Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 51 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite [203] (sequence 3)
- Language
- German
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103 — V i 2«phta. Ein Baum, die Krone ward ihm abgeschlagen, . Mit einer Wurzel hängt er noch am Erdreich, Zerschneide sie, und krachend fällt er nieder. Du nennst mich stark? — sieh meiner Starke Blöße? Jehuda. Um Dan das stete Trauern! Alles Volk Heißt Barer Dich, gehorcht, als war'» der Sohn. 2'phta. So lang' es muß. Der BolkSgunst schwachen Kitt Löst jede Strömung einer neuen Laune. Jehuda. Blick um Dich, Herr! Wer wagt'« Dich zu ersetzen Bon allem Volk, bas Deinem Stern gefolgt? 2ephta. Wenn Niemand, hält di« Noch mich. All« dünken Als Himmel sich, wenn sie mich Sonn« nennen. Jehuda. Hast du in Ammon nicht den Bann gelöst. Den Brüderstolz, der Heldenlharkraft zog? Jephta. In Ammon Hab' ich Gottes Feind getobter, Und neue Gegner schafft ihr wacher New. Jehuda. Was lhut's, wenn jeder Widerstand zerschellet. Wie morsches Ei-, am Pfeiler Deiner Kraft? Jephta. Sieh doch diegraue Haupt! De- Pfeilers Quadern Zerbröckeln, und den Jahren weicht di« Kraft. Jehuda. Wenn auch — das Eine wird'- dem Andem sagen: In Ehrfurcht zieht, hier ruht ein Mann, «in Held. — O, Jephta, bin ich denn zum Nichts gesunken. Ist Deinem Gram mein treues Herz kein Damm? Wie anders hast Du sonst mich angeschaut. Und Dein Vertrauen stählte meine» Willen Und zog die Hoffnung meiner Seele groß. So groß, daß sie des Sohnes Platz begehrte. Denk nur; als mir die Botschaft ward des Krieges, Jn's Ammonirerlager Dem« Sendung Und so Dein Bote und beS Volkes sprach Zum räntevollen Fürsten, dem erfchlag'nen: So spricht Jephta, mein Herr, des Volkes Richter: Nicht Moab'S Land, nicht Eur's, Ihr Söhne Ammon'», Hat Israel genommen beutegierig, Al» es Mlzraim's Knechtschaftsboben floh; Durch öde Wüsten pilgernd chl» zum Schilfmeer Umzog'» Moab's und Edom's Felsenland Und lagerte jenseit de» Arnon östlich. Wenn uns Emmori's König, Sichon, angriff, War'S nicht von Gott, baß er bei Jaza siel, Mit ihm das ganze Volk in unsre Hände Und alle» Land vom Amon bi» zum Jabbok, Vom Wüstensaum, dis wo der Jarden fluthet? Und dieses Land, von Gott uns zugetheilt. Verlangst Du wieder? Wohl mit Kamosch's Hilfe, Oes blutbefleckten, greuelhaftea Götzen? Da selbst Balak tq Ruhe mit uns lebte, Wirfst Du Brandfackeln neuer Zwietracht aus, Und legst dm Grundstein zu dem Bau des Bösm? Als Dein Besitz gilt Dir, was wir bewohnt Unangetastet seit Jahrhundertert? Erobern ist'-, wa- Du vettheid'gen nennst. Ehr unser Recht und unser AnspruchBAlrer! So sprach ich, Jener schüttelte dasl Haupt. Da warf da- Schwert ich hin al«> Kriegeszeichen Und rief: „Kampf zwischen Dir u»d Jephta^ Goit Sei Richter zwischen Euch und dieser Stunde!" Gott hat gerichtet, Mizpah's Indes kündet'». — Bin ich seit jener Zeit von Dir getwichen? Nenn mir den Tag, an dem ich plflichtvergeftzn Von Deiner Seite, Deinem Dienst mich stahl? Jephta. Den Tag? Nicht einer Stunde kleinste- Theilchen So diensterprodr, so treu mir hiagegebm! Sprich jeden Wunsch, Gewährung ist sein Recht. Jehuda. Den einen nur — faß Deine» Unmuths Zügel Und bändige mir Macht.oen wilde» Schmerz! Führ un» hinab in Mizpa's Prachtgefilde, Dorr drtng dem Herrn oa» angelodre Opfer, Danni-gld dem Hause Deiner Ankunft Freude, Dein Haupt zum Kuß der Zierde aller Töchter ' - Zephra. Sie seidu zur Braut der Zierde aller Söhne.' Jehuda Gileadi hör' mein Wort: Von dreißig Helbensöhnen meine- Freunde» Hab' ich mir Dich als trefflichsten erkoren, Al» Jair seinen Vätern ward gesellet. Der Jahre und deß. Ruhmes satt zu Kamon. Sieh! leerer Hand kehr' ich aulangem Kriege, Die Beut' ist Gone» und der Priester Theil. Du bist der Reich'«, was kann ich Dir gedm. Wenn nicht Zeruja's Hand, komm fei mein Dan! Jehuda. O, Freudenübermaaß, beglückte Stunde, Von allen Tagen heiß begehrte» Ziel! Nimm meines Danks — 2ephra. - — Du meiner Freude pichen, ittcbtn sich die Hände.) ' ' Jetzt geh, laß die Posaune weithin schmettem, ,. Das Schofar dröhne, baß da» Heer sich sammle Und seine Wogen thaladwärr» ergieße Zum heimathlichen freud'erfüllten Plan. Ich führ' die Spitze, Du des Nachrrads Mmge Und zwischen unlaß die Gefaag'nm schreiten. Daß nicht wohlfeiler Hohn die Armen treffe, Ihr Jammerdlick dm Festtag nicht umwölte. Mein Schwert, Assan! (Er gib es-chm) Auf seiner flanke» Spitze v Bring' ich dem Volt die Bürgschaft seiner Ruh. Jetzt mögen schon tm weißen Schmuck die Prieste: Mit Levis frommer Schaar am Altar stehn Und meiner harr'a. Geduld, Euch wird da» Qpsir^ Tritt in« Züi. Jehuda. Ob mria.fi e harret? Ungeduld der Seele! Der Augenblick soll lange Quai mir sühnen. r i Ab.