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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 17 (1863) · p. Seite 58

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
17 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 58 (sequence 4)
Language
German
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68 Mdrdch, Professorwar die Antwort, dir der heilige > Redde Moscheh Teiteldaum dem Ujhelyer Cultusvorstand« gab, alt letzterer mit Kästeadaum die Wohnung det Frommen besuchte, der soeben mir den Engel» in Berührung,! Verderben allen Aufgeklärten schwur. i Mebr schon in Ansehen stand der jüdische Guttpächrer bei dem Beamten bet CommitaleS, die mir großer Lied« dem jüdischen Turtdesitzer Marron jugelhaa waren -und ihn stets zu der Eommitattcoogregalioa einludra. Die Bolktsage, die so gerne alle« gutmalt, läßt an den Congregationttagen Kästendaum vor dem CommilatS, haust in zerrissenen Kleidern sitzen und in der Mittagsstunde vor dem Eommitarthaufe stehend eia Stückchen Brot kauen, ja et werden Geschichtchea erzählt, die den härtesten : Geiz vermuthea lassen. Daß eia Kästeudaum ein einfache- Bauerngewgnd jedem andern vorzog, ja selbst lieber stundenlang vor dem Commitarthaus« faß, alt et zu wagen den einen oder andern Herrn in seiner Wohnung aufzusochen, läßt sich , nicht in Abrede stellen, doch kann von einem schändlichen! Geiz und von solchen Sagen, wie ihm dat Volk andkchter, keine j Rede sein. Jedenfalls hat' sich Kästenbaum durch seine Stiftungen eia bleidendet Denkmal in dem Herzen aller! Konfessionen gesetzt und durch «seine Hinterlassenschaft der Welt gezeigt, daß, um großherzig zu fein, eia einfacher Mensch genügt, wenn nur der Wille vorhanden und die Seele zu edlen Handlungen sich emporzuschwingeu fähig ist.! Die heiteren Tage Kästenbaum'« trübten sich immer | mehr und mehr ual^ da von dem heiligen Redben ab, gewiesen, erschien er in dem Lahre 1825 mit einem 5fach versiegelten Testamente vor den Commitattherren und legt« sein Testament daselbst nieder; sie versiegelten et abermals und bewahrten et in dem Commitartarchive. Dat Testament Kästmbaum't, in magyarsscher Sprache ' abgefaßt, in dem Archiv« det Zempliaer Commitatt auf-! bewahrt und im Originale vor unt liegend,- lautet im; Auszug« in deutscher Ueberfetzuag wie folgt: (Forts, folgt.) Notizen des Tages. (Aut dem Monat März.) Dat preußische Abgeordnetenhaus hat in der letzten Zeit mehrfach Debatten über dat zu erlassende Unterricht«, gefetz und über di« bekannte Sutro'sch« Petition geführt, in denen et natürlich für entschieden »liberale Grundsätze und Auffassung sich autsprach, ohne daß damit für die Gegenwart «ine Verwirklichung zu erwarten stünde. — *) Mord che Professor, Verfasser einer bebr. Grammatik and Mathematik, war der Gebildetste feiner Zeit im Zemptmer Lommitate nob ein Todfeind aller Finsterlinae nnb somit auch det «baiftditmnt. Die Holsteinischen Stände haben endlich eia neue« Judengesetz »otirt, in welchem den Israeliten aber noch dat aktive und passive Wahlrecht abgesprochen ist. — Dat österreichisch« Ministerium har entschieden, daß ein Professor jüdischen Glauben« bei der Promotion einet Kandidaten juri* canonici nicht alt Promotvc fungiren könne. Der Senat der Prag.r Universität hatte mit überwiegender Mehrheit die Frage mit „Ja" beantwortet, die theologische Fakultät freilich energisch pro, restirt. — Im Kampfe der Union mit den Südstaaren bezahlen auch viel, Juden die Schuld an dat Vaterland mir ihrem Leben. So fiel in bec Schlacht bei Marfrentborough der Major in der Kavallerie Rosengarten, ein Mgnn von viel bewährter Tapferkeit, und wurde in Philadelphia auf dem jüdsschrn Gottetacker feierlich begraben. — Der preuß ische Kultusminister hat die Königtderger Universitär, welche eln« Abänderung ihre« Statute« verlangte, dahin lautend, daß auch Karholtken und Juden sich alt Dozent» bei ihr habllttireu und Professuren erhalten könnten, abschlägig deschieden. — Ein russischer Ukat «etheilt auch t4n Mischen Kaufliuten bet Recht, nach zwanzigjähriger Carrier« in der zweiten und nach zehnjähriger in der ersten Gilbe in den Ebrenbiirgerstand überzutreten, d. h. den persönlichen Adel zu erwerben. — Der Munizipalrath von Pari« hat für den Unterricht der israelitische« Kinder die früher bewilligten 3006 Frct. zu jährlich 20000 Frct. erhöht. — Aut Sibney in Australien wird gemeldet: Ein Israelit, M. Coden, ist soeben zum Bürgermeister der Stadt Melbourne ernannt worden, der bevölkertsten Stabt Australien«. Drei Israeliten, die Herren Samuel, Alexander und Emmanuel, sind Mitglieder der gesetzgebenden Versammlung geworben. Herr Samuel war vorher Finanz-Minister. Jüngst fand ein Banquett starr zur Erinnerung an die Stiftung der israelitischen Schule. 200 Anwesende und der Bürgermeister von Sibney, mehrere Albermen, der Präsident der gesetzgebenden Versammlung und ansere Oder- Häupter det Departements waren zugegen. — Allgemeine Zeitung de« Jndenthumr. No. 16. 1863. Leitend« Artikel: Die Jadeafrage in der Schweiz. — Der jüdisch.deutsch« Dialekt vom cultnr-historifche» Standpunkte. Zeitungsnachricht««»: Deutschland: Speyer. Pren« ßev: Berlin, Königsberg. Vesterreichischer Kaiserstaat: Bona. — Nachtrag: verliu, Smyrna', Peßh, «nt Ungar», An« Oberst aliro. UT Z» bezieh«, durch jebet Postamt und jede Buchhandlung. Jährlich 8 Thaler, viertel jährlich X Thal er. Verantwortlicher »edactem A. H. €£ber. vtacT* «NOfeaaktu« in Vdaiig. — ttratf *•* w. »r,»si,g fei SnUfl MB 0

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