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Jüdisches Volksblatt · 1863-01-01 · 2 (1863) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
10 (1863)
Issue
2 (1863)
Date
1863-01-01
Page
Seite 7 (sequence 3)
Language
German
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*- Der Freundschaft und der Bruderliebe Segen, Za Weid und Kind, Freiheit und Vaterland, Wenn einsam sich der Mensch sieht und betrogen Um jede- Wunsches, jeder Hoffnung Traum, Doch noch fein Herz mir heilgem Zudet füllet Und dankend auf;u Adonai- Tbrone Es tragt auf brünstigen Gebetes Schwingen, Daß er es schuf, m Demuth ihm zu dienen! (Werter vortrrrend und;u dem Lotte sich wendend.) Drum, Israel, ist Betar auch zertrümmert. Der lehre Hort, der deine Freiheit, schirmte. Stehst du nun wieder weinend und wehklagend , Voll Schmerz nicht an den Wassern Babylons, Nein an den Strömen theuern, Heilgen Blutes, Das auö den Herzen deiner-Kinder stoß, Mag über dich der Römer triumphiren Und prahlend feinen Sieg der Welt verkünden: Hrer trag ich noch das eme theure Gut, Das größer «st denn alle Schatz- Roms, Und dir, so. tief dich auch der Herr gebeugt. Die ewge Quelle seines Segens bleibt. Denn sieh! die Wurzeln sind es deiner Kraft, Daß du. den Cedern gleichst des Libanon, Die ob sie Davids Harfe schon gepriesen. Mit jedem Zahr noch neue Sprossen treiben. Und ob des Winters Sturm ihr Haupt umwüthet, ' Doch ewig grünen in des Lenzes Schmuck! j (Pause, während welcher einige audem Volke theils daß Gewand des Äli.a, theils die Hüll« der Tora ehrfurchtsvoll küssen.) Jonathan.! Wahrhaftig, lieber Mann, 's ist wunderbar: j Den Priester kannst du nie,zu Hause lassen Und mußt selbst hier im Wald noch Schule Haltens Akiba. ' Ich danke birS, daß du dieß.Wort gesprochen; Denn weh dem Priester, der eS nicht versteht, Jedweden Orr, da nur ein Herz empfindet, Zu wandeln in ein heilig Gotteshaus; Der nur in seine Hörer engem Kreise, Sich in dem Tempel nur ein Priester^fühlt, Nicht überall auch und zu jeder Stunde, Am stillen Grad, beim lauten Freudenmahl, Am Hellen Tag, in nächrger Finstemiß, Der frommen Weihe seines Amtes denkend Voll Andacht sie durch Wort und Tdat bezeugt. Jonathan. u Ganz wie ich sagte: stetbist du der alte!? Ist auch recht gut für dich, da, wenn ich mich j Nicht irre, früher du gelehrt, daß glücklich! 3« preisen jeder ist, der selber gleich j Und treu sich blbidt, wie auch bas Schicksal wech-lef Affet uns des Weges nicht fehlen! Im Hause der armen Wiltwe findet eine schmerzliche Abschiedsfcene starr. Der einzige, Sohn, den sie y» f° vielen kummervollen Tagen mit so vielen Mühfalenj und Aufopferungen erzogen, muß jetzt in die fremde Welt hinaus, um sich in seiner Lebensbahn weiter auSzudilden und «neu Weg zu öffnen, der ihn zu Selbstständigkeit und Wohlstände führe. Ihre Hütte wird nunmehr noch einsamer seist als bisher; zu den Entbehrungen und Sorgen wird sich noch die Angst um den thruren Schatz gesellen, den sie bis hi«her mit eignen Augen und HLüden gewahrt, unl dr nun draußen unter den kalten selbstischen Menschen t»M{:. DaS einzig ihr gebliebene Glück, das geliebte Kind tä gli'h zu sehen, für seine Bedürfniffe zu! sorgen, die Blicke und Worte feiner Liede zu genießen, aüch diesewird lhr nun entzogen. Wir wollen den Schmer; der Trennung nid t schildern, 'wenden uns ad von d«!n thräneneffüllren Su, e dcr Mutter, die den Sohn noch eiflmal und wieder^! im it umarmt, damit unser, eigne- Aiuge nicht feucht aerd:. Fühlt sie doch, baß der beste Theil! ihres Lebens amn h int r ihr liegt, und ihr Dasein fortan sich "nur! so von Taz za Tage abspinnen werde. Nur das letzte Wort, das sie na< h so vielen heißen Segenswünschen ihm zuruft, wollenl w r vemehmen: „O, Benjamin, gehe Deine- Wegetidt fehl!" Was tönen uns aus^jenem. stattlichen Hause si r Freuden- und Jubelklänge entgegen? Die Musik läßt ih e rauschenden Akkorde erklingen; dann wird eS still, all , d die versammelte Menge einem Sprecher lausche, differ Worte freilich nicht zu uns hinausdringen, plötzlich e> Hel t jene ein stürmisches Lebehoch, die Gläser klirren anelnai lde, die Fanfare der Musik fällt schmetternd ein. Ach «s wird eine Hochzeit gefeiert, und hätten wir die Erlau dw ß in den Saal zu treten^ würden^ wir die vielen geputzt«» Damen, die weingerötheten Herren, den Lichterglanz uy) Blumenschmuck, die Fülle der Speisen und Getränke, ond^ was A^leS zu einem solchen Feste gehört, bewundern. Hb r während die Gasterei und der Freudrnjubrl noch invlllet, Gange sind, hat sich da» junge Ehepaar verstohlen entftm:, und die Brautmutter ist ihm nachgeschlichen, währrnk d r Vater nolhwrnbig bei seinen Gästen zurückdlied. De Braut ist in ihr bisheriges Zimyier gegangen, um de Braulgewänder mit Reisekleidera schnell zu vtrtaushei, denn der Wagen, der da» Paar zuir sogenannten >Hochz:it> * reise nach fer nächsten Elfenbahnstailioa dringen soll, wirkt schon vor der Thüre und die Zeit drängt. In dem Arger - blicke, wo die Neuvermählten dieTreppe hinuncersteigen wo Uer, wirb der Vater durch tinen Wink heedeigerofen, um da. Abschiedswort zu sprechen. O, die bewegten Ellernhe ze», die ihr vielgeliebtes Kind, die'zarte Jungfrau, die sie mit 1 j vieler Sorgfalt erzogen, auf dtre« Pfad sie so »i« e Blumen gestreut; alle harten Steine aus ihm entferttr, und die Dornen beseitigten, an denen sie selbst oft sih wund geritzt, nun für immer von sich geben müssen, »nein fremden Manne hin, den sie doch , lange noch uicht güoz kennen, um zu wissen, ob er ihr Kind ganz und inmr , beglücken werde.' Werden die Beide« in ihren Ansici tei, Gefühlen und Gewohnheiten sich ineinanderschicken? werbe, ihre Herzen immer verbünde« sein? wird ein gütige» Grschick über ihnen, walten? Und wenn die Prüfungen de? Lebens kommm, werden sie mitsammen sie bestehen? oder... Doch ein Mutter-und Vaterherz dxnkt und fühlt in solche t Stunde ein solche- Ober nicht durch, es liegt nur wie nur schwere aber geheimaißvolle Bürde auf ihm, und zieht e> ne i Flor über das thrädenfeuchte Auge . . . Das junge 2 lei > fällt aus den Armen der Mutter in die -es Vaters, al ob diese drei sich von einander nicht loSreißm könnten, während der junge Mann an der Schwell« steht und da, Ende herdeisehnt. Da flüstert der Later endlich dalHt

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