Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 7 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdisches Volksblatt. Zur Belehrung und Unterhaltung auf jüdischem stehlet^ Herausgegcben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson 'in Bonn. . k i von bidrr Z^tschrifi nfAriat wSchr»Ui4 rin« fhtwwtt. ¥icil M 3*ti> ri a cu « i lNo. 7. 1863.] ^an,Mt L10* 3ahr9* *• Zwei Gedichte zur Gedächtuißseier! MendelSsohn'S von Moritz Rappapvrt unh Leopold Äonipttt. Der sterbende Sklave in Egypten. Tritt näher Sohn! noch naher, leise! l/is«!; Daß ich mein Haupt an deinem Busen berge, , Berrath haust in de« Sklaven nied'rem Kreise . Und außen Pharao'« entmenschter.Scherge-! Noch näher Sohn! horch auf mit Ohr und'.Seele, j Vernimm mein Erstgebor ner eh' ich sterbe j Ein Weltgeheimniß, da« ich dir erzähle, Daß jeder Baker e« dem Sohn ererbe. " Wie bist du bleich! o! schmerzet schon die Krümmung De« jungen Rücken«? deine Füße wanken? Nur Muth! bist doch der Träger der Bestimmung Gewalt'ger, weltbewegender Gedanken. Al« Gott der Herr, in weihevoller Stunde Mit Abraham den ew'gen Bund geschlossen, Erklang ein Wort au« heilig reinem Munde, Ein Feuerstrom, dem ew'gen Licht entflossen. Ein Gotte«wort! und alle Engel zogen, Durch alle Himmel die Posaunen schmettern. Im Buch der Ewigkeiten eingetragen Da blitzt e« auf ln flammenhellm Lettrm: „Du bist mein Knecht! «eil Du zuerst die Götzen Verjähtten Wahn« mit klarem Sinn zertrümmert, Entwunden Dich den unheilvollen Netzen. Und dir zuerst ein Himmel«strahß geschimmert, D'rum soll Dein Stamm ttotz Drangsal und Beschwerden Und endlo« langer Pein den Ruf erheben: Daß nur ein Gott Im Himmel und auf Erden, Daß er der Urquell ist von allem Leben. Nicht zagen darf er unter Roffeshufen, Nicht Schwert und Flammenqual den Schritt ihm wehren, Wer da zur höchsten Sendung ist berufen Den schreckt nicht Tod, nicht irdische« Zerstören. Zerstreut, vettriebe« von dem rohen Haffe« Wird er nach allen Räumen fich e^ießen. Auf jeder Spur, die blutend er verlaffrn. Da werden Keime der Erkenntniß sprießen. Dem Feuer gleich, da« selber fich zerstörend Noch Licht und Wärme sprüht ln Dunkelheiten, So soll Dein Volk, die Glaudensflamme nährend, Ob selbst zerstört, der Wahrheit Licht verbreiten. Und ob e« Haß verfolgt mit Grimm und Spotte Und Muth und Arglist e« mit Schmach umwebe«. Da« Volk, da« Kunde bringt vom ein'gen Gott Wie oft gebeugt , wird stet« sich neu erheben." Der Sklave schweigt; de« Grabe« düstre Schleier Umziehen nebelhaft de« Greise« Wange; Dann rasch fich hebend, ßreubi'ger und freier Ettöat sein Wort mit wunderbarem Klange: „Jehova!" ruft er, „Gott Du meiner Väter! E« naht Dein Engel m^r mit raschem Schritte, Der Morgen färbt die Himmel roth und rocher, Em Lichtstrom wogt in chelner armen Hütte. Mein Aug' ist blind, doch in der Seele Grürrden Flammt e« empor vom Himmelsstrahl, gettoffen; Die Raume' weichen und die Zeiten schwinden. Et liegt die Zukunft meinem. Geiste offen. _ Ha! welch em Zug! Da« find ja meine Brüder, Die glückbeseelt zur schöuen Helmath schreiten, Da« Haupt erhoben, und die hellen Lieder, E« find die Jubelhpmnon der Befreiten. O Jammer! wie die Meere-ffuthen brausen; Wer wird dich jetzo, Israel bewahren? Hörst du nicht Schwerter klirten, Pfeile sausen? Siehst du nicht Pharao'« gnvalt'ge Scharen? Triumph! nun ist die Tiefe überschritten, l Wie hat da- Meer mein Volk dich weich getragep! Doch in dem grauenhaften Schlund inmitten Liegt Pharao ylir Heer und Roß und Wagen. Und neue Kämpfe, Nische« Weilerziehen — Da« find Jericho'« weltberühmten Thore, Wie schnell die Tage und die Jahre fliehe,, Schon rauschet Priestersang «n meinem Ol re. Da« Ist dein Tempel! O wie schön und pdächtig Wie prangt der Gottesbau so stolz, erhaben. Mein Volt! mein Volks wie bist du stark und jnäHtigk Wie bist Du reich an edle« Geistesgaden'