Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 10 (1863)
- Issue
- 1 (1863)
- Date
- 1863-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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3 Kuß weil oder gegen 1500 Fuß hoch dient nun dieser Weg zugleich den Wallfahrern zum MosiSgipfel. Der Schloßdau selbst blied unvollendet. Als der Vicckönlg eines Tagvon dem heiligen Berge herabfuhr, schreckte ihn eine Bision von der Fortsetzung desselben ad; die Mauern, so weit sie gediehen, stehen jedoch noch jetzt und sind von brr Höhe aus mitten unter den Felsenspitzen sichtbar. Nach dem DisionSschrecken begann der Pascha unten neben dem Kloster einen neuen Bau; aber' bald nach dem Beginn deLlben überraschten ihn im Schlöffe zu Benha die MeucheWördec. DaS vorhandene reichliche Baumaterial siel später dem Kloster zu. . Haben wir aber jene Hohe von fast 1500 §u§ über Ocm Kloster erreicht, so gelangen wir zu dem Vereinigungvpuntte deS jetzigen WegS mit dem früheren; wir gelangen auf eine Hochebene, die durch qrüne Strecken mit reichlichem, in ein großes steinerne« Bassin gefaßtem Quellwasscr und einer dunkelbelaubten Cypreffe eine überaus freundliche Oase »n der hohen öden Felsengegend bildet. Oie (Zypresse, ein aller kräftiger und doch schlanker hoher Baum, steht seit langer Zeit als der einzige Baum des Sinai verzeichnet; nahe dabei liegt ein Felsen, welchen Pilgerha'nde mir zahlreichen, namentlich arabischen, Inschriften bekleidet baden. Wie von der unverwelklichen Eypresse schon mancher Pilger ein Zwerglein heimgebrachk, so fügt jetzt auch der Granit Erinnerungszeichen dazu; denn durch jenen fürstlichen Straßenbau sind, besonders auf einer halbstündigen Strecke vor der Hochebene, zahllose prächtige Dendriten im rvth, lichen Granit dloßgclegt worden, dergleichen mir früher nur sehr vereinzelt auf.dem westlichen zum Lebscha-Tbale hinabführenden Wege zu Gesicht gekommen. Die Hochebene dielet nicht nur eine angenehme Ruhestätte für den müden Fuß deS Wanderers, sie bestimmt auch wesentlich baS Bild deS Sinaitischen GedirgsstockeS. Nach zwei Seiten, der östlichen und der westlichen, bildet sie den Mittelpunkt zwischen den WadiS Schueib und el Ledscha, von denen jenes im Osten das S. Katdarmenkloster, dieses im Westen das Kloster der vierzig Märtyrer, cl Arbain, besitzt. Nach Norden und nach Süden aber erheben sich von hier, wie von gemeinschaftlicher Wurzel auslaufend, die beiden granitenen Gipfelhöhen, von denen die nördliche als Horeb, die südliche alS Dschebel Musa oder MosiSderg im engern Sinne benannt zu werben pflegt. Wer von den Lesern mit den Streitfragen bekannt geworben, die sich in den letzten Jahrzehnten an den Sinai geknüpft, wird sich erinnern, daß die genannten beiden Gipfel um den Rang streiten, der Mosaischen GesetzeSoffenbarung zum Schauplatz gebient zu haben. Für den nördlichen Gipfel sprach sich vornehmlich auf Grund seiner Reise im Jahre 1838 der New-Porter Professor Ed. Robinson aus, dessen Beobachtungen überall, wo <$ TerränSfragen d,S heiligen Landes gilt, mit Recht hoch' gestellt werden; für den südlichen spricht die sehr alte Tradition, der viele neuere Beobachter beigepflichtet haben. Bei der nahen Beziehung, in der zwei Gipfel desselben GebicgSstockeS zu einander stehen, möchte man die Streitt frage mit einem Bruderzwiste vergleichen. Die Behauptung, daß die Tradition vollkommen genau zwischen ihnen zu unterscheiden weiß, setzt voraus, daß sie von Anfang an ununterbrochen sich fortgepflanzt. Wie gewagt diese Bei hauptung fei, liegt am Tage; fri ten sich daher aus d^n Oertlichkeftm selbst gegen den tr ditioNellen MosiScip el entscheidende Momente gewinnen lasen, so würde daS 8ewicht der Ueberlieferung kaum ve mögend sein ihre Berechtigung umzustoßen. Allein solc >e Momente, wie mir voraus -«Merken dürfen, finden fr ) schwerlich. Zun cd pt ,- nach zn ei ist eS jedenfalls billig der Traditioßr wenn auch mir fendem Auge zu folgen. So lenken wir denn von der Cvpresse und dem Ljruftncn unsere Schritte weiter nach Süden, wo wir etwa zehn Minuten ein unansehnliches Bauwerk mit niedrigen Felskapellen antreffen, geweiht dem Anbelnktn der Propheten Elias und Elifa. Da die Schrift (1.!tör. 10, 8) "ausdrücklich sagt, daß Elia» vor der abgötttch n nach seines Seele trachtenden Königin Isabel .,an den!)e g Gölte« Horeb" geflohen sei, so. muß die Oertlichkeit! dir Kapelle traditionell noch zum Horeb gerechnet werde u Und so geschieht's im Munde der Mönche in der 2ha; sie ^zeichnen bje ganze Hochebene ^rlS Horeb, zu der, wie Seetzen'S Führer 1807 sich auSdrückten, der nördlic»« Höhenzug nur als eigentlicher Horeb gehört. Da ab>r die EliaSkapelle am Fuße deS Dschebel Müfa liegt, ö ergibt sich daraus die offenbare Willkür im heutigen Gedrar che brr Namen Horeb und Sinai. Zu Fabri'S Zeit hingegen hieß der Berg vom Floster bis zur Hoch de ic Sinai, und von da begann der Horeb, indem ihm >it»t die nördliche, sondern die südliche Höhe zugerechnet wrrle. Diesen Gehrauch bezeugt und fordert augenscheinlich die Lage der EliaSkapelle; nach Burckharbr'S Angaben sti nntt er auch mir den Traditionen der Muselmänner zusam ne i. Hiernach schwankt noch heute der Gebrauch beider Bknennungen in ähnlicher Weise wie e» in der Schrif ge, schieht, wo bald der Horeb (namentlich im 5. Buch ÜRipi);- bald Der Sinai als Schauplatz der Gesetzgebung ding«fielt wird. So wenig jemals daS gegenseitige Vechättmß beider Namen sich hat feststellen lassen, so-frhr begreift sich'- ander eigentümlichen Beschaffenheit dieses GebirgS, da, Ue einzelnen Höhen bald selbständiger benannt, bald als 2 he le zum. Ganzen gerechnet werden konnten. Uedkr den S< da rplatz der Gesetzgebung hat trotzdem die Tradition, so kveit sie sich, verfolgen läßt, nicht geschwankt; bei der fn:! er n Benennung der Südspitze alS Horeb dezeichnete man ed n mit diesem Namen, und es war schriftgemäß, den Off«,» barüngSderg; später führte man sachgemäß die Bezeichi,iu g durch Dschebel Muss oder MosiSderg dadurch mit dem Namen Horeb in ei,, L«c» der letzteren und gerirth wirrüng. Wir kehren hierauf zur EliaSkapelle zurück, die jetzt nichts mehr von der einstmaligen „schönen &itd)<' , n sich-Ilrägt. Dafür, daß gerade enge Felsenhöh t n derselben dem großen Eiferer /ür den Gott Zebaoth a S Zufluchtsstätte zugewiefen wird«? fehlt natürlich jede b so i dere Berechtigung; aber die Nakurumgebung derselben, «e schon öfter bemerkt worden, bietet einen wahren Comi rm tar gu den Worten, mit welchen die Schrift (1. .kör 10, >8 fg.) die Scene der dem Propheten gewordenen O fei - baru^g beschreibt. Jener Zeug« vom Kommen de< Herr,, der ^,groß« starte Wind, der die Berge zerriß unb| d t Felsen zerbrach", hat sein Gedächmiß in den zerriss, zerbrochenen Felsen, die hier unsem Blick umgeben.!J» romantischer Wildheit emporstarrend, liegen sie umbtt st