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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 38 (1863) · p. Seite 152

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
38 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 152 (sequence 4)
Language
German
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— 152 — Dem Erzbischof Peter von Mainz versprach tt die tausend Mart Silber, welche Kaiser Albrechl der Kirche i» Main; an dem Hagelt und den Juden in Frankfurt en zogen Hane, und verhi.ß, diese- Versprechen in besondern Urkunden zu bekräftigen, sobald er zum romlschen Kaiser erwählt wäre.* **) ***)) AlS nun Heinrich fein Ziel, die Krone, «laicht hatte, ging das Verschenken der Juden und da- Eatschab gen mir den von ihnen zu erhebenden Abgaben erst recht an. So überließ er dem Bischof Johannevon Straßburg >»egen seinelöblichen' Eifers, welchen er für ihn an den Tag gelegt harre, und wegen der im Dienste de- Reicherlittenen Verluste die Juden der Stabte R Heina u und Mol-Heim, Ruffach und Sulz.7') Besonderfreigebig zeigte er sich gegen seit en Bruder, den Errbiichof Balduin von Trier. Er b«tar nte sich zu einer Schuld von 3960 Pfund Heller und ü noch andern 683 Pfund wegen dezu dem Eczkan ileramte gehörenden, vom König aber für sich bezogenen Zehnten von den Juden inFcankfurt, Oppenheim, öoppard, Wesel, W orm- und im Elsaß.—)^Füc liefe-Judengeld wieer ibm alljährlich eine runde -vumn e auf sechshundert Pfund auder Münze in Hall an und stellte ihm die Verschreibung wiederholt auS.-f) Auch wieer ihm für auSgelegte 394 Ma k die Juden in Boppard und beziehungsweise in Wese an.ff) Dem Bischof Philipp von Eich stadt und dessen Nachfolgern überließ er die dortigen Juden. fff) Nicht allein der Kirche und ihren Vertrete n, den Klöstern und den Städten, sondern auch mehrer n weltlichen Herren bezeigte sich Heinrich dankbar, um sie n der Treue g«^en sich zu bestärken. Dem Grafen Heim ch Theobald von Pfirt überließ er für künftige Dienste lle-, was er -während ber Reich-erledigung den Juden abgeuon men hatte. §) . Heinrich überließ Deutschland mehrere ähre seinem Sohne ober vielmehr dem Erzbischof von Main> Ihn selbst zog heftige- Verlangen nach Italien, um tot Me Kaiserrecht wieder geltend zu machen, nach Rom^ um sich mit der Kaiserkrone zu schmücken. Am 29. Juni 1312 fanb-chies« Feierlichkeit Statt. Alder Kaiser von der Krönung im Lateran zurückkehtt«, überreichten ihm die zu 8 om wohnenden Juden, die seiner auf dem Zuge harrten, drS Gesetzbuch MosiS, wie sie seit EalixtuS 11. (1119) zu t>ua pflegten, wenn ein neugewählter Papst von dem H. Stuhl Besitz nahm. Heinrich gab ihnen aber zu treuer Aufbewahrusrg da- Gesetz wieder zurück. §§) *) Bodmann, Cod. Epjstol 315. ff. **) Schopflin, Ab. Dipl. 87. ***'Gadenus, Cod. Dipl. III, 55 f) Ibid. III, 56, Böhmer, Regesten Heinrich« l03. ff'. Günther, Cod. DpL Rheno-Mosell. III, 1 130. t*ft) Lang. Reg. Boic. V, 153, 159. §) Herrgott Geneatog. It, 591. Hg Gesta Trevirorum 827. Bald nach seiner Rückkehr (Aug ust 1311)begannH«inrich einen Krieg wider den Grafen Eberhard von Würtemberg. Wegen diese-Kriegestellte er den Bürgern von Esslingen die Abtragung der an die Juden schuldigen Gelder auf zwei Jahr zurück. *) Etwaspäter bewilligte er dem Grafen Dieter von Katzenellnbogen zu Katzenellnbogen und zu Lichtenberg je zwölf Juden zu hatten.") Durch die mehrjährige Abwesenheit de- Kaisergelangten die Städte unter dem Reich-verweser Johanne-, — der, - beiläufig gesagt, so. mittellos war, baß er nicht im Stande war, ein kostbare- Kreuz, daeinem prager Bürger und von diesem mir anderen Reichskleinodien an Juden in Regensburg versetzt war, wieder einzulösen — mehr und mehr zu Bedeutsamkeit und Kraft und nicht zuni Glücke für die Juden. Die Bürger zu Weissenburg im Nordgau bestätigten den de: ihnen angesessenm Juden ihre Rechte, untersagten ihnen aber bei Strafe, für Räuber oder Diebe angesehen zu werden, auf nasse- oder blutige- Gewand, oder auf Kelche ober irgend andere Kirchengeräthe oder Kleinode zu leihen. "*) Kaiser Heinrichletzte Verordnung betreffder Juden war, daß tt den Schultheißen von Nürnberg, den Schinnherrn der dortigen Juden, ermächtigte, gegen alle Einsprache derselben zu Bürgerrecht und Wohnung soviel andere Juden zuzulassen, aldorr ihren bleibenden Aufenthalt nehmen wollten, -f) Im Ganzen gehörte di« Stellung der Juden unter Heinrich VII. zu der besseren, und nennt der Verfasser der „Zernag David" den Kaiser Heinrich nicht ohne Grund einen, frommen und gotte-Archtiaen Mann, verschieden von selbem Nachfolger Ludwig dem Baier. G. *) Böhmer. Regesten Heinrich « 419, 20. **) Das. 501. ***) Lang. Reg. Bcic. V. 232. +) Ibid. 258. Druckfehler: No. 37. S. 145. Sp. 2. Z. 3v. u. muß e« heißen: „wenn auch die Untersuchungshaft." Allgemeine Zeitung vesJudeuthum« No.37. 1863- Jnhalt: Leitende Artikel: Da« Judenthum de« 19- Jahrhunderts und daSLhristeuthum. (Fortsetzung.) — Die ersten tausend Thaler der Rießerstiftung. — Spenden-Liste für die Rießerstiftung. — Literarischer Wochenbericht. Zeitung«» ach richtenrDeatschland: München,Wüttemberg, Aus dem Mecklenburgischen, Sulzbürg, Au» Bayern. Preu . ßen: Bochum Orsterreichischer Kaiserstaat: Krakau. Rußland: Riga. Jonische Inseln: Korfu. && Zu beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vierteljährich % Thaler. Berar »örtlicher Redacteur G. Fritzsche. »Verlag den 8«m|ittKttli Bnchhandlnng ia Leipzig. — Druck veo 9. ftrcfeftng in kerrzig

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