Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 18 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/4908862-5999384-6026593--2415-4910780- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Jüdisches Bolksblatt. Zur -Kelehriing und Unterhaltung auf jüdischem Gebiete. Herausgegebeu vou Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. rft, j n «0/*0 1 «on dieser ZrteiLril» ersaeml wochruMch ein« «ummcr. Pre», ves Jadr. s4/4 -.^1_ 4 . , -1 IlIlD 18 loOt>*l j«m«« l Xftlx. «<iertdia6ri(» 7 w ilgx. »llr «Uch^nr>U»»kB.. Po»a«rrr 1 I v. L3ttkü. 1. iDULNAi.I 1^ m.'-t. j sbb .SrituRflftrptemDXc« nehmen «tfUflunflcn an. iL; * Isaak Ber Lewinsohn. ' Eine Biographie von K. Hau «ner. (Au« dem Russischen de« „Zion" von Löon A. Trach te ab erg.) (Fortsetzuag.) Kehren wir jetzt wieder zu dem obengenannten Werte zurück. Viele Jahre nach dem Erscheinen de- Efea- Danim lag diese- Werk unangetastet in den jüdischen Bidliokketen, als plötzlich eine wichtige Begebenheit die Welt veranlaKre davon zu sprechen. Wem ist die fürchterlich« Verfolgung unbekannt, die die Juden im Jahre 1840 in DamaSeu« von denselben Christen zu besteh« harten, welche -or einigen Jahren (1800) selbst ein Opfer debarbarischen Fanatismus wurden? E« war damaleine schwere Zeit für die Damast,ner Juden; viel» von ihnen fielen al- Opfer. Man mußte faktisch ber türkischen Regierung die Grundlosigkeit ber Beschuldigung der Juden, gegenüber den katholischen Geistlichen, beweisen. Die edeln Sir Mose- Monrefiore und Adolph Cremieup übernahm« diese Arbeit. Der „fif«a-D«ain“ zog die Aufmerksamkeit dieser beiden Männer auf sich. Sie beauftragten den Herrn Dr. Löwe diese- Werk in- Englisch« zu übersetzen und gebrauchten es al« Waffe gegen die elenden Fanatiker. Die Unschuld der Juden wurde bewiesen und die verbrecherischen Verleumder erhielten die verdiente Strafe. Wir rheilen den Lese« in Kürz, die interessant« ^Rezension über „Efea-Dami*“ mit, die im „Literaturdlatt I,« Orient«" Jahrgang 1842 Ro. 31 und 32 adg,druckt ist: „ Diese Schrift Lewinsohn'«/' sagt ber Rrzenfent, „können wir alein gute-, scharfe- Krieg-schwert betrachten, davon biederer, sachverständiger Hand zu unserm Heile geschmiedet, di-her begraben lag an geweihter, aber selten betretener Stätte; nun aber in unerreichtem Glanz« an da- Tage-licht zur Völkeröffentlichkeit gezogen und in der Weltarena mir sehnigtrr Faust geschwungen wird. Der Inhalt diese« Werkeist folgender, kdringt die Unter, Haltungen zweier gelehrter Männer von verschiedener Confessio», deren Einer Simmla-, al- Patriarch ber griechischen Kirche zu Jerusalem, und der Andere, Maimon, aleiner den jüdischen Hauptchddinen derselben Stadt, aufgeführt ist. Dieser Unterhaltvn^o finden wir 9, deren jede mir Scharfsinn und logischer Gründlichkeit, die von Seit« zu Seite glänzender sich entfaltet, jene furchtbare Blnr» Anklage nach allen Richtungen hin beleuchtet, zergliedert, auf ihren Ursprung zurürWhrr, endlich in ihr Nichtzurückschleudert. Die Gesprächsform ist hier um so glücklicher gewählt, da sie allen den grundlosen Beschuldigungen, fr,chech» Lügen, vage» Hypothesen, die seit dem Au-rinanbersprengen ber jüdischen Nation dlzu unsirn Tagen gegen sie erhoben wurden, den freiesten Spielraum läßt, der dann natürlich auch der Entkräftung und Berrheibiguag zu Gute .kommt, und so ist die Arena W Kampfe« dem Für wie dem Wider eine gleich günstige. Hier muß sofort bemerkt werben, daß die beiden Gegner, Simmia« und Maimon, keine«wegin leidenschaftlicher Erbitterung ihre Waffen schwingen. Im Gegentheil »nd wir halten e< für eine sehr schöne und zarte Idee de« Autor«! sie schenken sich die wärmste Freundschaft, sind gegenseitig von der vollkommensten Hochachtung für ihre Religion wie für ihre Persönlichkeit , durchdrungen, und ihr loyaler Kampf endet mit heißer Danksagunde« griechischen Partiarchen für die Aufklärungen und Bekehrung, die ihm geworden,, mit einer brüderlichen Umarmung de« Gegner«." + V. Im Jahre 1827 erhielt Lewinsohn, in Folge günstiger Berichte der höher« Regierung und dir Gelehrten seine- Volke-, vom Fürsten Emanüel Lieven, dem damaligen Minister ber Volt-aufklärung, einen wichtigen Auftr-g, nämlich: die jüdisch, Frag«,.auf historische Factr gegründet, zu erläutern. E< wurden ihm zu diesem Behuf« st4 Fragen zur Beantwortung vorgelegt. — Die Beantwortung dieser 34 Kragen de- Ministerbildet den Jphalt von „Üv^>- lebuäa", der teefflichen ge Wichtigkeit der Fragen zu Urtheil bilden, wie wichtig ehrten Arbeit L's. Nach her schließen, kann man sichln da- Werk ist, welcheestre Geschichte de- Jubenthumenthält. ' Dies« Krage» sinh nicht mit leeren Phrasen beantwortet, sondern durch historische Kart« begründet, welch« die strengste Kritik zu bestehen im Stande'-sind. — Jeder Leser, der «inen gesunden Menschenverstand besitzt, der die Weltgeschichte nicht während de- Fieberparvxi-mu-, sonder» ruhig und unparteiisch studirt, wird, nachdem er den Betb-Jebn^a gelesen. mit unlerm 8. üdereiastimmen, baß di« Elemente de- Jubenthumau-gezeichnet und göttlich sind, baß die große Mission dejüdische» Volkevon Oden vorgezeichapl ist, und daß sein« Literatur den lebhaftesten Anrheil an allen Interessen der Menschheit nimmt.! Diese- Werk verdient in alle europäisch« Sprach« übersetzt z» worden, besonderaber in die russisch«, da auch den Christen angenehm und nützlich sein wird