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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 30 (1863) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
30 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 120 (sequence 4)
Language
German
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120 +- Heute frag, ict, meinen klugen Nachbar ni dt. Denn, sagch» meiner Kraft gegenüber — und schleudere sie über . /t* k_«_»_?__ Ax. Li..b. .’.fki» ki* 1 fti.««iif Jlnhir« ha* bi, Füll, b,c Gedanken drangt , sich mir hierbe von selbst auf. Nimm dir ein Beipiel daran, Mensch - - du hocdfadcender und kleinmüthiger zugleich! Du ver lchtest eine geringe Kraft — aber wenn diese nur mir f« tem. unerschütterlichem Willen verbunden ist, war verma .sie! welch riesengroße Wert, kann sie zu Stande dringen! Wenn sie, die schwache, nur immer und immer sich «ierecholt, so schwillt sie zu einer Alleüberwindenden Macht an; wenn sie nur von Beginn an ein feste» Ziel im Äuge gebavr, daste unverrückbar verfolgt, dasie, wie »ft auch gestört und gehemmt, immer wieder und immer weiter verfolgt,. so gelangt sie an'sZiel. Wer hatte dies kr Schnecke, ' gütigen Plane, nur den Finger auszustrecken braucht, um . . -• . .. .. , - . ___ l »L VT. •> i X. kiXi kam Kai««** Ab* kiMiiit kam *«mA ,«if k*IM al» sie im Sande unbeweglich lag, zugenaut, laß sie nach kurzer Zeit im Wipfel eine« Baumes sitzen r >ürve? Ach, allzuoft sagen wir Aebnliche» von Menschen, die im Staube des 8,den« standen und, al» wir ihnen wieder begegneten eine ungeahnte Höbe erstiegen batten. Und sie waren doch so unscheinbar gewesen, batten nicht» Außerordentlich,» gezeigt. Du erkundigst dich nach den Glucksumüäni >n. nach den Wirbelwinden de« Geschick», die sie in die H, be'grbeden, unvermulhet, zu ihrer eingenen Ueberraschung. Nicht» dergleichen. Die Schnecke braucht nur, baß sie nicht gestört werde, weiter nicht« z ja sie übersteigt selbst Hindernisse. Aber fester Wille, klare« Bewußtsein, unermüdliche Lhalkrast, richtige Schatzung de« Kleinen wie Großen, de« Erreichbaren und Ueberwindirchen, die waren pa, und die die Gartenmauer auf Nimmerwiederkehr. Andere, die da« Leben de« Gawürm« weniger achten, zertreten sie im K»e« ... E« ist au« mit ihrer Herrlichkeit. E« liegt die« in meinem Plane. Ich will meine Bäume, ihr Laub undl ihre Frucht vor dem langsam, aber sicher zerstörenden Feistde schützen und habe da» volle Recht dazu . . . Siehst du. Mensch, so darfst du auch nicht dich unabhängig, selbstständig, dein eigen Wert und dein eigener Herr dünken — und dazu sind gerade die am geneigtesten, welche sich selbst, wenn nicht Alle«, doch Viele« verdanken. Droben ist ein Herr und Gebieter, der/ so er es recht sinder in seinem weisen und Da stehen ad^r die meisten GlückSwmd halfen dadin und hinauf. . Menschen und warten unv warten, di« der kommt, der sie auf seine mächtigen Schwitzen nehmen und sie sanft in die Mitte de» hohen, saftgen Laube« niedersetzen soll, wo sie sich de« Guten so echt erfüllen könnten! Warrer nur. Wohin sie eigenrlich n?i U«n? wissen sie nicht einmal. Nur in die Hobe, und wo <« de» Genüsse« recht viel giebt. Darüber schlagen fit die Arme übereinander, lassen ihre besten Kräfle schlunmern und warten. di« der Lenz und der Sommer ihre« Leben« vorüber »st, und sie gewahr werden, daß sie für it lmer drunten bleiben. Dann klagen sie da« Geschick an, da« sie stiesmüttrrttch behandelt habe, schmähen auf die lau lii'che Göttin Glück, die ihre Gaben den Unwürdigen in den Schooß werfe, und für die Würdigen und Bedeutend n, da« sind nämlich sie selbst, nicht» al« Schwierigkeitei und Täuschungen bade .... Ei. so kommt nur in m inen Barten und aeher bei der Schnecke in die Schule.... Kührwahr, der Mensch kann viel lern n von den Welen. die er unvernünftig nennt. Doch nei l! nicht von diesen selbst, denn ihnen hat Gott ihre Art gegeb n, und Gon selbst ist e«, der dich durch sie belehrt, wenn — du belehrt fein willst. — Doch noch Eine«. Wenn dir da« Deifpiel der Schnecke sagen möchte: Freund, nur de« festen, eistr >ra Willen«, de« unermüdlichen Streben« nach einem berußten, bestimmten Ziele bedarf e«, um e« zu erreichen - so könntest du am Ende hockmüthig und voll »bermäthij er Zuversicht werben ... Sieh, ich, der Herr de« Garten« erheb« zwei Finger, fasse die Schnecke, reiß« sie von de» Aste, auf welchem sie sitzt — sie widerstrebt, aber »i« will da« dich! von deiner Höhe hinunkerzuschleudern und all dein Werk iu zerstören — seine Gnade ist e«, wenn du dabei levehdig und heil bavontommst. Za der Abhängigkeit diese« Hersrn seine« Weltgarlen« mußt du dich fühlen — dann allein bist du würdig, auf der Höbe zu bleiben. Wies sagst du da. Wenn r« so ist, wenn ein einziger Augenblick zu vernichten vermag, wa« ich in Jahren unermüdlich geschaffen, wozu soll ich mich admühen? da kann ich : getrost in meiner Niederung bleiben. Du irrst. Meine Schnecke sagt dir die« nicht. Hat sie nicht ihrem Streben nach der Höhe, ihrem Triebe nach oben genügt? Zu dir, Mensch, würde ich noch hinzufügen: hast du nicht in deinem Schaffen und Mühen deine Kräfte geübt und entwickelt und damit deine höhere Bestimmung erfüllt?... Hat sie nicht durch ihren Fleiß lange genug ihr Dasein genossey und ihre Bedürfnisse auf'« angenehmste befriedigt? Gilt die« nicht«? Und wa« thuk denn nun meine Schnecke jenseil« der Gartenmauer? Verzweifelt sie? Bleibt sie im Sande liegen und sagt grollend: nun gehe ich nicht weiter und — verhungere? Durchaus nicht. Jenseits der Gartenmauer giebt'« auch Slraucher, auch Baume. Unjd io wie sie sich von ihrem Schrecken erholt har, beginnt sie wieder zu schleichen und zu ziehen, zu wandern und zu steigen, di« sie — ein andere«, safrreiche« Lager gefunden hat. Komm in meinen Garten und lerne! ^Schluß folgt., Kuriosa und Notizen. Ein kleiner Zuventnade, Namen« Sola, ziehet in Cuba die Aufmerksamkeit in hohem Grade auf sich durch feine ,rstaunen«werrhe arithmetische Befähigung. Er legte kürzlich vor der königlichen Universität von Havana eine Probe seine« Wissen« ab, und Oie Professoren waren von der größten Bewunderung erfüllt. I. R. Atlgeme,ue Leitung de« Zudernhum« No.29. 1S63. 1 Leitende Artikel: Sin Triumph für die israelitisch« Bibelgesellschaft. — Sin israelitische« Gebetbuch. — Die Lerhaudluug iu der Holländischen Abgeordnetenkammer über den Handelsvertrag mir der Schweiz, am 18. Juni. — Spenden- Liste für die Rießer-Stiftung. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bom badischen Lberlande, Sobernheim. Preußen: Au« der Rheiuprovmz, Paderborn. Oesterreichischer Kaiserstaat:Pesth. Schweiz: Smdingen, «t Gallen, Bern,Bern. Amerika: Rew-Orlean«. — Nachtrag: München. : beziehen durch jede« Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler. vierteljährlich ’a Thal«. Vera» wörtlicher Redacieur 8. Fritzscke. «krU, vo» s«»«»rrr»ei'» »«(tkiklni ia «fiori« — Druck »o, <». »revliug I» Let»»»«

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