Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 34 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 136 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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— 136 — stimmig beschlossen, ihn einmal graufomlio untre ihre Klauen zw nehmen. Einige Cdassibim schniffeln, Unheil d^itend, in dm finstern Gäßchen umhex. Port muß er kommen! — Wirklich schreitet bald ganz ha Arge» ahnend, der fromme Maggid einher. Bald fühlt er sich , erfaßt und in einigen Augenblicken l efindet er fich im Getümmel der Chassidim. Diese, in ihrem Eifer, wollen alsogleich ihr Müthchen an ihm kühlen bu ch eine sogenannte Mischkante, die sie ihm zu machen ge enken Eine Mischkante ist, in- Deutsche übertragen, acht» Andere», als eine Tracht Schläge, die der AuSerwählt in Empfang zu nehmen hat. — Dem Maggid lag ihn dose Absicht auf der Hand. Zitternd sah er fich bereit» i« durchbiäutem Reisedokumenten versehen sind, nicht in da» Land eingelassen werden sollen, ausgenommen handeltreibende, doch auch diese nur auf kurze Zeit und ohne Begleitung ihrer Familie. Der Professor Juliu» Oppert in Pari» hat vom französischen Institute für seine Entzifferung der Keilschriften den zweijährigen Kaiserprei» von 20,000 Frc». erhalten. — Der Abg. von Mühlfeld hat bei dem Abgevrdnetenhause de» österreichischen ReichSrathe» auf die Zulassung der Israeliten zum Notariat angetragen. Da» Abgeordnetenhaus bat mit großer Mehrheit den Antrag angenommen. — Zn Linz, Brünn und Lemberg haben wiederholt Zustande al» Opfer ihrer Wuth. Hier, in der äußersten I Auflaufe gegen die Juden stattgefunden, die zwar bald Gefahr, Aalt e» Muth und Entschlossenheit Bald hatte! vrieder unterdrückt wurden und meist nur die Fenster beer sich auch gefaßt; denn bei jeder Gelege iheit zeigt, er > trafen, aber doch ein traurige» Zeugniß von dem Zustande sich al» Mann. Er sprach mit aller Kraft nnrr Stimme \ t*r dortigen Bevölkerung geben. — nur einige Worte, aber mit solchem Nachdiuck, daß auf, einige Augenblicke die lautloseste Ruhe eintrat: „Rabbausai! 1 - Juden wollt ihr sein? Ist e» nicht gerecht, baß ihr mich erst verhört? — Noch einmal, Rabbausai! lnb wenn ihr fofcfrÜAte QOtl JulkUs PhlliVVsON. mich schon verhört habt. und ich bin dann i» euren Augen : ' ' “ T ' rri nicht gerecht, wa« für Gewinn dringt e» erch, wenn ihr! gB Afrika wir in Asien sind die Juden weit verbreitet, mich, ein schwach, Jüdchen wie ich dm, »och schwacher I Außer Aegypten, Fez und Marocko giebt ,» deren in macht, wenn ihr mich schon krank geschlaget oder gar ge- Hennaar und in Sudan, sowie in Loango und vor Allem meimißf) habt? — Rabbausai! zum dritten Mal, — ich in Asien sind sie bi» in den fernen Osten bin in eurer Hayd; ich werd' mich mcht we^en; t» lass > Verbreitet. Wir treffen deren in Afghanistan, wo sie von mit mir All'» geschehn; — ich dm in Sott« Hand. > $abu[ bi$ nfld) 3„&jfn handeln; in der Bucharei. wo sie Nun thut nach eurem Gefallen; aber d denkt — de denkt — —. (Sc,luß folgt.) Körper sind Notizcu des Tages. Au» dem Monat Juli. Jn btm französischen gesetzgebeudet 6 Israeliten gewählt worden, allerdings nur kaute linaoee, keine Intelligenz. Die badischen Israeliten haben — nach ihrer Seitenzahl — 25,000 fl. al» ein Denkmal au' die erlangte völlige Gleichberechtigung zu einem Fond» gestiftet, au« dess.n Zinsen bedrängte Lehrer aller Confessio ten unterstützt werden sollen. Die Regierung von Aargau hatte ein Gesitz erlassen, welche» die Israeliten ihre» Bürgerrechte» w ieder beraubte. Der BundeSräth hat beschlossen, diese» Ge etz al» nichtig ' bürgerliche Freiheiten genießen und sich al» Metallarbeiter und Seidrnweber auSzeichne«; in Ostindien, wo sie in Kranganor schon um 500 n. Ehr. erwähnt werden; in Kochinchina, wo sie vermuthlich mit den Portugiesen Fuß faßten und wo sie sich von Ackerbau und Handwerken nähren; selbst in China und in der Tartarei findet man einzelne jüdische Familien. So sehen wir die jüdische Nalwa, in beispielloser Mitglieder der I Weis, zersprengt, der Verbreitung der Civilisätion folgend,! auf dem Gebiet, der. gefammten Menschheit festhalten an j der reinen GotteSlebre und dadurch allem, widerstandsfähig gegen all da» traurige äußere, Geschick, dennoch aber sich eingliedernd in da» sociale und Kulturleben, ihre weltgeschichtliche Mission erfüllen. Allgemeine Zeitung de»3udent h^m«. No.33. 1H*;3. Leitende Artikel: Da» Jutenthum de» 19. Jahrhundert» zu erklären, indem die schweizerischen Jsrae iken nach b„ > und ta« Ehristenthum. - Die Sxcesie gegen die Juden in Brünn Verfassung alle eidgenössischen Bürgerrechte Gefäßen. Daß \ Lemberg. Spende^Ltste fOr tu Rußer-Sttstung. übrigen» nicht alle Kantone .von solchem Geiste beseelt 'sind, erwie» die Stadt St. Gallm, welche 27 Nieder« lassungSgefucheo von-Juden auf einmal entsttr »chen hat. — Da» Ministerium der Donaufürsten lhüm^r hat «inen Befehl erlassen, baß Juden, selbst v«nn sie mit *) umgebracht. Berchi «Urb* mi Zeitung» Nachrichten: Deutschl and: Au» Hessen-Darmfladt. Preußen: Labischin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Lien, Pesth, Brünn, Lemberg, Au» Siebenbürgen, Tarnow, Serbien, Belgrad. — R achlr ag: Troppau. Lemberg, Pari», Konstautinopel, Dokkum, Bern. 'Zu beziehen durch jede» Postamt und jede Buchhandlung. : Jährlich LThaler, vieneljahrlich yA Dhaler. lworrliid.r Xetacieur G. Fritzsche. '» »Um« i» teivi»». — Drick rra <g. are» tin« im Stirn®