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Jüdisches Volksblatt · 1862-01-01 · 52 (1862) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Volksblatt
Volume
9 (1862)
Issue
52 (1862)
Date
1862-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Bolksblatt! Am * «Belehrung und Anterhattung auf jüdischem HeKiete. Herauogegebev von I Rabbiner Sr. Ludwig Phili-Pson in Bonn. i lNo. 52. 1862.] Bo» birlrr AeiU-rilt nttciat wScheittlieine Saaract. Preis t« Jahr« »a»»s l rh». BierMjthrl» 7 % N>r. Uc vuchtz«»l»oze». Postämter »ad äriaugtctfKbituaai nehme» v«fte0a»,e» a». [9. IsKrg. 4. Quartal!] Warnung. Schifflein, ach! so zart und klein, Bunr in Blau und Gold ummalt. Mit dem Segel weiß und fein Und vom Wimpel überwallt — Auf de« rof'umblühten Seee« Spiegel, bleibe — Iu de« Strome« Waffenvüsie Nimmer treibe! Schau! die wilberzürnten Wellen Dir den schwachen Kiel zerschellen, Und de« Sturme« grimme Fäuste Rasch zerschlagen Plans und Leiste, An dem zack'gen Ufer nieder Sinken die gelösten Glieder — Schifflein, auf de« glatten Seee« Spiegel, bleibe — Zu de« Strome« Wasserwüste Nimmer treibe! Ach! auch hier die Wolken zieh'» Um die Sonn« ihren Flor, Ros' und Lilie verblüh'n, Niebersintr da« schlanke Rohr, Nebel brüte« auch auf glatten Seee« Spiegel, Und di« Wellen kräuseln vor de« Winde« Flügel! Laß solch' Winde« Harfen dröhnen, Schifflein, horch, wie sie vertönen. Und die Wolke fliegt von hinnen. Und die Nebel all' zerrinnen, Sonne kommt zurückgefahren, Und zerstreuet die Gefahren — Schifflei«, auf de« glatten Seee« Spi^el bleibe. Au de« Strome« Wasserwüste Nimmer treib«! * Zum Schluffe des Jahrgangs unsren Lesern herzlichen Gruß. - Wer ist glücklich? . . . Dies« Frage möchten wir von Herzen gern unsren, so viele Jahre hindurch getreuen Lesern einmal gründlich beantworten. Bon Diogeae«, der sein Faß in die Sonne rollte, di« zum Alexander, welcher die Welt mit dem Schwerte unterwarf, ist unsre Frage «ach alle« Phttosozchest, Religion«lehrern, Zeitaltern, Ständen und Geschlechtes» sehr verschiedentlich beantwortet worden, und man hat daher den Sah aufgestellt/ daß auf Erden überhaupt Niemand glücklich sei. Jene Legend«, daß ei« persischer Schah, dem zu seiner Genesung von einem Wunberdorwr da« Hemd eine« Glücklichen verordnet war, in seinem ganzen Reiche nur ein junge« Ehepaar fand, da« sich ganz glücklich prie«, und Nicht« mehr wünschte, und gerade diese« Pärchen so arm war, daß e« jene« Kleidungsstück gar nicht besaß, fei eben nur eine Legmde, denn du« Pärchen hätte sich sicherlich gewünscht, wa« ihm fehlte. Zur Beantwortung unserer Frage soll e« aber auch gar nicht darauf ankommen, daß wir ganz und gar und durch unser ganze« Leben hindurch glücklich seim, sondern e« handelt sich nur darum, wie wir so glücklich wie möguch werben, und un« so oft wie möglich glücklich fühlen. Wer wäre denn auch wohl vom gütigen Geschicke so verwöhnt, daß er wie ei« Lucullu« jede« gefaltete Rosimdlättchea auf seinem Schicksalslager fühlte; genug, wem» nur recht oft Rosen auf unfren Pfad gestreut sind oh« viel« Domen und daß dies« nicht allzu sehr stechen. Bor Allem sehe ich voran«, lieber Leser, daß Do Dich von der Jahreszeit und dem Wetter unabhängig machst, und im Gefühle Deine« Glücke« Dich nicht störe« läßt. Denn wenn da« alte Histörchen, da« man un« al« Kindem zu lesen gab, baß jede Jahee«zelr schön und voll freundlicher Gaben sei, doch wohl pur ein« Fabel, so hätten wir «de» vorzugsweise un«. gegm di« Unannehmlichkeiten, deren die rauhe Aeit de« Jahre« so viele und die wärmere immer poch genug mit sich bringt, gefühllos zu machen, oder doch ' daß sie von unsrem Gemüthe, wie der Regen von eine« : Regenmantel, abträuftln. Wir haben in diesem Jahre einen sehr wandelbaren Winter. Scharfe Kälte im November gab bald, wieder gewaltigen Stürme«, wunderbar lauen Sonnentagen und nedlichen Regenwetter nach einander und in deständtgm Sprüngen Platz. Dennoch störte «ich die« im behaglichen Genuss« der vorübergleltendew Tage

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