Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 24 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Bolksvlatt. Zar «ßeleOrunq uni) Unterftartunjg aus jüdischem 4eöte(c. Herauxgegeben jvov » Rabbiner I)r.'Lidwig PHAip-son in Bonn. —I lNo. 24. 1863.1 Bo» dieser geichdrist erschet,» «S<ie«tUch ei»e tduamer. Prei« de« 2»dr- Aaug« r Ldlr. Bieneljädri« 7 '£ Ngr. Llle >uchha»dl»»geu. Po»ä««er u»d Aeir»i>»«erv«ditic'»e» »ed»e» BefteS»»Ar» llv. AsKrg. 2. Die Sittcnlehre des Hiob. (Fortsetzung.) Bon dem Verhalten gegen die Nebenmenschen wender der Dichter sich zu dem inner« sittlichen Grunde, der in unserem Geiste fest eingesenkt sein muß, um das Gebäude unseres Lebens in edlen Maaßen und mit reinem Inhalt auszuführen. Er saat: „Wenn mein Vertrau« auf Gold ich fetzte. Und zum Metall sprach: meine Zuversicht! Wenn ich mich freute, wie mein Schatz so groß, Wie meine Hand so viel erworben; Wenn ich auf's Licht sah, wie «S glänzte, .| Uud auf bet» Mond, so prächtig wandelnd, r1 Und heimlich ward mein Herz verhört. Und meine Hand hält' meinen Mund geküßt — Auch daS war strafbar vor dem Richter, Dem Gotte droben hätte ich geheuchelt! —" Zwei Momente sind es, welche der sittlichen Veredelung und der wahrhaften GotteSverehrung im Menschen «nt» grgentttlen und nahe an ein Götzenthum streifen: die Begierde nach Besitz, nach Schätzen, und die allzugroße Lust an den äußeren Erscheinungen. Der fromme Sänger verwirft sie beide, als vor dem Hökern Richter nicht bestehend und zur Heuchelei vor Gott führend, wenn damit «ine Art GotteSandetung und gottesdienstliche Verrichtungen verbunden werden. Mit ttefer Sinnigkeit hebt er die beiden Uedelstände, die mit der Habgier verbunden sind, hervor: daß der Mensch auf die Reickthümer fein Vertraue» setzt, sie als seine zuversichtliche Stütze im Leben anfiehet und daß er von der Lust am bloßen Besitz und Wachs» thum feiner Schätze erfüllt wird. Wie wankend und schwankend jeder irdische Besitz, wie wenig daS wahrhafte Glück an Reichthum geknüpft ist und gerade die echten Güter und der reine Genuß de- Lebens von ihm bedingt werben, wer wüßte eS nicht, aber wie selten wird eS de» herzigt! Zn der That aber können wir eS täglich gewahren, wie die Besitzenden ganz vergessen, daß diese äußern Güter nur die Mittel sein sollen, um den höhern Zwecken de» Lebens desto leichter und umfänglicher genügen zu können, und daß sie nur hierdurch einen vernünftigen Werth haben, während jene diesen eine objektive Bedeutung beilegen und die allmähliche und beständige Vermehrung derselben! die ganze Lust und dt« ganze Arbeit ihres Lebens wird» Wie oft begegnen wir Menschen, die bereits weit über da» Maaß dessen besitzen, was sie für sich-und die ihrigen gebrauchen, auch ln ihrem Geschäfte keinen eigentlichen Lebens» beruf mehr finden können, demungeachtet auch bei vorge» rücktem Alter forrardeiten, sparen und zusammenhäufen, kargend bei Werken der Barmherzigkeit und de» allgp» äne» Nutzens, also nur in der Lust, ihre Schätz« immefott wachsen zu sehen. Dies ist das Götzenthum des ^Geldes, mit welchem die sittliche Natur de» Menschen und da» Erfülltsein von reiner GotteSfirrcht unvereinbar ist. l ES ist wahr, solche Menschen können streng rechtlich («in, (lud) manchmal eine gute That verüben, ader sie haben der hoch den rechten Weg verfehlt, der Würde alS Gottessöhne sich entkleidet und ihre Verbindung mir Gott ist nur Siyej und äußerlich«. DaS Gefühl deS Erhabenen und St ist von ihnen gewichen, und die Motive ihrer Hachdlu^ sind nur niedriger Art. Aehnlich verhält e» sich mit der Freude an den äu^eril Dkngeo und Erscheinungen. Sie ist un< so natürlich^ ebenso gerechtfertigt, wie der Erwerb von Hah ur d. Aber wir dürfen darüber den hohem Zweck der Erl rm der Veredlung nicht auS den Augen lassm, über >ie schöpfe deS Schöpfer» nicht vergessen, und. vor Alle!« da» Leben mit ihnen vertändeln. Und nun fehm r >ir einmal um, wie die meisten Menschm nur nach dem Äußerlichen daschm, nur darauf-sinnen, ihre Zeit im Gesa len und Vergnügen an äußerlichen Dingen abwechselnd zu ver rir gjm, Hk» Eingehen in da« Wesen, jede Beschäftigung mit Idlem eigenen Innern und mit dem der Dinge um uns fltJ&jm, und, so nur an dem Aeußerlkchen haltend, ihr Da rio auf Erden wie in einem Haldschlummer zu Ende füf rea <— um die tiefe Wahrheit der Aussprüche unsere» Did ter» zu erkennen. ES ist . dabei nicht zu übersehen, daß sei>>« A»»r brücke auf den wirklichen Götzendienst, auf die A ibenmg goldener Bilder und der Gestirne hindeuten. DaS Kßssm der Hand mit seinem Munde war bei Persern un > Griechen «ine Art Aboration, und die Worte: I-»" „Wenn zum Metall ich sprach: du meiaeZuvestcbk!" klingen an den Bilderdienst an, und werden fü: die an andem Stellen der H. Schrift gebraucht. — so! streben wir rüstig auf den Wegen de» Lebmi tj halb unseres Berufe» da» zu erwerben, wa« auf mftrfm Pfade liegt, ader machm wir eS nimmer zum Hau uiohalt unsere« Schaffen» und Wirken», halten wir e» liemgl» für eine dauerhafte Säule unsere» Bestehen», benutzen [wlk je» nur, un» und Andern förderlich zu fein im Gutta und Rechten, ringen aber nach der höhern Entfaltung unßeve» Geiste» und nach Verdiensten bei Gott und Mensches Schau» wir un» frisch um in der Außenwelt, lassm hiese in ihrer Schönheit auf un» wirken, freuen un» all' her