Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 17 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Volksblatt. I Zur Belehrung unö Unterhaltung auf jüdischem Gebiete. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philip-sou in Bonn. lNo. 17 1863.1 vo» vieler Aetrlibrin eriitetal «SchernUch eine Nummer. Drei» de» Iabr- »aig» I Thir. MertdjSbri» 7 # Ngr. »lle »uchbandlnnge», Postämter und Zeitun»»expedin«ue» nehmen VeÜellungen an. [10. Jahrg. 1. t^uariai ] Isaak Ber Lewiusoha. Eine Biographie von K. HauSner. (Aus dem Russischen de» „Zion" von^öon A-Lrachtevberg.) (Fortsetzung.) IV. Während seiner literarischen Thätigkeit erhielt Lewinsohn, der als Schriftsteller bekannt und geachtet war. im Jahre 1832 von unseren geistlichen Eeledritäten die Einladung, ein Werk, auf historische Karre gegründetem« Schutze tin bösen und falschen Verleumdungen, die zu jener Zeit gegen die Saßlawer Juden gerichtet waren, zu schreiben. Lewinsohn ging bald an di« Arbeit zur Zusammenstellung seines unsterbliche« Werkes „Efet - Dam im“ Wiewohl fast alle israelirische Gemeinden Polens, ourch Vermittlung ihrer Deputieren, die st, an ihn sandten, ihm bedeutende materiell« Mittel versprachen, umdie nörhlge« Bücher, Documenre und Arten sich zu verschaffen, die diese wichtige Arbeit erforderte, sind sie aber leider ihrem Versprechen ni«ht nachgekommen. Lewinsohn versagte sich das Rötdkgste und sparte keine Opfer, um in der kürzesten Frist fein Werk zu vollenden, welches von All« mit der größten Ungeduld erwartet wurde, da es sich um bas Leben mehrerer unschuldiger Familien in Saßlaw handelte, und um die Verfolgung unserer Bruder in Litthauen, Weißrußland und Polen zu verhüt«. Endlich, nach unsäglicher Mühe und verschiebenea unglücklichen Zufälligkeiten gelang es ihm gegen 1833 dieses nützliche Werk zu vollenden. Hören wir, was L. selbst über diese Angelegenheit in dem Dorwortt des genannten Werkes schreibt: „Dieses Werk („Efea-Dänin“ Seite IX.) habe ich auf Verlangen und Veranlassung berühmter Rabbiner und angesehener Männer unserer Ration verfaßt, die in Litthauen, Weißrußland und in anderen Provinzen unserer Gegend wohnen und die mich sowohl in ihren Briefen als durch Deputirte inständig baten, alle meine Bestrebungen dieser Angelegenheit zuzuwenden sden Beweis zu liefern, da? die Juden kein Blut bedürfen) und unserer Regierung die Vrundlostgkeit dieser Beschuldigung zu beweisen*); sie verbrachen alle Ausgabe« in dieser Sach« zu bestreiten. Sobald ich dies vernahm, so habe ich keinen Augenblick gezögert, und machte »ich sogleich an diese wichtige Arbeit, *) Die Bemühungen Pt worden damals von dem besten Srfotg gekrönt; er bewies die falsche Lerleumdung der polnischen Jngmftroren und legte saetifch unserer Regierung die Dnmmheit dieser Veschnldignng bar. ' S die nicht aufgeschoben werden Durfte. Ich muß gestehen, daß diese Arbeit mir gerade nicht zur gelegenen Zeit Ham: außerdem, daß ich alt und schwach bin und mit Beendißmrg anderer Schriften beschäftiget war (8. schrieb da «als „Beth-Jebads“ uivö „Schorsche-Libanon“, der erste- Theil des Werkes: „Betd-ba-0»er“) mußte ich mehie« Lebensunterhalt gewinnen, und konnte ich, mjt Ausnahme einekleinen Eapittls, welches sich im Buch« „Apologie" des Meoasieben - Israel befindet, das ich benutzte, keine anderen- Werke mir verschaffen, die mir als Anleitung dienen konnten. Aber es handelt« sich hierum das Leben vieler unschuldigen Opfer des finstern Fanatismus; ich fetzte alle meine Arbeiten bei Seile und machte mich ans W.rk^ „Aber di« Arbeit war eine mühsame (Seite XI.). Sie erforderte außerordentliche Ausgabe« um bi« nöthigeu Schriften zu sammeln; man mußte Briefe, in die entferntest« Städte schreibe«, um Original» ober üdersetzte Dokumente aufzusuchen, die auf diesen Gegenstand Bezug hatten, welche von verschieden« Päpste« und frühere» polnisch« Königen veröffentlicht wurden; auch mußte ich michvei den Localdehöcrrn für die unglücklichen Familien verwende», die im Kerker und in Fesseln schmachteten und die neuerdings «egen dieser falschen Sache verhaftet wurden. Wiewohl odengeuannte Herren mich durch Briefe und Versprechung« versicherten, alle Unkosten zu bestreit« und mir sogar für meine Mühe und Arbeit Etwas zu vergüten; als sie aber sahen, daß die Läst bereit« auf mein« Schulte« ruhe^ so kehrt« sie um unb Jeder ging an sei» Geschäft. (Seit, XII.) Umsonst war« die Aufrufe einiger Rabbiner an fast alle Gemeind«.— „Da ich aber die ganze Wichtigkeit und Nothmendigßeit dieser Arbeit einsah, und daß nirgmds für mich Hülfe zu suchen sei, so bestrebte ich mich dort ein Mensch zu sein, wo es keine giadt, und nahm die ganze Habeir außomich allein. Niemand weiß, was ich während dieser Zeit litt; außerdem, daß ich zwei Jahre emsig arbeitete oha« auf Vergütung rechnen zu können verfiel ich in ein« Gefahr, aus der ich, dem Ewig« sei Dank, fast wie durch eia Wunder mein Leb« rettete." Wir hall« uns verpflichtet, bei dieser Geleg«heit unsere Leser auf «in« merkwürdig« Umstand aufmerksam zu mach«, welch»» L. tu seinem Werke „Bath-JahMb“ erwähnt. „Im Jahre 3317 seit Erschaffung der Wett, wach jüdischer Zeitrechnung. (1736 »ach ber gew. Zeitrechnung) — schreibt er — als «im schreckliche Verfolgung der