Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 37 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4908862-5999384-6026615--2513-4910859- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 14S — Sieh! wie zu mir sich alle drängen. Mich jeder zu besitzen strebt. Mir huldigen in Orgelklängen!—, Hast du an dir daje -erlebt? Ich bin die klebe!— Fort, du Sckswache! Wie kann ich deine Tochter sein? Du lehrst Vergeltung nur und Ralle!"— Hier schlug sie auf die Alte ein. Die Mutter weint, und Thränen, trennend, . Entrollen ihrem Feuerblick. Das Kind, die Mutter nicht mehr ennend. Kommt später noch einmal zurück. - „Ich will dich künftig nicht mehr lhlagen^- Ich fühl'-, eziemr der Liebe nicht — ) Doch kann ich'- einmal nicht ertrag n ' ' Au schaun dein geistvoll Angesicht. Den kleinsten Raum werd' ich dir jeden Im Hau-, wie ich es stetgepflegt Da sollst du ausgeschlossen leben Von allem, wadie Welt bewegt!' Und wieder weint die Mutter lange Dann schaut verzweifelnd sie zur H >h: ...,O, Vater, sieh! Jetzt wird mir lange, O, Vater, hilf! Jetzt wird mir we>! Ich had'S der Tochter wohl vergebe»,. . Daß sie mich schlug in'S Angesicht, — Doch fern den Menschen soll ich le *n, Da-, Vater — daertrag ich nilltk"" Und eine Stimme wird vernommen: Harr', alte Mutter, ruhig au-. Ich schwör'-, ich laste Tage komme», Da wirst du Herrin sein im Hau-!- Oec Tochter Mund werd' ich versch ießen. Und kehr' zur Liebe ihren Haß, ' Und Reuerhränen sollen fließen, — Dann wird ein andre- Auge naß! 10. Da- Institut zur Förderung der israelitischen Literatur trat eine- Tagezu einem Orthodoxen u» d machte ihm Vorwürfe, daß er sich so wenig um die he rlichen Schriften kümmere, die ejährlich hecau-gede. 2ber barsch und kur; antwortete der-Orthodoxe: „Jttroel if von jeher ei« .,Am kesche abbringen!" auref" gewesen, und — wi 11. S> Egiedt Pflanzen, die sich nach der _ den. ‘— Eine Sonnenblume stand in einen im Garten und ragte mir ihrem Haupt« und viele andere Pflanzen hinaus. Neidi auf ihr goldfarbene- Gewand warf ihr eine Aster böse Blicke zu und meinte, die gehöre gar nicht in einen europäischen Garen, wäre nur Lerp Serliiq vo» Bau«-irr, : dürfen nicknne hin wen- Kreise Astem über dieselben hi«ra»E und , ine- Morgen- Sonnenblume - eine Fremde, die au- Asien stamme, und man sollt« sie höchstenin einem verschlvstenen Treibhause dulden. „Warum ater", fragte die Sonnenblume, „wollt Ihr nicht begreifen, daß dieser Boden mein Heimathland so gut sei, aldaeurige? Bin ich in dieser Erde nicht fast ebenso lange und so fest eingewurzelt alihr? Befruchtet mich der Regen, erwärmt mich die Sonne, sticht mich der Wurm und die Biene hier nicht ebenso sehr al-euch? Und wenn rinmeiner Blätter welk herabfällt, verwest «- nicht in derselben Erde, in welcher auch eure Blätter zu Staub werben? Dakann also nur'di« Bo-Heit erfinden. und der liebevolle Gärtner, der mich in diesen Gar, ten und in eure Mitte gepflanzt hat, hat ja auch euch erst diesen Boden gegeben, und nun wollt ihr jede Pflanze verdrängen, die nicht Aster heißt?" ..„Leere Entschuldigungen,"" rief die Aster. „„Ja. du selber betrachtest diesen Boden nicht einmal al» deine eigentliche Heimalk. Denn wenn eder Fall wäre, waschauest du w sehnsuchtsvoll jeden Morgen nach Osten hin. nach der Gegend deiner eigentlichen Heimath?" „Ich 'ehe, daß ich mit dir noch lange streiten könnte, und daß gegen deine endlosen Vorwürfe alle Vertheidigungen fruchtlos blieven. Daß ich aber jeden Morgen nach Osten Hinblicke, da-muß ich dir doch noch erklären. Siehe, ich sckaue.nur nach jener Gegend hin,; weil dort— die Sonne aufging. ales Tag warb. Und wenn ich dann beseligt auf sie Hinblicke, so werde ich jede-mal von der Hoffnung erfüllt, daß auch bald der Tag komme, wo ihr mich lieben werdet." _ Aneksote. In. einer noch sehr alterthümlichen Gemeinde predigte ein Rabbiner, den seine Auhörrr just nicht allzugern hörten. Oie Hälfte der Gemeinde verließ die Synagoge, wenn er den Rednerstuhl einnahm. Auf dem Hofe vor der Synagoge sich umherlreibend, gerielhen die draußen einmal in Streit, der zur Prügelei anschwoll. Die im Innern geblieben. vernahmen die- und horchten, aber der Rabbiner erhob um so mächtiger ferne. Stimme. Da rief endlich einer aus: Mein Gott, vor all dem Predigen hört man von der Prügelei nicht-!" Ein Jude hatte einen Diener, der erstaunlich viel aß, und dabei sehr mager und bleich au-sah. Eine- Tagesagte er zu diesem: Jakob, du issest wie ein Pferd und siehst auwie ein Meß; warum siehst du nicht lieber auwie ein Pferd und issest wi« ein Meß? Allgemeine Zeitung de-3udenthum-. No.36. 1863 Inhalt: Leitende Artikel: Da- Iudenthum de- 19. Jahrhundert- und da-Christeuthum. (Fortsetzung.) ~~ Spenden- Liste für die Rießerstiftung — Literarischer Wochenbericht. Zeitung- Nachrichten: Deutschland: Audem Großberzogthum Baden. Preußen: Berlin, Au» der Mark. Italien: Au-Oberitalien. Türkei: Konstantinopel. Serbien: Belgrad, Brüffel. yy Zu beziehen durch jede-Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vieneljZhrich % Thaler. nnrortlicker Redaeteur G. Fritzsche. r'» 8ad6ant(n*g in geizig. — tratf t>en A. ftrepiing in Seivüg.