Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 23 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 4)
- Language
- German
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92 — lich wurden noch andere einzelne Mitglieder alle Banden in Jülich, Lüttich, Köln und Düss zogen und;um größten Theile hingerichtet. (F genannten ldorf einge- >rts. folgt.) Blumenlcse ans hebräischen Werken stt: dai i , Bon Jo'eph Rawie; in BreSlar Sehr nahe ist Dir die Sache (die Lehre! MuWe ^rrnd in Deinem Herzen es zu thun 30Elihu erzählte: Auf einer Reise auf einen Menschen, der seiner Zunge in u Ausdrücken gegen mich freien Lauf ließ. Du." frug ich ihn,am Tage des großen Gericht gezogenheit, Deine Unwissenheit in der geisti \ heiligen Lehre vereheidigen?" „Eine Antwort," „habe ich bei der Hand, der Himmel hat mich n lagen zum Studium begünstigt." „Was für werk treibst-Du?" „Ich bin Geflügeljager u „Wer har Dir die Geschicklichkeit beigebracht, zu verschaffen, daraus Netze zu machen, und Fische zu fangen und durch Verkauf eir zu erzielen«" — „So viel Verstand habe »Meine Pflicht erheischt", belehrte ihn Elihu» , .Dir die Augen zu öffnen, und Dich darauf zu machen, daß Du mir Deiner Entschuldigt rjchrslage nicht durchkommen wirst. Dein H räch deinen Verstand zum Lernen, dieselben G auf Kenntnisse gerichtet, brachte Drc viele Vorkt e nicht anders geht es beim GefetzeSstudium jt eine Lebensregel, lernst ste begreifen, richtest halten danach, und erntest die Früchte der Indessen sei nicht trostlos, bessere nur dci halle auf Rechtschaffenheil in Deinem Gewerbe gegen Mengen und Du wirst bei Gort einen der dich ewig erfreuen wirb." (Midrasch Tanchuma Perscherh Wb in Deinem 5. B. M. ß ich -einst ^geziemenden Womit wirst Deine Unbildenden i rwiderte er, cht mit Anein Handchd Fischer." Dir Flachs in Geflügel en Gewinn ich schon." jeder Sohn, aufmerksam ng am Ge- . ndweck veristesanlagen ile. Dean Du hörst Dein Vecterweisung. Betragen, sei gefällig erth haben, V n geile rc.) — Kuriosa mia Notizen. In der Sr-ung des Asstseahofes des Seine lepartements vom 27 Februar c. war der Juwelier Israel Vernarb, der fast das Opfer eines beträchtlichen Diebstat ls geworden wäre, als Zeuge über die Tatsachen vorgele den. Statt sich aber beim Schwur gegen den Präsident, i zu kehren, wandte sich Herr Vernarb gegen die Geschwor nen. Deshalb zur Rede gestellt, erklärte der Zeuge, er fei Israelit. Er wollte nicht: „Ich schwöre vor Gott," vo> dem Präsidenten sagen, über dessen Haupt sich ein Kruz fix .befindet. Man kann diesem ehrenwerthen Israeliten i»,gen seiner religiösen Festigkeit in einem so feierlichen Moment nur Glück wünschen. (Uni rer* isr.) Uedcr die große Weisheit des Verbots de; Schweinefleisches haben wir Erfahrungen aus der ji ngsten Zeit uitt1 Wissenschaft mehrfach mitgetheilt. Hi r ein jetzt berichteter Vofall: Im Jabre 1843. erkrankten zu I. in ler Pr. S. Deranttch>rt1 Verlag o?n a in g’i r t n t r nach dem Genüsse eines Frühstücks sechs Personen, von welchen vier in kurzer Zeit starben, zwei aber lange siech waren. Man hakte bei diesem Frühstücke Schinken, Wurst, kalten Braten und Butterbrot genossen, dazu aber weißen Wein getrunken; man glaubte an eine Vergiftung, und zwar durch den weißen Wein, weil eine siebente Person rothen Wein getrunken (aber freilich auch nicht gegessen- und keine üblen Folgen gespürt hatte. Der Verdacht fiel^ obgleich man sich kaum einen Grund denken konnte, auf den Wirth, der zu feinem Unglücke früher Apotheker gewesen war, was in den Augen des Volkes wenigstens dem Verdacht einen siärkern Halt gab. Nach längerer Untersuchung mußte der Wirth wegen mangelnden Beweises frei gesprochen werden. Beim Volke aber galt er fortan als Giftmöcder und sein Haus wurde allgemein als die Höhle des Vergifters bezeichnet: ja das HauS wird noch jetzt so genannt, obwohl jener Wirth schon längst in Amerika ist, denn der furchtbare Verdacht gegen ihn hatte ihn zur Auswanderung genöthrgt. Vor einigen Wochen nun kam ein Fremder hierher nach Berlin, um sich einen Auswuchs an der Wanze von unserm berühmten Operateur, Geh. Rath Dr. Langenveck, operiren zu lassen. Die Operation gelang und bei derselben endeckte man ein Nest verkalkter Hrarwürmcr (nicht mit den vielbesprochenen Trichinen zu verwechseln), wie solche im Schweinefleische Vorkommen und höchst gefährlich sind. Es ergab sich nun, daß der Operirle eine von jenen sechs im Jahre 1843 vergifteten Personen war; man kann also annehmen, daß damals eint Vergiftung durch Wurst und Schinken stattgefunden und daß jener Wirth völlig unschuldig war. Unter welchen Bedingungen das Verkalken jener Würmer siairgefunden, dürfte sich schwer ermitteln lassen. Höchst interessant für die Wissenschaft ist es auch, daß man hier zum ersten male auf ein wirklich langsam wirkendes Gift stößt, das an die Erzählungen von jener fabelhaften »qua toffuua einer frühem Zeit erinnert. Gewiß mahnt auch diese spare Entdeckung der Vergiftung wieder an Vorsicht beim Genuß von Schweinefleisch; die Haarwürmer, oder wie man sie sonst nennen will, sind viel gefährlicher al« die sogenannten Trichinen, die sich übrigens durch Kochen und Braten vertilgen lassen; die Haarwücmer sind auf dem Schinken noch erkennbar, sie sehen aus wie Mohw'amen; schwer oder beinahe gar nicht sind sie auf der sogen. Schlackwurst wahrzunehmen. Wir haben diese Mittheilung aus völlig glaubwürdiger Quelle, aus dem Munde eines berühmten Arztes; da wir aber selbst Laie sind, so isi's möglich, daß uns über einzelne Bezeichnungen unser Gedächlniß trügt; das Factum der Vergiftung durch Schweinefleifch in der oben gegebenen Weife verbürgen wir durchaus. Äligemeine Zeitung de« Juvenrhumo. :Jto.227h»>3. Leitende Artikel: Die drei Stadien des EmancipationskampfcS. — Nekrolog Rießer's. III. (Schluß.) — Die bürgerliche Stellung des Judenthums in Schweden. — Literarischer Wochenbericht. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hamburg. Aus Württemberg. Oesterreichischer Kaiserstaat: Krakau, Lemberg, Wien. Schweiz: Lengenau. Rußland: Warschau, Mitau. Schweden: Stockholm. A3r Zu bezikbeu durch jeres Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 3 Thaler, vienrljäbrlich h Thalericher Redakteur' I. H. Luder. Bachhaudlnug in Leiyzig — Druck von 0 * r et» >i it g in Leipzig.