrg. 3. Quartal.] Bilder aus dem Oriente.! Loa I. I. Rosenmeyer in S- A. Ujhely. (Fortsrtzu ,j aus Nr. 39.) 11. Hebron und Umgebung. Urber der Höhte Machpelah erhebt sich stolz eine Moschee, deren Erbauung auf die Kaiserin Helena zurückgfführt wird. Die Eingänge zu dieser Moschee finden sich auf mehreren Stufen, und auf der ersten Stufe zur sinken des erstm Einganges ist da« Grabmal des berühmten Ramban. Auch existier dahier ein Kloster, welches von türkischen Derwischen dewvhnr wird, die alle Tage Linsensuppe ferfig halten, um sie den Durchreisenden auszuthieilen, zum Andenken der Geschichte zwischen Zakob und Esäu. Die jüdische Traktion sinder in Hebron, außer den Gröber» Adam-, noch die Gröber Adners, Jsboseths! und Isais. Das Grab Adners befindet sich in der Stabt, in einem Hause, daeinem Araber angehört. Wir gingen eine Stiege abwärts und befanden uns in einem geräumigen Zinimer, das die Form eine- Parallelogrammehar, und f«mdm in der entfernten Ecke das Grad. Es ist mit unzähligen Inschriften der Reisenden bedeckt. I Ungleich lohnender als der Besuch von Adners Grab war der Weg, welchen wir an einem freundlichen Nachmittage gegen Westen zu dem Grab« Zsais einschlrzgen. Wir gingen zuerst über den türkischen Gottesacker nach jenem uralten dickstammigen Pistazim-Baum, dessen Älter weit über jenes der türkischen Herrschaft hinausreicht. Die Nüsse dieses Pistaziendaumes gehörten schon in den Zeiten der Erzväter zu den geachtersten Früchten des Landes, denn jene Erzeugnisse, welche Jakod dem Herrscher Aegyptens unter anderen sendete, warm Pistazien von jener edlen An, welche wir hier zum erstm Male in ihrer blühmbm Schönheit sahm. Wir »ahmm jetzt unseren Weg mehr zur Linkm. gegm Süden, «ach einem Brunnm, der den Namm de- Dasers Abraham führt. Biete, steinerne Stufen führen zu hem frischen, klarm Wasser des kunstreich gemauerten Abrahams« bmnnen hinab. Da schöpfrm soeben Fraum und Jung« fraum die großen irdnen Krüge voll, die sie auf dem Khpfe zür Stadt trogm, einzelne Mönner füütm große Schläuche, womit sie ihre Esel beludm. In der Nähe gewahirm wir eine Cistem«, welch« das Bad der Sarah gmatntt wirb. Don dieser berichtet die Sage, daß sie schön von Angesicht und eine Riesin voa Gestalt gewesen sei. Unmitteldak vor unserem Zimmer führten einige Stufm auf eine kleine Terrgsse, mit der freim Aussicht nach dem unter und bei dem Haufe gelegmm Baomganm und nach dem der Stadt gegenüdergelegmea Berge, welchm einst ein Theil von Mamres geheiligtem Hai« umschattete. Hier in dem Felsen, den uns das Gebäude verdeckte, mhetm Abrahams Gebeine, dorr stand David« Königshaus, dort, jenseits der Stadtmauer, die alterthümliche prächtigeßisteme; sie ist noch ein Werk dieses Königs. Ui. Berhlechem nebst Umgebung. Unser Weg führte uns nördlich und bergaufwärts zwischen Wein- und Oelgärten durch das TraubmthalEskol, von dem die Kundschafter Trauben nach Kadesch brachem. Wir fanden hier neben Wein» und Oelgärtm, welche letztere terrassenförmig an den Abhängen angebracht sind, auch Feigen, Granatäpfel und Aprikosm. Ueber eine felsig«, unedme Gegend, wo hier und da am Wege oder rechts und links sdie Ruine» ehemaliger Städte, Dörfer, Thurm« re. zju sehsn sind, kommen wir in eine freie Gegmd, in fruchtbare, weite Wabys, deren Hügel mit Erddeerbäumen und Awergeichen»^ded«ckt sind und denm man es ansieht, daß sie bebaut warm. Unter dem Glu» ckm und Rufm voa Rebhühnern, deren es hier Legionm geben muß, zogen wir steiler, stundenlang, bald durch Olt« vmdäume bald durch!.Felder, bald bergauf bald bergab. Endlich, nach mehr denn sechsstündigem Marsche, hieltm wir bei dem Teich« Salomon's und ein« Stunde vor B e t h l e ch e m. ^Bod einer starken, in Form unserer Brunnen in Siet« gefaßten Lkuelle, an der wir viele Leute Wasser schöpfm sahen, gihr das Wasser in drei auf einander folgmde offen« Bassins. Sie sind zum Theil gemauert, zum Theil in die Felsm gehauen, Haiden etwa 60 Fuß in der Breite, 80 in der Länge und eine Tiefe von mehr als 40 Fuß. Das erste war bis zum Rande gefüllt, die aadem harrm nur auf dem Bodm etwas Wasser, und find Spurm voa einer Wasserleitung dis nach Jerusalem noch heute bemerkbar. Der Weg gegm Bethlechem ist mir tiefem Staub bedeckt, der von dm dstausmbm Stürmen nicht s«ltm tu wirbelnder Bewegung vdn dannm getrieben wird und der dm Wanderer fast blMdkt. Bethlechem, zwei Stunden von Jemsalem, hat eine' malerische Lerglage auf zwei Hü» gela, einem weftlichm und einem östlich«, zwtschm welchm ei» schmaler Sattel ist. Seine Umgebung hat viele Wein» und Baumgärtm und Iruchrfelder. Auch bas Innere ist