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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 25 (1863) · p. Seite 99

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
25 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 99 (sequence 3)
Language
German
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— 99 Schind,rhannesbande zusammengezogene Räuberhorbe, in welcher Veil Krämer. Manne Ariebrich (Philipp Friede. Schütz). Hölzerlip« (Georg Philipp Lang). Krämer Matches (Matthias Orst,klein) insbesondere als Straßenräuber und Raubmörder sich auSzeichn,r,n. * **)) Eine bei weitem größere und wenn möglich gefährlichere Räudermasse bildete die Bande auf dem VogelSberg. deren Hauptmitglieber JonaS Ho öS, der lange Friedrich (Friedr. Adam Thomas), der. jüngste Feldscher Jung (Joh. Heinr. Ritter), der schwarze Baiser (Joh. Balth. Pfeiffer), da« geraufte Jüdchen (Adrabam MoieS), PoblengängerS Michel (Michael Borgen,r), WriSbrobS Hann Görg lJohann Georg Pfeiffer), der rolle Hann Aoam oder ältester Feldscher Jung (Joh. Adam Franku. A. waren; sowie die große Bande in der Wetterau. in welcher sich der PohlengLnger Hanne« (Joh. Borqener), der alte Jakob Heinrich (Jakob Heinrich Vielmetter), der schwarze.Christel oder LöffrlhanneS (Joh. Lal. Christ. Oberländer), der schwarze Jung oder Velten« Heinrich (Joh. Georg Gotkschalck), der Selnröder Ludwig (Ludwig Funk), Konrad Anschuh, der Lumpen-Jost (Johann JustuS Dietz), der Heidenpeter (Perer Görzel oder Gärtner) u. A. auSzeichneten.") In Niederfachftn. namentlich an den Elbufern, trieb Theodor Unger (der schöne, der große oe«r Magdeburger Karl) mit seiner Bande umher, im Braunschweigischen Heinrich AachariaS Erdmann mir feiner Bande, sowie Joseph RammelSberg und Jakob Lehmann ^(Jakob Bockenheim); im Niederhessischen, Paderdornschen und Lippeschen Jtzig Muck (der alte Muck, auch Jtzig Schnur) und Lepsir Polack, beide alte Niederländer und Neuwieber; ebenfalls im Hessischen Mendel Polack, im Hanauischen und Fuldaischen Sürkind Bockenheim, der schon bei den Niederländern eine große Rolle spielte; in Oderheffen und Niederhessen, Schwarzdurgischen, Sachsen, Daiern, Fuldaischen, Hannöverischen die große Bande unter den Gebrüdern Nikolaus und Georg Harting; im Braunschweigischen, Paderdornischea und -Fuldaischen in Kurheffen, >m Darmstädtischen und Westfalischen die Diemelbandr, gewöhnlich die Niederhessische genannt, unter Lidoriu« Pollmann"'); im Hessischen und Walbeckischen die Band, des Konrad Koch (Eher Heinrich« Konrad, auch Schinderhanne« genannt); ebendaselbst die Lumpensammlerda nde unter Anton Röttcher »nb Bartel von der Beide; im Hannoverischen di, kleine, öder *) Bgl. L. Pfister, „Acienmäßige Geschichte der Räuberbanden an den beiden Ufern drS Main, im Spessart und im OdenwaLe" (Heidelberg 1812). **) Bgl. Grolman, „Actenmäßigr Geschichte der Wetterauer und Bogelsberger Räuberbanden", mit den Bildnissen von 16 Hauplraudern (Gießen 1813), und Schwenckeu, „Acienmäßige Rachrichten von dem Gauner- und 'Bagabundengefintel u. f. w. zwischen dem Rhein und der Elbe" (Kaffel 1822). Al» ergänzende Fvnsetzuog der angeführten Darstellungen pyu Pfister und Grolmann ist von Wichtigkeit: Brill, „Acteamäßige Rachrichten von dem Raubgesindel in den Maiugegeadea, dem Odenwald und den angrenzenden Ländern, besonders in Bezug auf die in Darmfiadt befindlichen Glieder desselben'/ (Darmstadt 1814). Diesem Werke find die Bildnisse von den acht Haupträubern Heusnrr, GraSmann, Rupprechr, Kintzinger, Erdeldinger, Tafcher, Wehoer und. Lehn beigegeben, wie man bei Grolman und Pfister ebenfalls solche PortralS findet. Bgl. auch noch „AnNageurkuude gegen einen Theil der großen Räuberbande, »oelche bei den Könfgl. ErtminalgenchkShof des WrrradepartementS in Untersuchung gewesen ist" (Marburg 1812). **V Bgl. die io der vorigen Rote citirte „Anklageurkunde o. s.w." furchtbare Bande de« ^Joh. Konrad Dominicu« Klappjroty^ pad die Ha bei er Land« unter dm Gebrüdern Heinrich Snb Dietrich Hilgm onb Joh. Heinr. Köster'); ins der uraiart hauste die Räuber» und Mordbreanerbandel de« Johann Christoph Peter Horst.") l Mit einem beinahe verzweifelten Eifer wurde der Kämpf gegen da« freche Räudergesinbel aufgenommm, und der tenergie und Ausdauer, welch, die Brhördm bewiesen, ge» lang e«, dem Unwesen einigermaßen Einhalt zu thun. Bor allem waren die Gerichtshöfe zu Marburg, woftlbst innerhalb -sich« Jahren die Hauptführer von fünf großen Räuberbanden verurtheilr wurden, sowie die zu Kässel, Heiligenstadt, Hannover, Darmstadt. Gießen, Heidelsderg und in ven ehemaligen französischen RhrindepartemmtS thaklg,, wo unter anderm in Mainz die Untersuchungen gegen Damian Hessel und Anton Keil fünf. Hauptführer auf der Guillotine und gegen hunvert Räuber in die Strafanstalten brachten. Kaum war jedoch eine leidliche Sicherheit hergestellt, so brachten die neuen KrieqSdewegungfN auch wieder di« alte Unsicherheit hervor. Mit der Bekämpfung der französischen Awingherrschaft 1813 brach auch daS, durch di« allgemeine Bewegung ermulhigle und nümirnt» sich durch die Beseitigung der französischen GenSda^merie verwegen gewordene Gesindel aller Orlen wieder hervor. Unter anderm entsprangen in Kassel allein bei der Besetzung durch russische Truppen im September 1813 nicht weniger als 17t Sträflinge, unter ihnen viel« verwegene Räuher; ebenso in Heiligenstadt 88 Sträflinge. E« gab kaum irgendeinen von den französischen Truppen geräumten Orr, wo nicht ähnliche Entweichungen staltgefunben häthrn. Da« Gesindel fand sich, leicht wieder zusammen, und bot den StcherheilSdehörd'en um so mehr die Spitze, als ftei der Besitzung der Lerwaltunqen allerdings den neuarlgegestellten, von dem besten Willen beseelten Beamten die ausreichenden Personal- und anderen zur wirksamen Bekämpfung de« GaunerthumS nölhigen Kenntnisse adginqen. Erst allmählich gelang e«. da« zufolge der alSdald wieder eingeführten GenSdarmerie'") zwar nickt mehr zu offenm Räuberbanden, so doch zu organisirlen DiebSbandea Zusammengerotter«, aber unter dem Schein einfacher Bürgerlichkeit in allen social-polittfchrn Verhältnissen sich verstickt hallende Gesindel zu Paaren zu treiben. Unter dm einzelnen resultatreichen Untersuchungen zeichnen sich besonder« auS: die 1615 zu Liegnitz in Schlesien und 1816 zu Memel geführten Untersuchungen gegen jüdische Gauner; die 181-—17 in Hannover von einer eigenen Commission geführte Untersuchung gegen Joh. Sippel, Anton Vogel, Chr. Dietrich, den schwarzen Konrad u. s. w.; die zu Kassel im Frühjahr 1816 begonnene Untersuchung gegen Benjamin Josesth, Michel Heinemann, Mareu« JonaS Keßler und ihre übrigen Genossen, welche durch ganz Deutschland Gaunereien verübt Hanen; die von 1818-26 zu Kassel gegen die Gaunerbande de« Johann Stelzner *) Bgl. Bauer, „StrafrechtSfähle", 1, 459 sg. , **) tzünfundvierzia Städte onb Dörfer wurden von Horst »lt Brandstiftung heimgesucht; zehn Menschen büßten dabei ihr Leben ein. vgl. Hermann, „Stunt Geschichte des Crimiualproceffe« wider den Brandstifter I. Eh. P. Horst und dessen Gesiebte, die llllverehetichte Friederike Luise Christiane Delitz" (Berlin 1818). , vgl. Lamptz, „Allgemeiner Codex der Geuedannene^ (Berlin I81f»>.

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