Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 23 (1863) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
23 (1863)
Date
1863-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4908862-5999384-6026598--2440-4910800
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Jüdisches Bolksölatt. Zur .Lelehrilttii unf) Unterhaltung aus juhischein Gebiete Herau-gegcben von Rabbiner l)r. Ludwig Philippsou in Bonn/ , CIO ■ ii,*o 1 Vcn dieicr g«N»rin erichemi wckdnttti» «», Nummer. Prei« r«< Jahrr < .. , r\ i «1 I VlO. 60. löOO*l »aug» r Tdlr. ri»cneljüdNA 7'X «gr. «Ue «S«tz»ndlu»qe». Psfta»ln 10 KAllsü. L. dULNÜl.I uor Arnui«g»<rper,uo,«n nevmeu Leftrlluogca aa. L > H J Raphael Kästcnbaum, , Eine biographische Skizze von I. I. Rosenmeyer. «Forljeyuiig a»» Nr-17.) Das Testament lautet.- i’Sn vio; n vpr® Im Namen des allmächtigen Gottes, des einzig ewiglebenden Vaters bade ich eS für gut gefunden, nachdem ich mein Ende fühle und mein ganzes Vermögen zum Wohle der Menschheit angelegt wissen will, in dieser Stunde aus freier Uederlegung bei vollem Verstände Folgendes als Testament zu verfügen. 1) Um mich einem hochlöoljchen königl. Eomitate Zcmplin dankbar zu beweisen, nachdem ich mehr als vierzig Jahre unter feinem Schutze und Schirm glücklich lebte, anderentheils um den Beweis als schwacher Erdensohn zu. liefern, daß Gott alle Menschen ohne Unterschied liebt/ sei es nun Christ oder Jude, vermache ich mein gan-es Habe zu wohlthätigen Zwecken und ist eS mein sehnlichster Wunsch, daß eine bochlöbliche königl. CvmiratSd,Hörde Sorge trage, daß mein Verinögen nach meinem Tode gehörig verwaltet werde. 2) Da ich eine pünktliche Verwaltung meines Vermögens nach meinem Tode wünsche, bestelle ich Herrn Ferenz Richter zum Masse-Curalor der Masse und soll derselbe für seine Mühe die 6 % Interessen eines Capirals von 32000 Fl. W. W. erhalten. Nach dem Tode dieses Biedermannes liegt es dem hochl. k. Comitak« ob, diesen Beamten zu ernennen. 3) Obwohl leider heutzutage zu wenig Toleranz nach in der Welt besteht, mir auch kein Fall bekannt ist, als habe das dahier in S. A. Ujhely bestehende Jrrendmis Israeliten ausgenommen, so vermache ich dessenungeachtet die 6 Origen Interessen des Capitalvon 20000 Fl. W. W. zur Erweiterung der dahier destehenoen Irrenanstalt, und knüpfe ich bloS den Wunsch an dies, Gabe, «ine Comitatsbehörde wolle Unglückliche israelitische^ Religion auch in diese Anstalt aufnehmen. 4) Bald nach meinem Tode soll einem jeden dahier bestehenden HoSpitale die Summe von je 100 Fl. W. W. ausgezahkr werden und sind sämmtliche Confessionen gleichmäßig zu berücksichtigen. 5) Nachdem ich die volle Ueberzeugung gewonnen! habe, daß Menschen, die in Unwissenheit aufwachsen, viel! Böses rhun und treiben, der Unterricht hingegen veredeltzd auf den Menschen wirkt und mir die Hebung der socialen! Zustände meiner GlaudenSbrüder am Herzen liegt, vermacht ich, um diesen Uebel wenigstens theilweise ein Ende! zu machen, die 6^/gtigen Interessen eines CapitaleSoeir- 100000 Fl. W. W.'derartig, daß selbig« zur Errichtung einer israel. Volksschule in S. A. Ujhely in der L^eise verwendet werden/daß dii Hasste der Zinsen den an dieser Anstalt anzusteüenden Lehrern, die andre aber^ für Kost, Kleidung ' 6er Waisen meiner Familie resp. Anverwandten verwendet werden. Sollten meine Anverwandten sich verringern, so können auch Waisen anderer Familien^»lS Pensionäre dieser Anstalt ausgenommen werden. Fürs die Kinder ernennt das hochlödl. Comitar einen Jnspeaor, dem es obliegt, für Kleider, Kost und Wasch« der Jugend zu sorgen. In der Regel soll der Radbine in E/A. Ujhely mir diesem Posten gegen Honorar beehrt werben, jedoch bleibt es ihm frei einen Stellvertreter zu stelley. 6) Um meinen Glaubensbrüdern einen Beweis meiner ferneren Liebe zu ihnen zu g»en, vermache ich den RabblUe« die 6 */»tigen Zinsen des Capirals von 100000 Fl. W. W. pnd soll diese Summe unter denen in S.. A. liljh^ly, Bodrog und Keresztur gleichmäßig vertheilt werden. 7) Meine Verwandten, die größtentheils in Polen, inSocsonderc in der Stadt Jasonitz wohnen, sollen so ^nge sie sich brav und anständig aufsühren die Interessen eines CapiralS von 10J000 Fl. W. W. genießen. So lte sich der Fall einstens ereignen, daß unter den Erben!ich der ein« oder der andere befinde^, der wegen eines Ver» gehenvon der Behörde bestraft ward, so soll selbiger diese Unterstützung um so weniger erhalten, da ich die SchlechiiLteil nicht unterstützen mag. ' 8) 9) 10) enthält Punkte über die Verwaltung >>er Gelder, Vorsichtsmaßregeln über die Verwaltung rr. 11) Es ist mein fester Will», daß sämmtliche Punkte de- Testamentes zur. Wahrheit werden und schließe ch mit der Bitte, daß der Allmächtige bas Testament frfa t» zeit in Wirksamkeit treten lasse, zum Heile der Menschheit, zum Wohle Israels. Gegeben S. A. Ujhely am 26. Juli 1825. Raphael Kästen bäum. '_■ (Forts, folgt.) Die junge Maus- Eine junge Maus, die noch wenig ihre Gefahren, ihre Feinde kannte, faß mir ihrer Mutter in ihrem Maus!» loche, das an eine von Menschen bewohnte Stube grenztt; die Außenwelt war ihr gänzlich unbekannt. „Mutter^"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.