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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 4 (1863) · p. Seite 16

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
4 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 16 (sequence 4)
Language
German
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Mor«tz Kohn« r und trank auf dg» Wohl de» Srelsorgocs unserer Gemeinde, Herrn Dr. Koldfchmidr. Xabbujrr Dr. Formstecher ergriff nockmal» da» Workuns e.rte sein Glas auf die drei Vorsteher de» Verein» -rud ihrer Angehörigen. Schriftführer Löwengacd widmete, ein mit Beifall aufgenommcnes Hoch den Dichtern .Dr Kompert und Rappaport. Student Julius Goldschmid deutete in seinem Trinkspruche darauf hin, daß wir i i diesem Jabre das' hOiahrige Jubiläum der Leipziger Völ erschlachr begehen und er wollte die Zeitgenossen auffordern, :in Ala» den Manen der auf dem Felde de* Ehre gestiegenen jüa sie in 1 noch bei E» dessen Hörsäle Sr'ffen. ier eine» auf der Freiheit»- Ut wurde, aeli rischen roen, weil au» der aterlandsu machen, >« dittern «den, ihr Asche de» Dem Andeqkrn dieser dischen Jünglingen zu widmen, die. trotzdem mi ihrem Vaierlande al» Fremdlinge detrachrele, de, der Gefabr de» Lande», in dem sie' ledren und Sohne sie sich betrachteten, die Complorre und Dir der Hochschulen verließen und zu den Wasser Wir begeben beule, sagte er. di, Gedächmißf großen Tovren, in meinen Augen sind die, trrta, Wahlstätte de» Kampfes blieben, auch große Tl dte. denn sie fielen für eine große Sache —'für da» Bake« and, da» sie nicht anerkannte. Als der Feind besiegt, die kriege beendiget waren und der Friede wiederhergell wa» aeichah für die wenigen zurückgebliebenen is VarerlandSvertkeibigecs Die jüdischen Offiziere rci sie an dem Glauben ihrer Lärer treu hielten Arme« gewiesen. Die» war der Lohn für ihre •£ liebe. Doch ich beabsichtige nicht den Haß rege blo» erinnern wollte ich. wie die Juden in Zeit der.Nolh und^de» Drangsal» freudig ihr Hab' und Gut in die 'Schanze Cmt'tKn Varrrlande» schlugen tapferen Jünglinge sei diese» Gla» geweiher! ' Rauschender Beifall wurde dem Redner für seine» schonen,'' inballreichen Tristspruch zu Theil. — Oec täte »rvolle und degaoce junge Oichrer Liviu» F ü r/t sprach in gebundener Rede, die sich um oa» Wort „Vorwärts'' rehre und „Vorwärts!" galt auch sein Glas. — Rock» »als ergriff Dr. Joseph oa» Wort und sprach in läuniger Weise die Bitte au», di« Juden mögen an ihrem Glaube fefthalren und den Ednsten kriae Proselyren und Apostat«, au» ihrer Mitte zuschicken, denn die dringen nicht» Gutemir sich. — Vielleicht mag der geehrte Redner g*cifc in diesem Augenblicke anden getauften Prof. Stahl, l er den bekannten Ausspruch rhar: ^,Oi« Wissenschaft muß umkehren" oder dp einem ähnlichen Krengze lungSmann gedacht baden! Herr Moritz Kohnec «arökm Herrn Dr. Joseph, baß die Juden so yiet geistige Ki oft besitzen, baß wenn auch einige ihrem Glauben adträo lig werden, da» Judenrhpm dabei nicht» verliert, im Gezenrheil sie tragen einen Theil dieser Geisteskraft zu d n Christen hinüber; Lome - und Heine können al» Be veise dafür bienen. Erst kürzlich har der Sohn de» decühm Prof. Bökh statistisch nachgewiesen, daß in en Berliner Berlin die besten Kräfte auf alle« Gebieten vom Jubenthume adstammen. sei e» von väterlicher ober mütterlicher Seit , in erster, zweiter oder dritter Linie und mithin die Jude, wohin sie kommen sich durch ihre geistige Kraft auszeichuen; seinen; mhattreichea Toast schloß er mir einem Hoch Beranrrrv Verlag d«, «tKnüma' sammte oeulsche Vaterland, für da» wir zu ledemund sterben bereit sind. Unzählige Hoch« war die Antwort der Anwesenden. Es folgten noch viel, Toaste unv am Schluss, wurde für oie Abgebrannten in Geyer (in Sachsencollecrirl und war oer Betrag der Sammlung ein nicht unbedeutender. Schließlich will ich noch erwähnen, daß den Gäste» und Mitgliedern vom Vorstände das wohlgetroffene Bild MenoelSsohn's im Format der jetzt so beliebten Visitenkarten überreicht wurde, uno ist dies in der Thal ein schone» Andenken an die erhebende (yrdächlnißfeier des großen Weltweisen. — Auf Veranlassung 0e» Herrn Dr. Joseph wurden die zurückgebliebenen Portrait» Mendelssohn'», mir oer eigenhändigen Nam.nsunrerschrlfr de» Festredner», zum Besten der gedachten Abgebrannten in Geytt versteigert. — L. T. Anekdote. Em verschuldeter Bürger, der den Frommen spielen und^ per» sehr saldungSreich sprach, sagte cm Wicrhshause zu mehreren Juden: „Ich hade zu Hause ein große» Buch, varln stet» geschrieben, daß Jyr Juden vereinst Alle zu uns herüverkommen müsset." — „Ei." antwortete Einer der Juden, „der reiche Mendel in R. hat ein noch größere», dicke» Buch, zu d.m müsset Ihr hinüverkommen, und Ihr, Stephan, steht ganz vesonoers drin geschrieben." Kuriosa und Notizen. (Hohe» Alter.) Am 4. d. M. starb zu Schwanenderg, im Kreise Erkelenz, Ludwig W o lf (Mannheimer), Lehrer an der dortigen israelitischen Gemeinde und Vater oe» dortigen.Bürgers, de» Metzger» Jakod Wolf, in dem seltenen Alter von nahe 110 Jahren. Dabei war er bi» zum letzten Augenblicke seine» Leben» in vollem Genüsse semer geistigen und di» etwa 4 Tage vor seinem Tode auch sciner^örperlichen Kräfte, la» noch, ohne einer Brille zu tzedürftn, unv begleitete noch vor einigen Wochen sein« Schwiegertochter, die de» ihm zum Besuche war, beim Abschied eine Strecke von etwa 200 Schritten. Im Jahre 1753 zu Mannheim geboren, verehelichte er sich zum ersten Male, volle 42 Jahre alt, Anno I79Z, unv ein au» dieser Eh« ihn noch überlebender Sohn har bereit» oa» 00. Lebensjahr überschritten. Au» seiner zweiten Ehe überleben ihn 4 Kinder und 8 Enkel. Allgemeine Zeiiung de« Iudenrhum». Mo. 3. 1m>3. leitende Artikel: Ueder Cie Stellung der Rabbinen in der iSegenwarl. II. — Zerstreu« Bemerkungen. — Pariser Briese XIII. Der Blinde al» Führer der Lerirrren. Zeitungsnachrichten: ^Deutschland: Heilbronn. Preußen: Berlin, Bonn. Oesterreichischer jraijerstaar: Krakau. Schwerz: Zürich, Reuschacel, Aarau, Bern. Frankreich: Pari». Italien: Rom. Schweden: Stockholm. Donaufürstenrhümer: Bukarest. Rußland: Bon der russische» «Kreuze. Korrespondenz: Au» Westphalen. die Petition und Denkschrist der jüdischen Lehrer in Preußen betreffend. Bemerkungen. JEST Zu bezieheu durch -etes Postamt und jedeBuchhandlung. äßrlich Ulf da» ge- Zäßrlich 8 Thaler, vicnetjahrlich .. Thaler. nlicher Redaoeur I. H. Luder. r>uchhau»lu»g in 2«hr>». — Druck von <9. Sr rviin» in Vtipjig-

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