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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 27 (1863) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
27 (1863)
Date
1863-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Zur Belehrung und Anterhattuitg aus jüdischem Zektele; Herousgegeb« t von - Rabbiner vr. Ludwig P jllchpsov in Bonn. ' v»» Mdet Z«ttt»rikt rächet»» »Sch«,UUtz ei» - Ikn»«er. Vrri» de« I«tzr n\, nn io/tq i **»» «ne» aanwnu ct»«i B»M»c«nui «» illO. iti. lOÖd.l *■«••» **h. «Hcndülri« TA «|r. 80c J «ab Ze,tB»s«er»«diao»e» »,h»e» mraater. »rti* k» j«f(> rj a <m * n 5SSS“1'£*JMMut llv. IskrZ. 3. I»!-. Gottholü Salomon. Ein jüdisch,- Leben-bild von Julis» Philippson, Kaufmann in Magdeburg. ' ^Schluß.) Bei Hoffmann und Camp« in Hamburg erschim« schon 1820 und 1821 feine Predigten, „gehalten im neuen! Israelitischen Tempel, 182b", eine dritte Sammlung, die weithin verbreitet unter Juden und Christen Anerkennung und Beifall fanden. Salomon'- reger Geist betheiligte sich an Allem, wo es galt, da- Judenthum zu verherrlichen, und so gab er zu Mendel-sohn'» erstcr Sakuiarfeier 1820 „ein Denkmal der Erinnerung an Mose- Mendel-sohn" heraus, worin er da- Leben und die Schriften dieseun»1 sterblichen Mannetreffend und klar beleuchtete. Auch bei dem allgemeinen Israelitischen Gesangbuch«, welchefii«1 Tempelgemeinde 1855 herau-gad, bekheiligt, er sich leb» Haft, und lieferte viele" der vorzüglichsten Lieber. I Die tüchtigsten mit sinnigsten Reden enthielten aber' die Sammlungen, die er unter verschiedenen Titeln nach und i nach herausgab. Seine 182V erschienenen Frstpredigten! für alle Feiertage der Herrn, sein „Mose der Mann Gotte-", 1835 bei Perche- und Besser verlegt, ferner 1837 „David nach dem Herzen Gotte-" und 1840 Elia der hochdegeisterte Prophet de- Herrn, werden ihm einen bauemden Ruf er» halten; sie sind audem Leben für da- Leben gehalten und geschrieben, und in diesem Sinne höchst beachtung-» werth, wenn ihnen auch die historische Würdigung be- Judenrhumabgehr, eine Erkennmiß, Ivelche erst die Neu» zeit geschaffen und geklärt hat. Eine besondere Kraft entwickelte Salomon in der Polemik; lebendige Sprache, Humor, Witz und Gewandheit machten ihn vorzüglich geschickt dazu. Zweimal bewährte er dies siegreich; zuerst, al-die orthodoxe Parthri unter Banrai- Anführung da- 1841 erschienene Hamburger Gebetbuch ver» ketzern wollten, und ihrer auch Herr Rabbiner Z. Krankel ln Dre-den zustimmend sich beigefellte, denen er in seinen Broschüren: „danerze Gebetbuch und feine Berketzeruug" . so wie in seinem.„Sendschreiben an den Dr. Frankel" ihre Unziemlichkeiten -iMp Jrrthümer nachwie-. Zuvor aher bekämpfte er noch ruhmvoller 1835 den Professor Hanmann in Rostock, der die Gleichstellung bft Juden in einer Schrift verneinte, deren trostlose Gründe er in einer „freimüthigen Beleuchtung" glänzend und witzig widerlegte. Weniger glücklich war seine Schrift „Bruno Bauer und seine ge» haltlose Kritik über die Judenfrage", gegen dessen dünkelhafte- Gebahren ln dm Deutschen Jahrbüchern 1842 esne siegreiche Widerlegung von vielen jüdische« Gelehrten‘ dm mal- Statt fand.! Auch eine Deutsche BolkS» und Schulbidel für JsraeÜteo wpßtr sein nimmer rastender Geist im Berein mit mehftre» Frieunden herau-zugeben; da aber da- Unternehmen mit ähnliche« von Znuz, Herrheim,r, Pdtlippson zusammenrras, fand enicht chie Verbreitung, weich« wohl der Her«»-, geber erwarten konnte. Die Uebersetzung enttzpench auch de« Forderungen der Zeit nicht ganz, da sie mehr umschreibend algetreu di« Worte der heilige« Schrift »ledergab. Al- Freimaurer gehörte unser Salomon der „arffgehen» den Morgenröcht" in Frankfurt a. M. alelftiger Bruder an; sein« „Stimme au- Ost«". 1845 bei Lerendsohn er» schienen, beweisen wie sehr fein von Humanität erglühende-'" Herz auch hier zu chirken bemüht war. I Am 18. Octoder 1843 feiert« unser Salomon da-, 25jährige Jubiläum seiner Amr-thätigkeit, wobei ihm von allen Seilen wie von seiner Gemeinde Beweise der: Auer» kennung zu Theil wurden. Ja seiner Predigt, in welcher er nach Psalm J18, 7. „ich sterbe nicht, ich erzähle, was mir Gott gethan", die Betrachtungen eine- Wandreran» stellt, der die Umstände, die Segnungen und die Gefähqten seirier Wanderschaft aufführt, wußte er mit jugendlicher Kraft seine Zuhörer zu begeistern. { 1 So wie er jede geistig« Regung im JudeathuM jnit Eifer erfaßte,'wohnte er auch den Rabbinerversammlungeu b«i L deren erste durch die Bemühungen de- Rabbin r 0r. Phalippson 1844 vom 12. bi- 1V. Juni zusammeng bracht in fvraunfchweig stattfand. Er bethriligte ^ch bei die er wie bei den darauf folgenden ln Frankfurt a. M. 1845, Bre-lau 1848, überall mit Achtung und Lieb« ausgenommen, und we^a diese Versammlungen im Ganzen in ihren Folget nicht nachhaltig waren, so gehört diemehr der Geschichte an, welch« dereinst die Kleinlichkeit und Eifersüchtelei in Mrfelbe* gehörig darstellen wird, wodurch der Hauptzweck der Einlgrsng und dekräftigen Einwirftnauf die Gemeinde« verloren ging. Anmaßung und Ränftsucht wisse» stetden graben, edehi Sinn der geistig Höherstehenden bei solch« Zu» sansmeakünften zurückzudrLngen, um nur sich in dm Vör» bergrund zu dringen, damit aber da- Ganze zu gefährden und nutzlos vorüdergehen zu lassen! Von jetzt ad verbrachte Salomon im Kreise der S^inid« und in treuer Wirksamkeit für seine Gemeinde dl« letzt« Jas re seine- Lebens. Nur einzeln« Reisen nach London, Dre-den, Wien unterbrach« da- Stillleb«, und gab« stinftn Geiste neue Regchmftit, erfrischende Bilder, da er überall gastliche Aufnahme, freundliche Anerkennung fand.

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