Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 12 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 47 (sequence 3)
- Language
- German
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47 wollen, diese aber, verlassen habe, weil seine jetzig, Krau ihm ZOO Thlr. mehr zugebracht yade. Er wollle damit andeuten, daß die Vergiftung von Personen, die sich der Verlassenen angenommen, aus Rache vorgenommen sei, und hob namentlich hervor, daß sein Koch Glasewald bei Ser ersten Nachricht von dem Unwohlsein der Gälte „ein leis^S Lächeln nicht habe unterdrücken können". Außerdem beschuldigte Mäver auch eine Frau Rosenfelv; oa» bei ihm namentlich in der Hosentasche gefundene Gift muffe der Tharec ihm böswillig zugesteckr haben. Der Angeklagte Heym gab an, datz er sich der Besorgt, der Zettel unterzogen habe, um Material zu Mäder'S Untersuchung zu sammeln, doch wurde ihm nachgewiesen, baß er über die Corresponceaz weder dem Untersuchungsrichter, noch seinem Vorgesetzten, noch der Polizei Anzeige gemacht habe, daß er dagegen die UederführungSmomente .— die Zettel — selbst beseitigt und das empfangene Geld zu dem stinigen gethan habe. Zu bemerken ist noch, baß »er Angeklagte Engelhardt und die Krumpf die amtliche Eigenschaft Heym'S nicht gekannt haben wollen. Dies ist der Lyatdeltano, wie er sich durch die dreitägige Verhandlung herauSgestelll. Die Geschwornen haben ausgesprochen: iin Betreff des Angeklagten Mäber, daß er dkr Hochzeit« gesellschaft Gift durch einen Dritten, welch.r die Eigenschaft des Stoffe« als Gift nicht kannte, vorsätzlich beigebrachl r 2) in Betreff beS Angeklagten Heym) daß er der Bestechung ohne mildernde Umstände schuldig sei. Die Angeklagten Engelhardt und Krumpf wurden nicht schuldig erklärt. Zn Folge deffen veructheilte der Gerichtshof den Angeklagten Müder zu drei Zähren Zuchthaus, den Angeklagten Heym zu zwei Zähren Zuchthaus. Der Strafantrag des Staatsanwalts gegen Mäoer lautete auf ö Zahre Zuchthaus Die Verhandlung endete heute Abend b Uhr. mich um S.: I nb in was? < 1 B. 3s.: Womit ich.«« noch niemals versuchte, wantle ' einem vernünftigen, ordentlichen Menschen elleicht gelingt e« mir dann — S.: stein Geist ibut zweimal dasselbe. E< war nn, von mir. ich wirberhole sie nicht. r .: Sperre Dich nicht, mach' mich zu einem yrre >TO#nfrfi»n I - Schwäche D. Ls nünftigen jMenschrn S.: Undwenn ich auch wellte, da« vermag ich nicht: bu Haft da« Zrug, ich di« Kraft d azu nicht! lLerfchwmbrl.) 85. 85. (3n Verzweiflung): Nun, wenn ich nicht ver, nünstig werben kann — gehe ich hin, unb schreibe: „Die Zuben in der Fremde" . . . 2. | Herr von Löhn sim Schlafe): Weh mir! n«4 peinigt mich! was sitzt mir da auf dem Herzen?rha, eiy trun^p» und säbelbeiniger Zube — undankbarer Sohr) meiner eigenen Einbildungskraft — und was auf der rechten Brust i ein höckeriger Jude — und wer reitet mir auf drm Halse? eia triefäugiger Jude —unb wer drückt mik' Mund und Nase zu? ein langfingriger Jude — Hülft, Hülfe, ich ersticke — (ti schüttelt sich gewaltsam, erwacht und sieht sich um): Weh, wo dm icht ... Im Gt» fangniß, im Kerker . . . wie komm' ich da hinein? htf," ich besinne mich auf zwei Monate verurtheilt — warum? Weil ich gegen den Hevdr geschrieben, gegen-den H— geschrieben, der 1848 — und 1862 — wie? ist da« bei» Lehn, undankbar,« Vaterland? dafür daß ich den Thron geschützt, seine Feind» zwar nicht mir Schande, dock mit Tinleflecken besudelt — — am Tage im Kerkyr in meiner eigenen Gesellschaft, und im Schlafe in Gesellschaft von Juden, unb Beide — nicht«! . öamöchle man ja lieber unter die Demokraten gehen! Gallcrie moderner Subjekte. i. Bruno Bauer: Samiel, erscheine! Bei de» Zaudrer« Hirngebeine, Samiel erschein,! Samiel: WaS soll ich? B. B.: Du sollst mich umwandeln. Schon einmal leistetest du mir di.se Hülfe. Ich war ein Hhperkrittker, ein Junghegelianer, der in den Eingeweiden des Glauben« und der Gläubigen wühlte, der nur Eine« glaubte, sich selbst als Gott, Gott, den er mit Braten und Champagner nähren wollte; aber ich hatte Beide« nicht — da rief ich Dich, denn ich hungerte unb dürstete — da rief ich Dich, und Du wandeltest mich um. Samiel: Es war eine Schwäche von mir, denn Deine Seele gehörte mir schon. B. B.: Ich ward also ein Knechts brr Kirche und ein treuer Knappe der Herren Ritter — jetzl, dachte ich, wirb'S dir nicht fehlen — nicht Ruhm denn den verlache ich '— aber womit man den Magen und die Kehle deftiedigt, und da« Hirn, da« die Thoren Geist nennen, kitzelt zum Zeitvertreib — doch auch da ist e< nichts, auch da nur karg« Frucht, die volle süße für den Hrrrn, die karge faule für den Diener — datum, Samiel, hilf mir noch einmal — wanble mich um . . . noch «inmat . . . Herr I. Cohen in>4)ari« am Pulke: Ich will schreiben. WaL? Worüber? Ich will für den Papst schreiben. Denn wenn ich nicht für ihn schreill», fällt er. Und wenn der Papst fällt, fällt die katholische Kirche. Uns> rpenn diese fällt, fällt da« Christenthum. Und wenn diesefällt, fällt daß Jubenrhum. Und wenn diest-_ fällt, fällt die ganz» Welt. Und wenn diese fällt, fällt der liebe Gott. Weil aber dieser bleiben muß, muß aoch die Welt bleiben und also da- Judenthum, und also d»S Chnstenrhum, und also die kathosische Kirche, ..und also der Papst, unb also muß ich für den Papst schreiben. Und dann. Thu' ich diese«, so echaltt ich den h. Sporn, und für diesen die Ehrenlegion — unb dämm schreiben ja di« Meisten. Ader wie? Dann werden die Juden meine Veejtt isratlite nicht medr lesen? Nun, da« thun sie ja so nicht. Also mein« Veritö irrn-iite für den Papst, den h. Sporn und die Ehrenlegion! . . (Wirt fortgesetzt,)