Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 36 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 144 erklärt, daß damahrattische Reich auf deu höü sten Gipfel seiner Macht steigen würde, wenn seine Armeen von einem Fremden befehligt würden, der au« fernem L esten käme und eme unverwundbare silberne Hand hätte. Bon dieser Zeit an wurde Loustaunau der Erste im Reich und zum Generalissimus erhoben. Er behauptete diesen hi hea Posten 18 Jahre, während welcher er ungeheure Reicht jümer auf, häufte. Die Liebe zu seiner Heimath jedoch d:§ngre ihn, nach Hause zu kehren. Er schickte deshalb sein Vermögen, da< sich ungefähr auf 8,000,000 FreS. belief, durch einen Kaufmann von Chandernagor« nach Frankreich, und reiste bald ad, nachdem er als Andenken vom Prinzen den Rubin bekommen hatte, zu dessen'Wiedererlaagung der jetzige Prozeß angestrengt .war. Al« er Jnoitn verließ, verließ ihn auch sein Glück, denn-alS'er in Frankreich anlun, waren seine acht Millionen, die er in Assignaten anjelegr halte, nur noch 220,000 Frcs. werth. Mit diesem Gelbe kaufte er einige Eisenwerk« in der Nähe der spanischen Grenze, aber seine Etablissement« wurden 1808 von spanischen Guerilla« zerstört. Sr ging dann nach PariSi um seine Juwelen zu verkaufen und vertraute den in Rede stehenden Rubin Herrn Legine an. Bei feiner Rückkehr nach den Pyrenäen wurde er von einigen spanischen Anhängern gekapert und für lange Zeit auf einer Insel de« MittelmeerS gefangen gehalten, von wo er endlich en kam, indem er nach einem vorbeikommenden Schiffe schr amm, da« nach dem Osten wollte. Ec landete in Syien, wurde dort wahnsinnig undward von einem wohlha enden Kaufmann sehr freundlich behandelt. Er. gena« bald wieder, aber als er feine Geschichte erzählte, hielten > hn alle, die sie horten, für eben so verrückt, wie vorher. Er schrieb jedoch nach Frankreich, worauf sein Sohn sog eich zu ihm kam; beide wurden bei Lady Esther Stanhopt eingefühn, welche sich sehr viel mit Astrologie beschäfti« te und eine große Vorliebe für sie faßte, weil sie dachte, daß zwischen ihrem und Loustaunau'« Stern ein ^kheimuißv aller Zusammenhang sei. Der junge Mann starb zwei Jahre vor Lady Sranhope, und nach ihrem Tode w nde General Loustaunau in einem frsnzösischen Armeahar i ausgenommen, wo er di« zu siinem Tode dlied. Se ne Vertreter sind jetzt in großer Armuth und fordern da« vor ihrem Vorfahren anverlraute Juwel. Der Advokat der Angeklagten entgegnete, baß der Rubin Legine wohl anvert aut gewesen, erklärte aber, daß man ihn, al« er von komp lenken Richtern untersucht wurde, nur 6,000 FrcS. werth f md, zu welchem Preise er zu eitlem Geschenke für die Kais« in Josephine verkauft wurde, und daß der Ertrag entweder a i Loustaunau selbst, oder an seine Gläubiger gezahlt worben v äre. Selbst aber wenn e« nicht so gewesen wäre, hätte ie Klage zurückgewiesea. werden müssen, da sie durch di Verjährung unstatthaft fei. Da« Gericht erkannte diese B ünde an und verwarf die Forderung der Kläger. Bei dem 8 erhöre erwieS eS sich, daß der wahre Name de« Generals Parez Lachmann war und daß er der Sohn eines jüdischen VorbeterS gewesen. Jüdische Fabeln und Parabeln von Albert Rosenbaum in Schöftland. (Fortsetzung.) 8. Trauernd stand der Dornstrauch am Sinai, in der GlUth der Sonne schmachtend, und schaute im Geist, auf die Fluren aller Länder hinab. „O", rief er schmerzlich auS, „alle Pflanzen der Erde prangen im herrlichsten Ge, wände, geliebt und genossen von aller Welt; nur ich stehe leer und einsam da, verachtet und verdorrend in der TageSgluth; kein grüneS Blatt schmückt meine dornigen Stengel, ach, und ich habe nicht einmal die Hoffnung, eine Frucht zu treiben!" Da mir einem Male wurde der weinende Dornstrauch mir einem göttlichen Feuer umgeben und al« eine erhabene Pflanze von den Menschen angestaunt; denn au« ihm heraus offenbarte sich Gott der sündigen Welt. Dieselbe Stimme, aber, welche der Menschennelt hier ertönte, rief dem Dom zu: „Weine nicht mehr, verlassener Strauch; dir habe ich, wenn auch die Welt dich verkennt, ein herrliche« Loo« beschieden. Siehe da, wenn auch alle Pflanzen der Erde in ihrer Farbenpracht erglühen und stolz ihre Köpfe erheben, so ist doch jede von ihnen nur auf eine bestimmte Zone beschränkt, über welche hinaus ihre Lebenskraft erstirbt. Du aber sollst, überall hin über die ganze Erde verbreitet, unter allen Menschen rin ewiges Zeugniß sein, baß es «inen Weltenfchkpfer giebt, der sich in dir der Welt bekannt gemacht hat." Kuriosa und Notizen. (Eine groß« Meyerei.) Bei der am 8. Juni stattgehadlen Ergänzungswahl für die Repräsenranren-Versammlung der berliner jüdischen Gemeind« waren zweiunbzwanzig Personen, und zwar elf Repräsentanten und elf Stellvertreter zu wählen. Wie als ein Curiosum erzählt wird, har sich unter den di« jetzt ftrutinirten Stimm, zetteln einer befunden, welcher mit den Namen von zwei« unbzwanjig . Meyer S, in der Reihenfolge, wie da« gedruckte Mitglieder-Berzeichniß sie aufführr, ausgefüllt war. (Did.) Herrvr. BlaSkow auS Gordnia hat bei der löbl. Baumgärtner'schea Buchhandlung zwei Thaler„für die Redaktion dejüd. BolkSblatteS" abgegeben. Da wir über die Verwendung in Zweifel sind, so bitten wir, un« darüber z« bescheiden. Die Redaktion. Allgemeine Zeitung de« Zudem dum«. Ho. 35. Iöö3. Leitende Artikel: Bon der russischeu Grenze, im August. —Die Rießer-Sriftung.— Speudeu-Liste für die Rießer-Ltistuug. — Da« holsteinisch« ^udengesetz. — Zeitung«uachrtchteurDeutschland. Hamburg. Preußen: Gneseu, Au« dem Poseuscheu. OesterreichischerK a»serstaa.t:: Auö dem Totayergebirge, Au» Uagara, Wien, Polua. Schweiz: Au« dem Aargauischem — Nachtrag: Pari«, Prag, Au« Lurhesseu. TV Zu bestehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Dhaler, vierte.jayrich % Thaler. Bcrar «örtlicher Redakteur 8. Kritzsche. «erl»„ »ra SaingittBei '« 9B4NBbbug i, — Dntck ron ». Lredli,» t, reivtig.