Jüdisches Volksblatt
- Journal
- Jüdisches Volksblatt
- Volume
- 9 (1862)
- Issue
- 49 (1862)
- Date
- 1862-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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194 — Tribut ist's, Her» ich der Erinnerung weih'. Die Erde hält mich, weil er drauf gewandelt Ich selber wandl' als sein Gedächtniß nur!!7 b«r. tröste nicht, in Worten ist kein Balsam, Wenn Liebe lebt, kann ihren Tod nicht denke i, - DaS eigne Glück sieht Anderer Unglück halb — Dom Herrn erfleh' ich 'Hülfe Deinem Schme z. Steh ich nicht selbst verwaist im Darerhause, Indessen Eltern Dir und Brüder leben. Zn deren Mitte Du als Perle glänzess? Komm, faß den Kran;, des Jubels siärfre 8 Zogen Verkünden unsrer Völker bald'ge Ankunft — . Doch sieh, waS kommt so eilig Mirjam her i Mi II. Scene. Die Vorigen. Mirjam tritt a»f. Da seid ^Jhc Beide, stehr und schwatzt wie > nmer, Und hört mein Rufen nicht, mein lautes S hreia. Ist das ein Platz für jung«, zücht'ge Mädchfn, Wo jeder Gaffer Euch in'S Auge schaut? Auf offenem Markte müßt Ihr plaudern. Daß jedes Lüftchen Eur' Geheimnis stiehlt, Und schadenfroh eS aller Orten ablegt? DaS nennt Ihr Sitte, o du lieb« Zeit, Als ich noch jung war, hieß'S De rav egen »eit. — Lacht nicht, ich weiß eS besser, muß eS wiss n. Seid Ihr nicht meiner Obhut -anvertraut i Ach leider! — Mädchen jetzt zu hüten, Jep htä, Vier schwerer ist'« als Ammoniten fchlacm. Mich wollen kaum die morschen Beine fchle »pe«, Und soll ein flüchtiges Taubenpaar bewachen! Zer. Du stockst schon Mirjam? sonst warf Dein r Rede Schnellfegelnd Fahrzeug' erst nach Stunden Anker! Athal. 9, Mütterchen, legt sich der Sturm so dal», Und hat des Wortwalds Gipfel kaum berü»rt? Mirj. Ihr höhnt mich noch? Nur zu. geschieht nir recht. Ich sorg' und schaff' für Euch und hege, zflege Heut diese Laune, morgen jene Thorheit, AlS war Eu'r Tollsein meines Lebens Zw, f. Und all mein Thun die Schleppe Eurer 8 lüoschr? So war eS früher, ist noch schlimmer wor >en, Seit jener wild« Krieg daS Land durchbra, st, DaS frei« Feld zum Lager ward dem Bäte:. WaS wollt' ich aber melden i Ach mein S opf Ist wie ein junges SperlingSnest lebendig, So pfeifen, zwitschern die Gedanken drin! Ja nun besinn' ich mich. Mir kam ein Bote ' Dom alten Graudart Assan hergesandt, ' Ich hoff', eist kein neuer Schelmenstreich, Wie sie dem Grunde feines Hirns entsprich««. Und seiner Jahre Reife Lügen strafen, Der immer nur auf Jugendschwanke sinnt! So höret, Mädchen, feiner Botschaft Kun e: ^Jn einer Stunde, sagt er, nah' der Feldh rr. Doch nicht auf weißem Zelter, nein zu K, ß, Zur Seit ihm Ja»r und der Edlen Wen';«, Jndeß di« Haufen andere Weg' einschlügen, ' Oemürhig woll' er Mizpah'S Mauern nahen. Nicht im Triumpfe schreiten vor dem Herrn Und vor dem Hause sollten ihm zwei Widder, Ganz fleckenlos, mir rothern Band geschmückt, Einjährig steh'a, bereit als DankeSopfer. Du aber Kind und Jene, wie wir Alle Im Hause müßten RückkehrSgruß ihm beuen, Daß seiner Andacht erste Weih' Nichts störe. Drum schnell hinein, ihr wilden Turteltauben, Bereitet, schmückt daS Opfer, führr'S hinaus, Dann laßt uns drinnen harren wie'S befohlen. Zer. Assan hat Dich so oft gefoppt, belogen, Und stetS von Neuem giebt Dein Unverstand, Dein leichter Glaube feiner Lachlust Nahrung, War' Grund der Wahrheit, Mirjam, im Befehle, Dom Baker war' er, nicht von ihm gekommen. Mir girml'S, des. Helden Tochter, reichgeschmiickt, Mir allen Jungfrau'» Mizpah'S ihm entgegen, Dem EiegeSjubelnden beglückt zu gehn, AlS Erste ihm in heißer KinbeSfehnsucht Die Hand zu küssen, die das Land befreit, Im Vaterauge meinen Dank zu spiegeln, Auf seine Wang' der Freude Kuß zu siegeln. Mirj. Und JarrS Augen nebenbei zu schauen, Od sie mit allem Glanz Dir glüh'n? — nicht wahr? Der ^Kindesliebe gilt die kleinere Hälfte, Die größ're Deines Ungestüms gilt ihm! Wenn Du am Tage von dem Vater sprachest. Im Traume nanntest Dulden andern Mann! Athal. Laß'S gut fein, Mirjam. Dir am wenigsten Steht'S an, der Seele Zwiespalt hier zu schelten, Die selbst dem Keim der. Ersten Jugendliebe Die Nahrung der Gelegenheit gegeben Und manches Schekelsiück dafür gelöst. Verzieht nur drinnen, ich beeil' die Schritlq Und führ' des OcteS blüh'nde Mädchenfchaar, Mit Cymbeln, Harfen, Kränzen festlich her? Du führst dem Heer, Zerujah. uns entgegen, .Der Jungfraun schönste und des Siegers Kind. (Gehl ab nach der einen Seite.) (Zerujah iu« Hau» zur auberen Seite.) Mirjam. 1. Da läuft die Eine, dort die And're, wart' doch, Ich will den Kranz in'S dunkle Haar Dir siechten, Mil goldnen Spangen Deinen Kopfputz schmücken — Dem Alter bleidt doch nur des Nachsehen-! ew'ge Plage Gehorsam ist verpönt der Jugend unsrer Tage! _ £».) i Lederherz. Aus den Erinnerungen de» Pfarrers voch Berge. Bou Berthold Auerbach. Oie Hausirer und Trödler sterben m unfirm Tagen aus. Seitdem wir Eisenbahnen haben, holt sich Jeder, was er bedarf, aus den stehenden großen Magazinen. Ehedem 1) Aus Auerbach'» Bolkskalender 1863.